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Der Desktop

Die neuen Features von KDE 4.4: Teil 2

31.12.2009
Während unter KDE 3 des Desktop einfach ein Verzeichnis unter vielen darstellte, gibt es bei KDE 4 mit dem Plasma-Desktop eine besondere Schnittstelle zwischen dem Benutzer und KDE. Dieser Artikel stellt einige Neuerungen des KDE-Desktops in Version 4.4 vor.

Mitte Februar veröffentlichen die KDE-Entwickler laut Plan die neue KDE-Version alias KDE Software Compilation 4.4. Dieser Artikel stellt anhand der Beta2-Version 4.3.85 die Neuerungen auf dem Desktop vor.

Vorsicht: Beta-Software!

Dieser Artikel beschreibt die Features einer Vorabversion von KDE 4.4. Wer kaum oder keine Erfahrung bei der manuellen Installation und beim Testen von Vorabversionen hat, sollte bis zum Erscheinen der finalen Version beim stabilen KDE-Zweig 4.3.4 bleiben.

Der Standard-Desktop von KDE besteht aus zwei Komponenten: dem Fenstermanager KWin und dem Plasma-Desktop. Während sich KWin für die Fensterdekoration und die Composite-Effekte verantwortlich zeigt, kümmert sich Plasma um den Desktop, die Miniprogramme, die virtuellen Arbeitsflächen und die Aktivitäten. In der Grundeinstellung startet KDE 4.4 mit dem Plasma-Desktop. Alternativ lässt sich auch die Netbook-Version von KDE 4.4 ausprobieren. Dazu starten Sie plasma-netbook anstelle von plasma-desktop.

Neuer KRunner

Die meisten Programme lassen sich am schnellsten über [Alt]+[F2] und den Programmnamen starten. Beim Druck dieser Tastenkombination wird KRunner, die KDE-Schnellstartleiste aktiv. Für Version 4.4 haben die Entwickler den KDE-Schnellstarter an den oberen Rand des Bildschirms verschoben, beim Druck von [Alt]+[F2] fährt er wie der Terminalemulator Yakuake aus und klappt sich anschließend wieder ein.

Per Klick auf das Schraubenschlüssel-Symbol am linken Rand lässt sich diese Einstellung wieder zurücksetzen. Soll der KDE-Schnellstarter weiterhin in der Mitte des Bildschirms auf Befehle warten, dann markieren Sie auf dem Reiter Benutzerschnittstelle die Option Free floating window. An der gleichen Stelle aktivieren Sie auch den mit KDE 4.1 eingeführten aufgabenorientierten Ansichtsmodus, der die Liste der verfügbaren Programme nicht nach unten ausklappt, sondern nebeneinander als Symbol anzeigt und über eine Ausklappliste. Ein Klick auf Vorschau hilft bei der Auswahl des gewünschten Ansichts- und Funktionsmodus.

Ebenfalls über das Setup-Menü richten Sie die einzelnen Module des Schnellstarters ein. So verhindern Sie zum Beispiel, dass der KRunner kürzlich benutzte Dokumente anzeigt oder schalten die Suchfunktion aus. KRunner unterstützt inzwischen derart viele Funktionen, dass sich ein Blick auf die Liste lohnt, so starten Sie über [Alt]+[F2] und die Eingabe von Wiedergabe zum Beispiel den Medienplayer Amarok.

Miniprogramme verwalten

Eine der Besonderheiten des KDE-4-Desktops besteht in den Miniprogrammen (auch Widgets oder Plasmoids genannt). Miniprogramme lassen sich auf dem Desktop oder einer Kontrollleiste platzieren, über gesonderte Aktivitäten lässt sich auch ein Dashboard im Stil von Mac OS X realisieren.

Ebenfalls bei Mac OS X haben sich die KDE-Entwickler das neue Tool zum Hinzufügen oder Entfernen von Miniprogrammen. Klicken Sie per rechte Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen Miniprogramme hinzufügen, dann erscheint bei KDE 4.4 kein Dialog mehr in der Mitte des KDE-Fensters sondern eine Leiste mit Miniprogrammen am unteren Fensterrand.

In der Grundeinstellung ist der Reiter All Widgets aktiv. Um sich die kleinen Helfer anzuzeigen, welche gerade aktiv sind, reicht ein Klick auf Running. Aktive Miniprogramme sind zudem mit einem blauen Haken gekennzeichnet. Hinter diesen zwei Punkten befindet sich eine Liste der verschiedenen Kategorien. Am schnellsten findet man ein Miniprogramm über das Suchfeld, falls der Name bekannt ist.

Zwischen dem Suchfeld und dem Eintrag All Widgets befindet sich ein ziemlich schlecht sichtbarer Button für das Hinzufügen weiterer Plasmoiden aus dem Internet oder einer lokalen Datei.

Neben diesen optischen Änderungen sind in der neuen KDE-4-Version sämtliche Applets netzwerkfähig. So kann man zum Beispiel die CPU-Anzeige von Rechner A auf die Plasma-Oberfläche von Rechner B exportieren oder in naher Zukunft auf portable Geräte wie das N800 von Nokia oder andere Smartphones.

Fensterverhalten

Für KDE 4.4 haben die Designer die Fensterdekoration des Oxygen-Themes leicht überarbeitet. Sie wirkt etwas leichter, also bei den vorangegangenen KDE-Versionen, zudem sind die Knöpfe nicht versenkt, sondern heben sich leicht vom Rahmen ab. Der Fenstertitel wird in der Grundeinstellung in der Mitte der Titelleiste angezeigt.

Für mehr Abwechslung und Spaß mit den Fensterrahmen sorgt hingegen die Fensterdeko-Engine "Aurorae". Sie stammt ursprünglich aus der KDE-Community und wird mit KDE 4.4 offiziell in das Projekt Einzug halten. Sie schalten die Engine in den Systemeinstellungen unter Erscheinungsbild | Fenster ein, indem Sie aus der Ausklappliste auf dem Reiter Fensterdekoration den Eintrag Aurorae-Design-Treiber auswählen. Über Neue Designs herunterladen holt sich die Fensterdeko weitere Themes von http://kde-look.org.

Neben diesen rein optischen Neuerungen haben die Entwickler KDE 4.4 auch ein neues Feature verpasst: Fenster lassen sich nun beliebig gruppieren, wodurch ein Feeling wie bei Tabbed Browsing entsteht. Wer somit oft den Dateimanager zusammen mit einem Editor benutzt, fügt Dolphin einfach per Rechtsklick auf die Titelleiste und den Eintrag Move window to group einem anderen Fenster hinzu. Diese Neuerung funktioniert allerdings nur mit dem Standard-Theme Oxygen, nicht mit Aurorae.

Viele Details

Neben diesen größeren Änderungen haben die KDE-Entwickler zahlreiche Details auf dem Desktop verbessert. So erscheint zum Beispiel das On-Screen-Menü für die Lautstärkeregelung in einem neuen Look & Feel auch das Plasma-Menü in der oberen rechten Bildschirmecke wirkt großzügiger und aufgeräumter.

An vielen Stellen bietet KDE 4.4 eine verbesserte Bedienung, da einzelne Symbole überarbeitet und auf die Usability hin überprüft wurden. Der Desktop wirkt rundum einheitlicher und besser durchdacht, sodass das Arbeiten bereits mit der Beta-Version Freude bereitet.

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Kommentare
wann kommt denn....
Florian Hilgenberg (unangemeldet), Samstag, 30. Januar 2010 00:19:02
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Wann kommt denn der nächste Teil?
"Unter der Haube"


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KDE, der beste Desktop
Blaser (unangemeldet), Donnerstag, 31. Dezember 2009 21:46:42
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KDE schlägt sie alle. Was die Benutzeroberfläche angeht, so betrachte ich KDE als den modernsten Desktop. Da können Windows und Mac mit ihren Standartgui's einpacken.
Schade dass er für leistungsschwächere Computer zu viel Sprit verbraucht. Würde ihn nämlich auch auf meinem Netbook begrüssen - besonders stabilitätshalber.


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Re: KDE, der beste Desktop
Wolf (unangemeldet), Samstag, 09. Januar 2010 11:59:33
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Hi,

kann dir nur zustimmen im Falle des besten Desktops. Ich habe ein ecafe ec-900 2gb Ram und die KDE4.3.4 läuft problemlos und flüssig.

Grüße

Wolf



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Re: KDE, der beste Desktop
KDE auf dem Netbook (unangemeldet), Montag, 11. Januar 2010 10:02:47
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Wieso sollte KDE denn für Netbooks zu viel "Sprit" verbrauchen? Ich benutze KDE seit Kubuntu 8.10 in der KDE-Version 4.1 auf meinem Dell-Netbook mit Atom-Prozessor. Kein anderes OS läuft besser und die KDE SC 4.4 RC1, die ich jetzt drauf habe, läuft so flüssig, wie bisher nichts anderes! Gibt also keinen Grund, es nicht auf Netbooks zu benutzen.

Von der Netbook-Version hingegen halte ich nicht so viel. Man kann KDE selbst schon gut genug anpassen, sodass es im normalen Layout gut auf dem kleinen Bildschirm läuft!


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Und wie steht's mit der Aktivitätssteuerung?
ckpinguin (unangemeldet), Donnerstag, 31. Dezember 2009 14:22:35
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Kann nun ein "Normalbenutzer" mit 2 Bildschirmen auch die Aktivitäten auf die virtuellen Desktops abbilden (also unabhängige Plasma-Desktops für jeden virt. Desktop) ohne dabei den Verstand zu verlieren? Natürlich macht dies nur Sinn, wenn genügend Rechenpower vorhanden ist, aber zurzeit enden diese Versuche immer im Konfigurationschaos, einige Aktivitäten lassen sich nicht mehr entfernen, das ganze laggt enorm (trotz freier CPU-Ressourcen) und es ist alles andere als intuitiv. Zum Glück ist diese Fünktion noch in der Cashew versteckt, aber irgendwann muss es doch auf einfache Weise möglich sein, dass ein virtueller Desktop per Knopfdruck einen eigenen Plasma-Desktop zugewiesen bekommt (und es per Knopfdruck auch wieder rückgängig zu machen)?
Wie gesagt, das funktioniert heute schon, ist aber eben alles andere als Produktionsreif...


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Re: Und wie steht's mit der Aktivitätssteuerung?
TeaAge (unangemeldet), Donnerstag, 31. Dezember 2009 15:04:11
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Die Funktion ist jetzt nicht mehr hinter der Cashew versteckt, sondern findet sich jetzt in den Systemsettings unter "Arbeitsfläche"->"virtuelle Arbeitsfläche" und funktioniert hier soweit ganz gut. Allerdings nur auf einem Monitor.

Gruß


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Re: Und wie steht's mit der Aktivitätssteuerung?
flows (unangemeldet), Mittwoch, 06. Januar 2010 21:36:30
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Das mit der Aktivitätsverwaltung übers Hinauszoomen ist trotzdem denkbar schlecht geregelt - lahm, teilweise reagierts gar nicht mehr (zumindest bei mir) und irgendwie.. unintuitiv. Was der genaue Unterschied zwischen Aktivitäten und Virtuellen Arbeitsflächen ist, ist aus Benutzersicht nicht unbedingt klar, auch wenn das für die Entwickler wahrscheinlich Sinn macht.

Sonst - keep going. KDE ist the most sexiest piece of software da draußen und das soll noch lange so bleiben!


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Re: Und wie steht's mit der Aktivitätssteuerung?
furanku (unangemeldet), Mittwoch, 17. Februar 2010 01:03:08
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Das Zooming User Interface für die Activities fliegt auch mit 4.5 raus, das hat seit 4.0 niemand so recht gemocht, aber es war eben eine Idee vom Plasma-Chef Aaron Seigo. Auch wenn in vielen Blogs von Entwicklern noch der Unterschied zwischen Activities und virtuellen Desktops betont wird (aus Programmierer-Sicht ist der auch groß) werden auch diese vermutlich in Zukunft zumindest enger miteinander verknüpft werden, denn auch dieser Unterschied ist normalen Nutzern schwer begreiflich zu machen und hat ja auch einen ziemlichen Überlapp in der alltäglichen Anwendung. Plasma ist nett, aber man muß ja nicht auf Teufel komm raus jedes Konzept "in der reinen Lehre" durchpeitschen ;)


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