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© Ian Barnard,sxc.hu

Klassisch und modern

Gnome Desktop und Netbook Edition

11.10.2010 Ubuntu setzt traditionell auf Gnome als Standard-Desktop, bringt nun aber mit Unity auch eine moderne Alternative für Netbooks mit. Dieser Artikel zeigt Ihnen, worin sich das klassische Gnome vom modernen unterscheidet.

Denken Sie bei Gnomen nur an zwergenartige Fabelwesen, dann gehören Sie vermutlich zu den Linux-Neulingen. Routinierte Linuxer kennen unter diesem Namen die grafische Oberfläche von Ubuntu. Anders als bei den Betriebssystemen Windows von Microsoft und Apples Mac OS X gehören grafische Bedienoberflächen bei Linux nicht zwangsläufig dazu. Vielmehr haben Nutzer die Wahl zwischen Dutzenden von Desktops. Neben Gnome [1] – dem Standard unter Ubuntu – gelten unter anderem KDE [2] und XFCE [3] als besonders populär.

Das liegt daran, dass es sich beim eigentlichen Linux lediglich um den Kernel handelt, der unter anderem die Treiber für die Hardware liefert. Linux-Distributionen wie Ubuntu ergänzen den Kernel dann um hunderte Anwendungen – mit und ohne grafische Oberflächen. Im professionellen Serverumfeld eingesetzte Linux-Varianten (etwa Ubuntu Server) ergänzen den Kernel gerade um genügend Anwendungen, um die wichtigsten Aufgaben zu erledigen. Das passiert dann meist über das Netzwerk und ohne Unterstützung durch eine grafische Oberfläche. Interessieren Sie sich für weitere grafische Bedienoberflächen, dann finden Sie dazu im Kasten "Ganz schön bunt" ein paar Informationen.

Ganz schön bunt

Grafische Bedienoberflächen mit eigenem Dateimanager, Mail-Programm und so weiter fasst man unter der Bezeichnung Desktopumgebung (englisch Desktop Environment) zusammen. Ubuntu hat sich für Gnome entschieden (Abbildung 1). Wer jedoch KDE (K Desktop Environment) bevorzugt, findet mit Kubuntu [4] auch eine entsprechende KDE-Variante der Distribution. Für Rechner mit knappem Arbeitsspeicher eignen sich der XFCE- und der LXDE-Desktop besonders gut: Wer ein damit ausgestattetes System möchte, verwendet Xubuntu [5] oder Lubuntu [6].

Abbildung 1: Über die drei Menüeinträge im oberen Panel greifen Sie auf viele relevante Funktionen und Programme des Ubuntu-Desktops zu.

Möchten Sie eine der erwähnten Desktopumgebungen zusätzlich ausprobieren, dann müssen Sie das System dazu nicht neu aufsetzen: Rufen Sie einfach das Software-Center auf, und suchen Sie dort nach dem Paket kubuntu-desktop für KDE, xubuntu-desktop für XFCE und lubuntu-desktop für LXDE. Der vorhandene Desktop bleibt davon unberührt, Sie brauchen lediglich freien Platz auf der Festplatte (etwa 500 MByte). Anschließend stehen die verschiedenen Umgebungen für Sie bereit, sobald Sie sich neu beim Gnome-Desktop anmelden. Im Anmeldebildschirm suchen Sie im rechten Aufklappmenü den gewünschten Desktop aus. Etwas umständlicher wird es, die Desktops mitsamt ihren Anwendungen zu entfernen.

Desktops entfernen

Da die Desktops zueinander kompatibel sind, tauchen die Xfce- und KDE-Anwendungen auch in Gnomes Startmenü auf. Wollen Sie aber den Desktop mitsamt Anwendungen wieder entfernen, tut sich ein Problem auf: Es genügt nicht, das eben installierte Metapaket wieder zu löschen, da dieser Schritt die zahlreichen abhängigen Anwendungen auf dem Rechner lässt. Hier helfen nur lange Kommandozeilen-Befehle, die alle fraglichen Pakete beseitigen. Sie finden diese im Wiki von Ubuntuusers.de [7].

Technisch unterscheiden sich die beiden Desktop-Umgebungen vor allem darin, dass sie sich auf unterschiedliche Grafikbibliotheken stützen. KDE baut auf Qt [8] und Gnome auf GTK [9]. Letzteres verwendet auch XFCE, das sich jedoch auch schlanke Rechner konzentriert und deshalb aus diesem Vergleich herausfällt. Verwenden Sie ein Netbook, installieren Sie auf Wunsch die Netbook-Oberfläche von Ubuntu über das Paket unity. Mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Trotz verschiedener technischer Grundlagen laufen KDE-Programme unter Gnome und umgekehrt. Bei der Installation einer KDE-Anwendung (etwa KMail) unter Gnome lädt das System die notwendigen Grafikbibliotheken mit herunter. Der Preis: Es zeigen sich mitunter Geschwindigkeitseinbußen beim Start einer Anwendung des jeweils anderen Desktops.

Ganz Gnome

Je nach dem, welche Einstellung Sie bei der Installation getroffen haben, erscheint beim Hochfahren des Ubuntu-Rechners Den Ubuntu-Desktop starten Sie über den Anmeldebildschirm (Abbildung 2), indem Sie Ihren Benutzernamen und das dazugehörige Passwort eingeben. Beim Klick auf einen Nutzer erscheint am unteren Rand ein Aufklappmenü. Hier wählen Sie eine andere Sprache oder Desktopumgebung aus.

Abbildung 2: Vor der Arbeit steht das Anmelden: Alternative Desktopoberflächen und Sprachen koexistieren unter Ubuntu friedlich nebeneinander. Als Nutzer schalten Sie auf Wunsch bei jedem Start um.

Arbeiten Sie üblicherweise allein auf dem Rechner, überspringen Sie die Anmeldung dauerhaft mit der Option Automatische Anmeldung. Diese aktivieren Sie entweder bereits während der Installation oder nach dem Anmelden am Desktop. Klicken Sie dazu in der oberen Bildschirmleiste auf System | Systemverwaltung. Der Punkt Anmeldebildschirm bringt Sie zur Konfiguration des Login-Bildschirms (Abbildung 3), den Sie zunächst über Ihr Kennwort entsperren. Danach legen Sie fest, ob das System Sie automatisch anmeldet oder es den Anmeldebildschirm zeigt.

Abbildung 3: Wollen Sie die Eingabe von Benutzernamen und Passwort überspringen, aktivieren Sie die automatische Anmeldung.

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Kommentare
Unity in Ubuntu 10.10 nicht wirklich ausgereift
sqrt3 (unangemeldet), Dienstag, 12. Oktober 2010 08:51:36
Ein/Ausklappen

Ich habe gestern das neue Ubuntu 10.10 auf meinem eee-PC installiert und bin enttäuscht. Während die vorherige Netbook-Oberfläche stabil lief, hängt sich in der neuen schon direkt nach der Installation und ohne weitere Änderungen der Window-Manager so häufig auf, dass man damit kaum arbeiten kann. Der startet zwar automatisch neu, aber dauernd verschwinden alle Rahmen, Titleleisten, Menüs,.... Das nervt. Für mich bleibt der Eindruck, dass unity nicht wirklich fertig ist.


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Re: Unity in Ubuntu 10.10 nicht wirklich ausgereift
HS (unangemeldet), Freitag, 26. November 2010 14:24:34
Ein/Ausklappen

Ja richtig, fand ich auch. Abgestürzt ist es mir nicht, aber ich war von der Handhabung enttäuscht, man kommt (meiner Meinung) nach schwer an Einstellungen ran.

Während meine Freundin sicher begeistert wäre, für das einfache Surfen und einfache office-arbeiten ist es IDEAL.


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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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