Desktopsuche à la KDE

Starten Sie unter KDE 4.4 den Dateimanager Dolphin bemerken Sie im rechten oberen Teil die neue Suchezeile (falls nicht sichtbar, einfach über das Menü Einstellungen | Angezeigte Werkzeugleistenaktivieren). Diese erweiterte Eingabezeile assistiert ihnen dabei, Ihre Suchaufgabe zu definieren. Tippen Sie hier einen Begriff ein, werden zum Beispiel Optionen angeboten, nach einem Tag zu suchen. Die Vervollständigung vergleicht dabei die Eingabe bereits während des Tippens mit vorhandenen Schlagworten. So können Sie die ersten Buchstaben tippen, zum Beispiel Wallpaper um Bilder die sie vorher als "Wallpaper" markiert haben zu finden.

Geben Sie einen Begriff ein, und bestätigen Sie diesen mit der Eingabetaste, sucht Dolphin nach Dateien in denen dieser Begriff vorkommt. Wenn sie die Volltextsuche in den Systemeinstellungen aktiviert haben, können sie hiermit also auch innerhalb von Dateien suchen. Ihre Suche verfeinern Sie weiter, indem Sie auf den "+" Knopf klicken, womit ihnen weitere Suchkriterien geboten werden. Setzen Sie Typ auf Text, werden nicht nur plain/text-Dateien gefunden, sondern zum Beispiel auch OpenDocument- und PDF-Dokumente.

Benötigen Sie eine bestimmte Suchaufgabe mehrmals, dann klicken Sie auf Speichern, um diese Suchaufgabe in das Orte-Menü aufzunehmen. Dieser Mechanismus ermöglicht es, Dokumente auch einfach aus anderen Programmen zu öffnen. Sie finden die als Ort gespeicherten Suchen in der Seitenleiste des Datei Öffnen-Dialogs. Dabei werden selbstverständlich nicht die Ergebnisse selber gespeichert, sondern die Suchaufgabe. Dies ermöglicht es die Suche auf dem neusten Stand auszuführen.

Hierzu nutzt KDE ein virtuelles KIO-Dateisystem, das die Suche unabhängig vom Programm abwickelt. Die Suchanfrage speichert KDE in den Orten als nepomuksearch:/-URL, die auf eine SPARQL Query verweist. Die Suchaufgabe wird dabei während der Wiedergabe durch einen internen Benachrichtigungsmechanismus aktualisiert. Tippen Sie einfach mal in die Adresszeile in Dolphin nepomuksearch://linux und schauen Sie was passiert.

Abbildung 2: Desktopsuche im Dateimanager.

Die Integration der Desktopsuche auf Dateimanagement-Ebene erweist sich dabei als besonders flexibel, wenn Sie bestimmte Dokumente in einem größeren Verzeichnisbaum suchen wollen. Während Sie mit Dolphin durch ihre Daten surfen, können sie von dort aus auch direkt eine Suche starten.

In der Suchen-Ausklappbox können Sie die Suche auf ihre Position im Verzeichnisbaum beschränken. Weitere Suchkriterien, wie zum Beispiel der Dateityp lassen sich bequem mit dem "+"-Knopf hinzufügen. Auch das Datum der letzten Änderung kann man hier genauer angeben, um so zum Beispiel länger nicht bearbeitete Dateien aus den Resultaten auszuschließen. Selbstverständlich können sie hier auch die Suche auf eine minimale Bewertung einschränken. Eine schicke Dreingabe bei der Wiedergabe ist übrigens Dolphins Gruppierungsoption, die Sie im Ansicht-Menü finden.

In Dolphins Seitenleiste, die sie mit [F11] anzeigen, finden Sie einige zur Datei gespeicherte Metadaten. Hier können sie auch bequem einer oder mehreren Dateien gleichzeitig ein Schlagwort oder einen Kommentar geben. Um die Bewertung zu ändern, klicken Sie auf die Reihe mit den fünf Sternen. Dabei können Sie auch halbe Sterne vergeben, die Bewertung wird intern als Wert zwischen eins und zehn gespeichert.

Abbildung 3: Anzeige und Bearbeiten von Metadaten.

Der schnelle Zugriff auf die Suchergebnisse erweist sich auch im Datei Öffnen-Dialog als sehr praktisch. In der Seitenleiste finden sie hier die Orte, und damit auch die gespeicherten Suchanfragen zurück. Anstatt sich zeitraubend durch Verzeichnisbäume zu hangeln um bestimmte Dateien zu finden, können Sie hier voreingestellte Suchanfragen benutzen, und so zusammengehörende Dateien komfortabel gleichzeitig öffnen, auch wenn sie in verschiedenen Verzeichnissen gespeichert sind. Dies könnte sich leicht zu einem Feature entwickeln, dass sie nicht mehr missen möchten.

Abbildung 4: Desktopsuche aus dem Datei Öffnen-Dialog heraus.

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Kommentare
Netter Versuch aber das reicht nicht!
Martin Lüchem, Donnerstag, 05. August 2010 13:27:52
Ein/Ausklappen

Schön, dass hier mal etwas erklärt wird über die Desktop-Suche. Allerdings ist mir das zu ungenau!

- Warum heißt das "Desktop-Suche"? Schränkt sich das auf den Desktop ein, den es seit KDE 4 / Plasma als solches ja gar nicht mehr gibt?

- Was tun die verschiedenen beteiligten Module? Das muss man schon allein deshalb wissen, weil die Sache z.B. unter Debian Testing, KDE 4.4.5 nicht funktioniert und - was noch schlimmer ist - zu erheblichen Performance-Problemen führt. Bei mir "ideln" Nepomuk und Strigi vor sich hin, der Lüfter bläst unablässig, KMail ist langsam und instabil und ich kann keinerlei Fortschritt erkennen.

- Wie schaltet man die Module an oder ab? Es ist nur erwähnt aber weder gibt es in den Menüs die entsprechend benannten Module unter diesem Namen noch ist genaueres erklärt.

- Teilweise ist das auch fehlerhaft, was hier beschrieben wird. Ich finde z.B. keine Option "Volltextsuche". Wo ist die?

Schade! Martin


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