Bildbearbeitung

Shotwell unterstützt beim Bearbeiten der Bilder das veränderungslose Editieren ("non-destructive editing"). Das bedeutet, dass die Dateien immer in der ursprünglichen Form erhalten bleiben, Änderungen speichert Shotwell lediglich in Form von Anweisungen in der Datenbank. Das bedeutet aber auch, dass Sie Bilder, die Sie nach einer Änderung so speichern möchten (zum Beispiel für Fotoabzüge), explizit über Datei | Exportieren ... sichern müssen.

Shotwell beschränkt sich dabei auf die am häufigsten genutzten Funktionen wie Beschneiden, Drehen, rote Augen entfernen und Belichtung/Kontrast anpassen und kommt von den Möglichkeiten her nicht an Gimp oder das KDE-Programm Digikam heran. So funktioniert beispielsweise die Rotation nur in Schritten von 90 Grad, und auch die Farb- und Belichtungswerkzeuge bieten nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da Sie über [Strg]+[Eingabe] jederzeit ein externes Bildbearbeitungsprogramm aufrufen können. Voreingestellt ist dazu Gimp. Beachten Sie, dass mit einem externen Programm bearbeitete Bilder danach im Original nicht mehr vorliegen.

Abbildung 6: Beim Zuschneiden von Fotos können Sie aus diversen Formatvorlagen auswählen.

Positiv stechen dabei das einfache Bedienkonzept und die schnelle Reaktion auf Veränderungen hervor, sodass die Arbeit flüssig von der Hand geht. Erstaunlich gut funktioniert auch das automatische Verbessern von Aufnahmen, was zu einem besseren Kontrast führt. Das Skalieren von Bildern dagegen gelingt nur über einen Umweg: Beim Export bietet die Software an, die gewünschte Zielgröße – und bei JPGs die Qualität – manuell festzulegen. Ein so erzeugtes Bild müssen Sie anschließend erneut importiert und damit in die Datenbank aufnehmen.

Fazit

Shotwell hat in den letzten Monaten sehr viele positive Verbesserungen erfahren. So speichert das Programm beim Export von Bildern inzwischen auch die Tags, sodass mühsam angelegte Stichwortkataloge auch in andere Sammlungen übernommen werden können oder zum Beispiel beim Versand per Mail erhalten bleiben. Was der Software zum professionellen Einsatz noch fehlt, ist zum Beispiel die Fähigkeit, unterschiedliche Kriterien bei der Bildersuche zu vernetzen. So sieht die Anwendung zwar vor, sich nur als Favoriten gekennzeichnete Bilder eines Ereignisses herauszusuchen – für alle Bilder geht dies in der Rubrik Fotos auch – aber schon für versteckte Fotos funktioniert es nicht mehr. Es gibt darüber hinaus keine Möglichkeit, sich von einem Bild aus einem Ereignis zur Gruppe und damit zu den anderen Bilder des gleichen Zeitpunkts zu hangeln. Beim Drucken kann Shotwell derzeit nur jeweils ein Bild pro Seite ausgeben. Hier bieten andere Programme deutlich mehr.

Abgesehen von diesen kleinen Schwachstellen, ist Shotwell aber ein mehr als würdiger Ersatz für F-Spot, und überzeugt bei der täglichen Nutzung durch gute Desktopintegration, einfache Bedienung und einen geringen Ressourcenverbrauch. Die gut gelungene Oberfläche mit einem einstellbaren Hintergrund ermöglicht, schnell einen Eindruck von den Bildern zu gewinnen. Darüber hinaus schreitet die Entwicklung stetig voran, sodass auch die letzten Schwachstellen von Shotwell schon bald der Vergangenheit angehören dürften. 

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.yorba.org/shotwell/

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Kommentare
Dependencies
Pit (unangemeldet), Montag, 11. Oktober 2010 15:30:21
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Ja, Shotwell ist super, es hat mich auch sofort überzeugt als ich es mir vor ~ 1/2 Jahr das erste Mal angesehen hab.

Aber wer nicht gerade das hyperaktuelle Ubuntu hat schaut ziemlich in die Röhre, denn das Teil verlangt von allen möglichen Tools und Bibliotheken die aktuellsten Versionen (vala, gexiv2, gstreamer,...). Da kann einem schon die Lust vergehen :-(

Und daß man Tags nicht kombinieren kann ist in der Tat ein Unding - das hat mich das letzte Mal schon sehr gestört und ich hatte gehofft daß das recht schnell behoben wird....


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