Fotosammlungen von mehreren Tausend Bildern sind heute keine Seltenheit mehr. Wie bei allen großen Dateisammlungen besteht die größte Herausforderung in der Bilderflut darin, die schönsten Bilder zu bewahren und die geliebten Schätze schnell wiederzufinden. Der traditionelle Weg, die Dateien in einer Ordnerstruktur abzulegen, wird spätestens dann ungangbar, wenn man seine Sammlung auch nach anderen Kriterien ordnen möchte, um zum Beispiel Freunde und Familie, Naturaufnahmen oder künstlerische Fotos separat einzuordnen. Hier setzt F-Spot an [1].

Das ursprünglich von Novell entwickelte Fotoverwaltungsprogramm ordnet Ihre Fotos automatisch nach Datum. Über zusätzliche Markierungen finden Sie zudem Fotos nach Themen geordnet schnell wieder. Einfache Bearbeitungsfunktionen sorgen für eine optimale Ergänzung des Foto-Organizers.

Der erste Start

F-Spot gehört zu den Standardprogrammen von Ubuntu. Sie finden es im Menü Anwendungen / Grafik, alternativ starten Sie es über [Alt]+[F2] und Eingabe des Befehls f-spot.

Beim ersten Start zeigt F-Spot nur einen leeren Bildkatalog. Um diesen mit Fotos zu füllen, müssen Sie einen Ordner mit Bildern importieren oder die Fotos von einer Digitalkamera einlesen. Dazu klicken Sie auf das grüne Icon mit dem Plus-Zeichen oder drücken [Strg]+[N]. Im neuen Dialog klicken Sie entweder auf Ordner wählen oder wählen aus der Ausklappliste Quelle importieren Ihre Digitalkamera aus, falls diese an den Rechner angeschlossen ist. Den Import von der digitalen Kamera können Sie auch ohne separaten Start von F-Spot vornehmen: Schließen Sie eine digitale Kamera an, dann erscheint auf dem Desktop automatisch ein Dialog (Abbildung 1). Hier wählen Sie die Option F-Spot öffnen aus und landen dann automatisch im Import-Dialog (Abbildung 2).

Abbildung 1: Schließen Sie einen Datenträger mit Fotos an den Rechner an, dann erscheint automatisch dieser Dialog für den Import in F-Spot.
Abbildung 2: Der Import-Dialog von F-Spot speichert die Fotos in der Grundeinstellung als Kopie.

Egal ob Sie die Fotos von einer Kamera oder einem lokalen Verzeichnis Importieren: in beiden Fällen legt F-Spot die Bilder als Kopie an. Um die Fotos möglichst effizient ordnen und verwalten zu können, finden Sie im Import-Dialog zudem ein Eingabefeld für Stichworte (Markierungen genannt).

Sich orientieren

Nach dem Import von ein paar Fotos erscheint F-Spot schon etwas bunter (Abbildung 3). Möchten Sie die importierten Fotos gleich genießen, klicken Sie auf das grüne Play-Symbol oder drücken [F5]. Sind Ihnen die Vorschaubilder zu klein, dann vergrößern Sie die Ansicht über den Schieberegler unten rechts.

Klicken Sie ein Bild an, erscheinen links Detailinformationen zu Datum, Dateigröße und Belichtungszeit. Diese Informationen entnimmt F-Spot den EXIF-Informationen der Bilder. Welche Informationen Ihre Digitalkamera noch in den Bildern speichert, erfahren Sie über Ansicht / Metadaten anzeigen.

Abbildung 3: Das Hauptfenster von F-Spot mit der Übersicht im Kleinbildformat.

F-Spot kennt zwei grundlegende Arten, den Überblick über die Fotos zu behalten: Über die Zeitachse im oberen Fensterbereich oder per Markierungen in der linken Seitenleiste.

Die Zeitachse ordnet Ihre Fotos nach Jahr und Monat. Den sichtbaren Ausschnitt scrollen Sie mit den beiden Pfeilen hin und her. Ein Balken über dem jeweiligen Monatsabschnitt zeigt an, dass Bilder aus diesem Monat im Katalog sind. Die Höhe deutet dabei die Anzahl der Fotos an. Halten Sie den Mauszeige mit dem Regler gedrückt, dann zeigt F-Spot Jahr, Monat und die Anzahl der vorhandenen Fotos an. Schiebt man den Schieber auf einen Zeitpunkt, springt der Index zu dem Bild, das am zeitnächsten dazu liegt. Möchten Sie die Zahl der angezeigten Fotos verringern, dann begrenzen Sie die Auswahl über die beiden Griffe rechts und links der Zeitachse. Per Rechtsklick und der Auswahl von Datumsspanne zurücksetzen heben Sie diese Auswahl wieder auf.

Alternativ sortieren Sie Ihre Bilder über die Markierungen auf der linken Seite (falls Sie das Fenster aus Versehen geschlossen haben, öffnet es [F9] wieder). Neben den bereits vorhandenen Markierungen Favoriten, Versteckt, Personen, Orte und Ereignisse finden Sie die beim Import vergebenen Stichworte unter dem Eintrag Markierungen importieren. Haben Sie zum Beispiel beim Import das Stichwort "Gran Canaria" gewählt, dann erscheint hier dieser Eintrag. Per Doppelklick auf "Gran Canaria" reduziert F-Spot dann die Auswahl der Bilder auf Fotos mit der entsprechenden Markierung. Neue Markierungen legen Sie über das Menü Markierungen / Neue Markierung erstellen oder per Rechtsklick auf einen der bestehenden Einträge an. Um einem Foto eine Markierung zuzuordnen, ziehen Sie die gewünschte Markierung auf das Bild. F-Spot speichert diese Informationen in der Grundeinstellung in einer separaten Datenbank. Soll das Tool die Kommentare in die Bilddateien hinein schreiben, rufen Sie den Dialog Bearbeiten / Einstellungen auf und klicken die Checkbox Wenn möglich, innerhalb der Bilddateien an.

Bilder bearbeiten

Per Doppelklick auf ein Bild erscheint oder die Auswal der Schaltfläche Bild bearbeiten erscheint das Foto in einer Großansicht (Abbildung 4). F-Spot zeigt dann links eine Reihe von Bearbeitungsfunktionen an, angefangen von Zuschneiden über Rote-Augen-Reduzierung bis zum manuellen Farbabgleich. Die meisten Funktionen sind sehr schlicht gehalten und benötigen keiner Erklärung. Unter Zuschneiden können Sie zum Beispiel aus einer Liste von häufig benutzten Papierformaten auswählen. Eine Farbabgleichsfunktion, Sepia-/Schwarzweißkonvertierung, automatische Bildkorrektur, Horizont-Begradigung und ein radialer Weichzeichner runden die Palette ab.

Einige grundlegende Werkzeuge finden Sie allerdings nicht in diesem Menü sondern nur über Bearbeiten aus der Menüleiste von F-Spot. Dazu gehört auch das hervorragende Schärfungstool, das sie durch Drücken von [S] oder über Bearbeiten / Schärfen aufrufen. Auch die Drehungsfunktion hat F-Spot hier versteckt.

Abbildung 4: Per Doppelklick öffnen Sie ein Foto im Bearbeitungsmodus.

Bei sämtlichen Bearbeitungsschritten rührt F-Spot das Originalbild nicht an sondern arbeitet mit einer Kopie. Das Original bleibt somit erhalten und lässt sich über die Ausklappliste Version oder über Foto / Version jederzeit wieder betrachten.

Ist das schon alles?

Neben der Druck-Ausgabe und der Möglichkeit, Fotos per E-Mail zu verschicken bietet F-Spot im Menü Foto / Exportieren nach diverse Exportmöglichkeiten für die Online-Fotodienste Picasa, Flicker und andere. Auch eine Foto-CD oder HTML-Galerie lässt sich über dieses Menü erstellen. F-Spot bietet zudem eine sehr effiziente Such-Funktion, die nach Bewertung, Markierungen oder einem bestimmten Datum sucht. Arbeiten Sie oft mit digitalen Fotos, werden Sie diese Funktionen schnell zu schätzen lernen.

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://f-spot.org/Main_Page

[2] Starter Kit bestellen: https://shop.linuxnewmedia.de/nav/easylinux/starterkit/

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Einzelne Ausgabe
 

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