Hypnotische Hirnerweicher

Super Hexagon

Die Spiele zum Wochenende: Super Hexagon und Open Hexagon

06.07.2013
Zwei fast identische Geschicklichkeitsspiele malträtieren mit einfachen geometrischen Formen so stark die Augen und das Gehirn, dass sie sogar die Gesundheit gefährden. Trotz ihrer einfachen Steuerung sind beide extrem herausfordernd und empfehlen sich damit sogar für Partys.

Das Spielprinzip von Super Hexagon ist äußerst simpel: Mit den Pfeiltasten dreht der Spieler ein kleines schwarzes Dreieck in der Bildschirmmitte im Kreis. Von den Bildschirmrändern wandern Sechsecke mit einer oder mehreren Lücken auf das Dreieck zu. Der Spieler muss nun möglichst lange das kleine Dreieck durch die Lücken manövrieren. Jede auch noch so kleine Kollision mit der Wand eines Sechsecks stoppt das Treiben umgehend.

Super Hexagon: Das kleine Dreieck in der Mitte muss man zu den Lücken in den heranfliegenden Sechsecken drehen.

Augenringe

Mit fortschreitender Spieldauer rasen die Sechsecke in immer kürzeren Abständen und in unterschiedlichen Formationen auf das Dreieck zu. Es wird folglich immer schwieriger, mit dem Dreieck durch die Lücken zu flutschen. Auch optisch versucht Super Hexagon den Spieler zu verwirren: So beginnt sich die gesamte Szene nicht nur zu drehen und pulsieren, sondern wechselt auch immer wieder ihre Farben. Das Resultat wirkt, als würde man in einer Disco in einen rotierenden Strudel schauen.

Super Hexagon: Je länger man spielt, desto bessere Reaktionsfähigkeiten braucht man.

Auch wenn die Standbilder wenig dramatisch wirken, strengt der Blick auf die animierten geometrischen Formen schon nach kurzer Zeit enorm an. Empfindliche Menschen reagieren mit Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall können sogar epileptische Anfälle die Folge sein. Epileptiker oder Menschen, die zu epileptischen Anfällen neigen, sollten noch nicht einmal das Video des Spiels auf seiner Homepage starten [1].

Super Hexagon: Eine Kollision mit einer Wand und schon ist das Spiel beendet.

Klonkrieg

Schöpfer von Super Hexagon ist Terry Cavanagh, der auch schon für das bockschwere Jump-and-Run-Spiel VVVVVV verantwortlich zeichnet. Er vertreibt Super Hexagon für knapp 3 Dollar auf seiner Homepage [1]. Für alle, die nicht so viel Geld ausgeben möchten, hat Vittorio Romeo einen kostenlosen und quelloffenen Klon namens Open Hexagon geschaffen [2]. Im Gegensatz zu Super Hexagon lässt sich Open Hexagon sogar über die Scriptsprache Lua erweitern und verändern. Fertige Modifikationen kommen in Form sogenannter Packs, von denen Open Hexagon bereits mehrere beiliegen. Diese rüsten unter anderem neue Sechsecks-Formationen und Hintergrundmusiken nach.

Open Hexagon wirkt auf den ersten Blick wie ein direkter Klon ...

Um Open Hexagon zu spielen, klickt man auf seiner Homepage [2] am unteren Seitenrand die Lasche mit (linux) an. Das so erhaltene .tar.gz-Archiv entpackt man auf der Festplatte und startet das Skript OpenHexagon im Unterverzeichnis OpenHexagon1.92. Eventuell beschwert sich das Spiel über eine fehlende libc.so.6 in der Art:

./x86/openhexagon.x86: /lib/i386-linux-gnu/libc.so.6: version `GLIBC_2.17' not found (required by ./x86/libstdc++.so.6)

In diesem Fall benennt man im Unterverzeichnis x86 beziehungsweise auf einen 64-Bit-System im Unterverzeichnis x86_64 die Datei libstdc++.so.6 um (indem man etwa ihrem Namen ein backup anhängt).

... kann aber durch Erweiterungen auch die Geschicklichkeit in quadratischen Strukturen testen.

Im Spiel gibt man seinen Namen ein und drückt dann im Hauptmenü die Eingabetaste. Mit den Pfeiltasten rotiert man das Dreieck in der Mitte. Um das Spiel zu beenden, kehrt man per [Esc] zum Hauptmenü zurück und hält dort [Esc] für ein paar Sekunden gedrückt.

Super Hexagon: Hard ist bereits die einfachste Schwierigkeitsstufe.

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