Ab morgen (10. März 2011) steht OpenSuse 11.4 zum Download bereit [1]. Wir konnten uns die neue Version bereits ausgiebig anschauen und zeigen, was gefällt und wo es (noch) hakt. So viel vorweg: Überraschungen gibt es keine, technisch hat sich aber an einigen Stellen etwas getan.
OpenSuse 11.4 setzt auf den Kernel 2.6.37 und KDE 4.6 als Standarddesktop. Gnome (2.32), XFCE (4.8) und LXDE (0.5) sind als alternative Desktops ebenfalls auf der DVD. Bei den Installationsmedien ist alles beim Alten geblieben: Es gibt die Installations-DVD für 32- oder 64-Bit-Systeme, Live-CDs für KDE und Gnome sowie die Netzwerk-Installations-CD. Mit dem Release von OpenSuse 11.4 soll auch der Build-Service [2] auf die aktuelle OpenSuse-Version vorbereitet sein. Man kann sich also vom ersten Tag an bereits eine eigene Distribution bauen, zum Beispiel mit Enlightenment oder komplett ohne GUI.
Achtung: Updates!
Wie bereits die Vorgängerversionen lässt sich auch OpenSuse 11.3 per zypper dup auf den aktuellen Stand von OpenSuse 11.4 bringen. Beachten Sie dabei, unbedingt zunächst das Paket rpm aufzufrischen. Die Reihenfolge lautet somit:
- Repositories anpassen (neue Packman-Repos beachten)
- sudo zypper refresh
- sudo zypper install rpm
- sudo zypper dup
Gut gemacht!
OpenSuse 11.4 ist die erste Mainstream-Distribution mit LibreOffice an Bord. Im Unterschied zu einigen anderen Komponenten hat es hier die brandneue Version 3.3.1 bereits in die Repos geschafft. Auch bei Mozilla Firefox setzt OpenSuse 11.4 gleich auf Version 4 (aktuell Beta 12), die aber stabil arbeitet.
Obwohl es die OpenSuse-Entwickler auch mit dieser Version nicht geschafft haben, einen schnellen und annähernd ohne Flackern auskommenden Bootvorgang hinzubekommen, darf man auf der Grafikseite neben einem bereits bekannten Bug mit den proprietären Nvidia-Treibern unter 32-Bit-Systemen [3] mit einigen positiven Überraschungen rechnen. So kommen die meisten Notebook-Besitzer mit integrierter ATI/AMD-Grafik problemlos mit den freien ATI-Treibern klar. Auch der Intel-Treiber verrichtet seine Arbeit auf den meisten Systemen besser. Dank des Kernels 2.6.37 reagiert das System zudem auch bei 1 GByte RAM für einen KDE-Desktop erfrischend flott.
Auch ein erster Blick auf die Gnome-Shell überraschte positiv, eine entsprechende Live-CD ist für das Release von Gnome 3.0 bereits geplant.
Unter der Haube hat auch das Paketmanagementtool Zypper einige Verbesserungen erfahren. So lädt es nun die RPM-Dateien über das Backend MultiCurl herunter und unterstützt dabei auch Verbindungen über Zsync und Metalink. Dadurch benötigt es in den meisten Fällen weniger Dateien zum Download, was bei Updates und großen Paketinstallationen positiv auffällt. Zudem lädt Zypper nun wie die meisten anderen Paketmanager zunächst sämtliche Dateien herunter, bevor das Tool mit der eigentlichen Installation beginnt. Die Pakete speichert es so lange unter /var/cache/zypp/packages/ temporär.
Dank der Vorabversion von Firefox 4 bringt OpenSuse einen recht schnellen Standardbrowser mit. Die neue Firefox-Version unterstützt zudem auch das per GPU beschleunigte Videoplayback und spielt von Haus aus WebM-Filme und -Audiodateien ab.
Achtung: Packman-Nutzer!
Das Packman-Repo besteht neu aus vier Teilen. Es gibt ein Core-Repo (Essentials), das im Wesentlichen sämtliche Multimedia-Pakete enthält, die man für ein funktionierendes System benötigt. Weitere Multimedia-Programme finden sich im Repo Multimedia, die Systemtools unter Extras und die Spiele unter Games. Um das Essentials-Repository hinzuzufügen, gibt man somit folgenden Befehl auf der Kommandozeile ein:
sudo zypper ar http://ftp.gwdg.de/pub/linux/misc/packman/suse/openSUSE_11.4/Essentials/ Packman-Essenz
Für die meisten Nutzer dürfte das Essential-Repo ausreichend sein. Bei einer frischen Installation (KDE) lädt es rund 25 MByte an Software nach.




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