Anwendungen

Auch einige Anwendungen haben im neuen Ubuntu 11.04 wieder dazu gelernt: Das Software-Center führt ein neues Feature namens "Reviews & Ratings" ein (Abbildung 3). Dabei dürfen Anwender, die über einen kostenlosen Ubuntu-One-Zugang verfügen, sämtliche Anwendungen im Paketmanager nach einem Fünf-Sterne-System bewerten. Zudem dürfen Sie in Kommentaren – die im Softwarecenter erscheinen – ihre Meinung zu einer Software äußern. Die Einschätzungen helfen vor allem Einsteigern bei beim Bewerten der vorhandenen Software. Troll-Kommentare lassen sich melden und werden dann gelöscht. Das Feature wird bereits ausführlich genutzt und ist sicher eines der Highlights im neuen Ubuntu. Es wird definitiv auch die Softwareauswahl in den kommenden Ubuntu-Versionen beeinflussen und verbessern.

Abbildung 3: User helfen Usern: Über die integrierte Bewertungsfunktion erfahren Sie, welche Anwendungen die Ubuntu-Nutzer für gut halten und wo es noch Nachholbedarf gibt.

Neu ist auch, dass sich das Softwarecenter beschwert, wenn einige Pakete Qualitätsstandards nicht erfüllen, die Ubuntu an saubere Pakete stellt (Abbildung 4). Hier haben Sie die Möglichkeit, die Installation über einen Klick auf Ignore and Install fortzusetzen, was aber unter Umständen die Stabilität des Systems gefährdet. Im Artikel zu den bewegten Hintergründen handelt es sich zum Beispiel um solche unvollständig gebauten Pakete. Die Warnmeldung empfiehlt, die Entwickler auf das Problem mit dem Paket hinzuweisen.

Abbildung 4: Erfüllt ein externes Paket nicht Ubuntus Qualitätsstandards für Debian-Pakete, gibt das Softwarecenter neuerdings eine Fehlermeldung aus.

Auch an der Cloud-Plattform Ubuntu One arbeiten Canonicals Entwickler weiterhin intensiv. Cloud Computing war das große Thema der Cebit und zahlreiche Firmen werden zukünftig versuchen, die Kunden in ihre Cluster zu locken. Bei Ubuntu One funktioniert die Synchronisation nun nicht nur schneller, die Software zeigt im Launcher-Icon auch den Fortschritt an und nutzt die Benachrichtigungsfunktion, um wichtige Meldungen abzusetzen.

Neu dabei ist auch Banshee, das als Audioplayer Rhythmbox ablöst. Das Programmm importiert auf Wunsch die Rhythmbox-Dateien und verfügt ansonsten über einen etwas größeren Funktionsumfang als Rhythmbox. Nach dem Start des Audioplayers finden Sie einen Banshee-Eintrag im Lautsprecher-Indikator von Unity, über den Sie den Musikspieler steuern. Die Software eignet sich besonders gut, um schnell viele Audio-CDs in das MP3-Format zu konvertieren. Setzen Sie in den Einstellungen für Audio-CDs ein Häkchen an der richtigen Stelle (Abbildung 5), konvertiert Banshee CDs automatisch, sobald Sie diese ins Laufwerk legen.

Abbildung 5: Banshee ist nicht nur ein komfortabler Audioplayer, die Software lässt sich auch hervorragend zum automatischen Konvertieren von Audio-CDs einsetzen.

Mit LibreOffice ist nun der freie OpenOffice-Fork Standard in Ubuntu 11.04. Die Bürosoftware liegt in Version 3.3.2 vor, die sich bisher nur wenig vom bekannten OpenOffice unterscheidet. Die Entwicklungsarbeit scheint gut voran zu gehen, so dass sich auch in Zukunft zahlreiche Neuerungen erwarten lassen. Möglicherweise wird das Projekt nun zugleich flexibler, da es sich ohne Rücksicht auf ein Unternehmen entwickeln kann.

Der flinke Bildbetrachter Shotwell liegt in einer neuen Version (0.9) vor, die einen besseren Umgang beim Verarbeiten von Fotosammlungen verspricht. Zum einen lassen sich nun mehrere Fotos zugleich drucken, zum anderen funktioniert nun auch das sequentielle Umbenennen von mehreren Fotos. Nicht zuletzt unterstützt die Software jetzt das TIFF-Format und rendert unterbelichtete RAW-Fotos besser.

Auch den Standardbrowser wollen wir nicht vergessen: Firefox 4 lädt Webseiten nun doppelt bis sechs mal so schnell wie die Vorgängerversion, was vor allem an der verbesserten JavaScript-Performance liegt. Der Browser unterstützt mit HTML 5 neue Web-Technologien und -Formate zu denen WebGL (eine 3-D-Programmierschnittstelle für Browser) und WebM (ein Containerformat für freie Audio- und Video-Codecs) gehören.

WebGL scheint unter Linux aber noch Probleme zu machen. In der Betaphase schalteten die Firefox-Entwickler WebGL für Linux komplett ab, da lediglich der proprietäre Nvidia-Treiber in der Lage war, die Inhalte absturzfrei zu zeigen. Aktuell lässt sich WebGL (theoretisch) verwenden, wenn Sie die Bibliothek libosmesa6 installieren. Dann rufen Sie über die Eingabe von about:config in die URL-Leiste von Firefox dessen Konfiguration auf, suchen nach webgl und geben bei webgl.osmesalib den Pfad zur Datei /usr/lib/libOSMesa.so.6 als Wert ein (Abbildung 6). Im Test auf einem Quadcore-Rechner mit einer Radeon-HD-5600-Karte ging der Browser dennoch bei jedem Aufruf eines Demos reproduzierbar in die Knie.

Abbildung 6: Die Lösung, einige WebGL-Demos über eine Mesa-Bibliothek zu rendern, funktionierte im Test leider nicht.

Zu den weiteren neuen Features gehören die App Tabs, über die Sie permanente Tabs Ihrer Lieblingsseiten erstellen (Twitter, Facebook und Co.). Firefox 4 ist zudem sicherer: Webseiten informieren den Browser nun explizit über legitime und illegitime Inhalte, was Angriffe via Cross-Site-Scripting erschwert. Stößt Firefox 4 bei einer Webseite auf einen HTTP-Strict-Transport-Security-Eintrag (HSTS), verbindet er sich automatisch über das sichere HTTPS-Protokoll mit dieser.

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Kommentare
Eine Frage ist noch offen...
Ugglan (unangemeldet), Donnerstag, 28. April 2011 16:17:14
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Hallo,

unter Ubuntu 10.10 wurde bemängelt, dass Unity (auf Netbooks) unbenutzbar lahm sei. Hat sich das gebessert?

Falls nicht, sind alle anderen Features von Unity für die Katz...

Gruß

Ugglan


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Re: Eine Frage ist noch offen...
Marco (unangemeldet), Donnerstag, 28. April 2011 16:44:40
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Ja, hat sich definitiv geändert. Unity ist jetzt sehr schnell und macht für mich einen sehr runden Eindruck.


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Re: Eine Frage ist noch offen...
Ugglan (unangemeldet), Donnerstag, 28. April 2011 16:57:13
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Danke für die schnelle Antwort!
Das ist doch mal eine *wirkliche* Innovation ;-)

Gruß

Ugglan


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