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Die Eroberung Amerikas

Die Eroberung Amerikas

Das Spiel zum Wochenende: FreeCol

12.09.2009 Das rundenbasierte Strategiespiel FreeCol klaut äußerst gekonnt vom Klassiker Colonization aus dem Jahr 1994. In den Fußstapfen von Christoph Columbus gilt es die neue Welt zu entdecken, fleißig Handel zu treiben und sein Land zu verteidigen.

FreeCol versetzt den Spieler in das Jahr 1492. Mit einem kleinen Schiff und nur zwei Mann Besatzung landet man an der Küste Amerikas, das es im Auftrag einer europäischen Nation zu besiedeln und erobern gilt. Gleiches streben jedoch noch drei weitere konkurrierende Kolonialmächte an und auch die Ureinwohner sind den Neuankömmlingen nicht immer friedlich gesonnen. Ziel des Spiels ist es, seine Kolonien vom wirtschaftlichen Würgegriff Europas zu befreien und schließlich die Unabhängigkeit zu erklären.

Fliegende Händler

Das für den Aufbau einer blühenden Kolonie dringend benötigte Geld bringt zunächst noch der Handel mit Europa ein. Dort hoffen auch Auswanderer auf eine Mitfahrgelegenheit, meist muss man sie jedoch mit kleinen monetären Anreizen ködern. Helfende Hände werden in der neuen Welt dringend gebraucht, insbesondere Fachkräfte sind zu Beginn absolute Mangelware.

Das noch unerschlossene Amerika bietet zwar viele Bodenschätze und eine reiche Vegetation, das unwegsame und abwechslungsreiche Gelände erfordert jedoch genau Planung: Eine kleine Siedlung im Gebirge liefert zwar Erze, der Transport gestaltet sich jedoch schwierig. An effektiven Tabakanbau ist dort gar nicht erst zu denken. Also müssen zwangsweise weitere Siedlungen her.

Zu Beginn des Spiels entscheidet man sich für eine von vier europäischen Nationen. Jede hat ihre Stärken und Schwächen. So besitzt man als Holländer besonderes Geschick im Handel, während Spanier lieber Land erobern. Die übrigen Nationen sind damit allerdings nicht aus dem Rennen: Auch sie versuchen die neue Welt zu erobern - entweder unter der Regie des Computers oder über ein Netzwerk von menschlichen Mitspielern gelenkt. Anschließend entscheidet man sich entweder für eine der vorgefertigten Karten, erstellt eine eigene über den mitgelieferten Editor oder wirft kurzerhand den Geländegenerator an.

Auf Seiten der Holländer beginnt New Amsterdam zu blühen, während verschiedene Einheiten das Land in den Bergen erkunden.

Hier zieht's

FreeCol arbeitet wie seine großen Vorbilder Civilization und Colonization rundenbasiert: Wie auf einem überdimensionalen Schachbrett verschiebt man seine Armeen, Pioniere und Arbeiter. Der Bewegungsradius der Einheiten ist jedoch reglementiert: Während Schiffe mehrere Felder weit fahren können, schaffen die fußkranken Pioniere nur eines pro Zug. Hat man alle Entscheidungen getroffen, ist der nächste Spieler an der Reihe. In jeder Runde vergeht genau ein Spieljahr – man sollte seine Aktionen folglich möglichst Weise wählen.

Obwohl FreeCol erst Version 0.8.4 zählt, ist das Spiel bereits erstaunlich komplex. Das gilt auch für die nur teilweise eingängliche Bedienung: Ein Mausklick zentriert die Karte, ein Rechtsklick liefert Informationen über die Einheit und/oder die Bodenbeschaffenheit. Die Pfeiltasten oder der Ziffernblock bewegen die gerade markierte Figur über die Karte, Befehle erteilt man über das Menü oder die Symbole am unteren Rand. Innerhalb der Stadtansicht zieht man Arbeiter und Güter per Drag-and-Drop an ihre jeweilige (Arbeits-)Stelle, ein Rechtsklick enthüllt hin und wieder ein umfangreiches Befehlsmenü.

New Amsterdam hat einen Zimmermann angeworben (rechts oben), auf den Feldern arbeiten ein Holzfäller und ein Bauer. Das im Hafen liegende Schiff bestückt man per Drag and Drop mit den bereits produzierten Waren im unteren Teil.

Bis man den ersten erfolgreichen Handel getätigt und die erste Schlacht geschlagen hat, vergehen mehrere Stunden. Beim Einstieg hilft das nahezu lückenlose und satte 94 Seiten umfassende, englischsprachige Handbuch.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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