TuxPuck

Luftnummern

Die Spiele zum Wochenende: AirHockey und TuxPuck

13.04.2013 Mit den ersten Sonnenstrahlen wird es Zeit für etwas Sport. Passende Spiele sind jedoch unter Linux rar. Mit etwas Suchen findet man immerhin ein paar kurzweilige Zwitter aus Eishockey und Brettspiel.

Beim sogenannten Air Hockey stehen sich zwei Spieler an einem rechteckigen Tisch gegenüber. Jeder Spieler besitzt einen Schläger, mit dem er einen kleinen Puck in das Tor des Gegners schieben muss. Meist ist der Tisch noch mit Linien versehen, die jeder Spieler mit seinem Schläger nicht überschreiten darf. So ist sichergestellt, dass der Spieler mit den längeren Armen keinen Vorteil erhält. Zudem muss der Schläger immer auf dem Tisch aufliegen.

Die Größe des Spieltisches variiert, in der klassischen Variante hat er die Abmessungen eines Billardtisches. Damit der Puck möglichst flott über den Tisch gleitet, sorgen viele kleine Düsen für ein Luftkissen. Billige Brettspielvarianten müssen ohne solch einen Luxus auskommen.

Die Grafik von AirHockey ist einfach, dunkel und zweckmäßig.

Die Grafik von AirHockey ist einfach, dunkel und zweckmäßig.

AirHockey

Eine Umsetzung als Linux-Spiels hört auf den passenden Namen AirHockey [1]. Es zeigt das Spielfeld in Schrägansicht aus der Perspektive des Spielers. Einzelkämpfer dürfen gegen den Computer in drei verschiedenen Spielstärken antreten. Mehre Spieler nehmen den Kampf über das Netzwerk auf, wobei einer der beiden Spieler ein Spiel starten und der andere diesem beitreten muss. Die Steuerung des Schlägers erfolgt über die Maus.

Um AirHockey in Betrieb zu nehmen, spielt man über den Paketmanager die Entwicklerpakete zu SDL, SDL_Image, SDL_net und freeglut ein. Unter Ubuntu sind das libsdl1.2-dev, libsdl-image1.2-dev, libsdl-net1.2-dev und freeglut3-dev, jeweils inklusive aller Abhängigkeiten. Anschließend lädt man sich unter [1] ein ZIP-Archiv mit dem aktuellen Stand herunter, entpackt es auf der Festplatte und ruft dann in einem Terminal-Fenster im Verzeichnis AirHockey-master den Befehl make auf. Sobald die Übersetzungsorgie beendet ist, startet man das Spiel über das Programm main.

TuxPuck darf man wahlweise gegen Tux ...

TuxPuck darf man wahlweise gegen Tux ...

TuxPuck

Älteren Computerspielern dürfte das Spielkonzept unter dem Namen Shufflepuck bekannt sein: 1989 brachte Broderbund mit seinem Shufflepuck Cafe [2] eine extrem beliebte Air-Hockey-Umsetzung auf den Markt. In einer verrauchten Kneipe tritt der Spieler auf einem Holzbrett gegen futuristische Gegner an. Ein netter Klon des Klassikers hört auf den Namen TuxPuck. Hier sitzen wahlweise Tux oder eine Dame namens Arcana dem Spieler gegenüber, Mehrspielerpartien erlaubt TuxPuck nicht. Anders als beim normalen Air Hockey fehlen hier die Tore: Sobald ein Spieler den Puck verpasst und dieser über das Brettende hinausschlittert, erhält der Gegner einen Punkt. Des Weiteren sind die Schläger nicht rund, sondern eckig. Auch hier erfolgt die Steuerung mit der Maus.

TuxPuck liegt vielen Distributionen bei, unter Ubuntu findet man es beispielsweise schnell über das Software-Center. Die ursprüngliche Homepage von TuxPuck unter [3] ist mittlerweile nicht mehr erreichbar. Wer sich für den Quellcode interessiert, findet ihn unter [4].

... oder diese Dame spielen.

... oder diese Dame spielen.

Fazit

Air Hockey ist nichts anderes als das gute alte Pong: Es gilt, mit einem Schläger einen Ball auf die gegnerische Seite zu dreschen. Beide Linux-Spiele fügen diesem simplen Spielprinzip keine weiteren Elemente hinzu. Bei TuxPuck gefällt besonders die liebevoll gezeichnete Grafik. Verpasst ein Spieler den Puck, zerbricht auf seiner Seite sogar effektvoll eine Scheibe. In Air Hockey kann man die Tore nur schwer erkennen, dafür dürfen hier zwei reale Spieler gegeneinander antreten. Allerdings stürzt die aktuelle Version immer mal wieder ab.

Damit wird man vermutlich auch leben müssen: Weder Air Hockey noch TuxPuck werden derzeit weiterentwickelt. Die letzten Änderungen stammen bei TuxPuck aus dem Jahr 2008, Air Hockey ist etwas über ein Jahr alt. Neben den beiden vorgestellten Spielen findet man im Internet auch noch Airrox [5]. Dessen letzte Version stammt zwar aus dem März 2013, wollte jedoch auf gleich mehreren Testrechnern nicht starten.

Am meisten Spaß macht Air Hockey nach wie vor an einem realen Tisch. Die Programme können aber ab und zu eine Mittagspause kurzweilig überbrücken.

AirHockey

Bezugsquelle: https://github.com/cosmiczilch/AirHockey
Entwickler: Cosmiczilch
Lizenz: GPLv2
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

TuxPuck

Bezugsquelle: http://code.google.com/p/tuxpuck/
Entwickler: Jacob Kroon und Daniel Beck
Lizenz: GPLv2
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution
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