Me and My Shadow

Schattenspiele

Das Spiel zum Wochenende (und Ostern): Me and My Shadow

07.04.2012 Normalerweise liegt der eigene Schatten immer nur faul in der Sonne herum. In einem kostenlosen Knobel- und Hüpfspiel muss er sich jedoch endlich einmal nützlich machen und seinem Träger den Weg zum rettenden Ausgang ebnen.

Im Kern ist Me and My Shadow ein herkömmliches Jump-and-Run-Spiel, in dem der Spieler ein kleines weißes Männchen zu einem schwarzen Tor dirigiert. Um das Ziel zu erreichen, muss es unter anderem weite Abgründe überspringen, Felsvorsprünge erklimmen, Schalterrätsel lösen und mit Stacheln gespickten Felsblöcken ausweichen.

Um den Schatten über die Dornenblöcke zu bugsieren, muss man ihm die entsprechenden Sprünge vormachen. Das gepunktete Band zeigt dabei die gemachten Bewegungen an.

Um den Schatten über die Dornenblöcke zu bugsieren, muss man ihm die entsprechenden Sprünge vormachen. Das gepunktete Band zeigt dabei die gemachten Bewegungen an.

Die Dunkle Seite der Macht

Als Helfer steht dem namenlosen Helden sein eigener Schatten zur Seite. Der ist allerdings nur mäßig intelligent. So muss ihm sein Besitzer zunächst immer erst alle Bewegungen penibel vormachen. Um den Schatten beispielsweise drei Felder nach rechts zu dirigieren, drückt man zunächst die Leertaste, läuft dann selbst drei Felder nach rechts, drückt wieder die Leertaste, woraufhin schließlich der Schatten losläuft. Das funktioniert selbst dann, wenn der Schatten und das weiße Männchen an weit voneinander entfernten Positionen in einem Level stehen. Der Schatten spielt an seinem Standort einfach immer genau die Bewegungen ab, die man vorher mit dem weißen Männchen „aufgezeichnet“ hat.

Über die dunklen Blöcke kann nur der Schatten laufen. Über das Symbol mit den zwei Pfeilen wechselt man die Positionen der beiden Männchen.

Über die dunklen Blöcke kann nur der Schatten laufen. Über das Symbol mit den zwei Pfeilen wechselt man die Positionen der beiden Männchen.

Der Schatten ist dabei extrem folgsam und wiederholt exakt alles, was man ihm vorgemacht hat. Bleibt man etwa nach zwei Schritten kurz stehen, stoppt auch später der Schatten nach seinem zweiten Schritt. Das ist beispielsweise dann fatal, wenn man den Schatten auf einen hin und her fliegen Stein bugsieren möchte. Sollte einer der beiden Protagonisten in die Tiefe fallen, in eine Sackgasse geraten oder von einem stacheligen Block aufgespießt werden, muss man den Level wiederholen. Das darf man immerhin beliebig oft.

Über eine Räuberleiter überwindet man auch höhere Hindernisse.

Über eine Räuberleiter überwindet man auch höhere Hindernisse.

Schnelle Hilfe

In den meisten Leveln müssen Schatten und Held zwingend zusammenarbeiten. So gibt es Steinblöcke, die der Schatten, aber nicht der Held durchlaufen kann – und umgekehrt. Ein anderes Mal muss der Schatten einen Schalter umlegen, damit am anderen Ende des Levels ein Durchgang für seinen Besitzer entsteht. Schlussendlich können die beiden auch eine Räuberleiter bilden, um einen erhöhten Punkt zu erreichen. Wer im Zusammenspiel besonders schnell den Ausgang erreicht, erhält je nach Geschwindigkeit eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille verliehen.

Nachdem man den rettenden Ausgang erreicht hat, rechnet das Spiel ab, zeigt eine Wiederholung der eigenen Schritte und verleiht bei besonders schneller Lösung eine Medaille.

Nachdem man den rettenden Ausgang erreicht hat, rechnet das Spiel ab, zeigt eine Wiederholung der eigenen Schritte und verleiht bei besonders schneller Lösung eine Medaille.

Sofern die über 40 mitgelieferten Level nicht ausreichen, bastelt man sich mit den eingebauten und sehr einfach zu bedienenden Editor kurzerhand neue. Die darf man sogar an andere Spieler weitergeben, beispielsweise im Me-and-My-Shadow-Forum [3]. Abschließend kann man das Spiel auch noch über Addons erweitern und so etwa den Landschaften eine andere Optik verleihen.

Im Editor darf man sich aus den Blöcken eigene Level zusammenklicken.

Im Editor darf man sich aus den Blöcken eigene Level zusammenklicken.

Licht an!

Um gemeinsam mit dem Schatten über die schwarz-weißen Blöcke zu springen, wechselt man auf die Homepage des Projekts [1], lädt sich dort das Linux (bin)-Archiv herunter und entpackt es auf seiner Festplatte. Es enthält das Spiel sowohl in einer Variante für 32- als auch 64-Bit-Systeme. Damit Me and My Shadow startet, muss man allerdings zunächst über den Paketmanager die SDL-Bibliotheken einspielen. Dazu gehört insbesondere libsdl_gfx (bei Ubuntu 11.10 im Paket libsdl-gfx1.2-4). Darüber hinaus benötigt Me and My Shadow noch die CURL-Bibliothek libcurl.so.4 (Ubuntu-Nutzer finden sie im Paket „curl“). Sind alle Voraussetzungen erfüllt, ruft man im Verzeichnis des Spiels das Skript run_game.sh auf.

Der Schatten soll die Treppe hinaufklettern. Dazu macht man ihm die Bewegung vor. Übrigens muss nur einer der beiden das Ziel erreichen.

Der Schatten soll die Treppe hinaufklettern. Dazu macht man ihm die Bewegung vor. Übrigens muss nur einer der beiden das Ziel erreichen.

Im Hauptmenü klickt man auf Play, was direkt zur Levelauswahl führt. Am oberen Rand kann man mit den Pfeilen nach links und rechts durch die installierten Levelpakete wechseln. Anfänger sollten zunächst beim tutorial und somit der Einführung bleiben. Darunter markiert man dann den Level, den man spielen möchte. Die leicht abgedunkelten muss man erst noch freispielen. Mit einem Klick auf Play startet schließlich das Spiel. Den weißen Kerl steuert man über die Pfeiltasten. Mit einem Druck auf die Leertaste beobachtet der Schatten alle Bewegungen, noch einmal ein Tipp auf Leertaste und er führt sie aus. Schalter und andere Aktionen löst man mit der Pfeiltaste nach unten aus, den Level startet [r] jederzeit neu.

Dank der Räuberleiter kann man nicht nur höher klettern, sondern auch weiter springen.

Dank der Räuberleiter kann man nicht nur höher klettern, sondern auch weiter springen.

Fazit

Me and My Shadow fordert nicht nur Geschicklichkeit, sondern auch Köpfchen. Das Spielprinzip erinnert ein wenig an den Bestseller Braid [2]. Die stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Grafik ist schlicht und zweckmäßig. So gar nicht gewöhnen mag man sich an die etwas fummelige Steuerung. Beispielsweise rennt der weiße Held auf Tastendruck recht schnell los und auch bei den Sprüngen reagiert er ein bisschen zu nervös.

Nichtsdestotrotz fesselt das Spiel an den Bildschirm und erzeugt schnell diesen „das muss doch zu schaffen sein“-Effekt. Obwohl es lediglich 18 verschiedene Blocktypen gibt, sind die Level erstaunlich abwechslungsreich gestaltet. Da der Schwierigkeitsgrad langsam ansteigt, kommt zudem nur selten Frust auf. Die Medaillen motivieren, bereits gespielte Level noch einmal in Angriff zu nehmen. Me and My Shadow ist somit die ideale Ablenkung für verregnete April-Tage.

Me and My Shadow

Bezugsquelle: http://meandmyshadow.sourceforge.net
Entwickler: Luka Horvat und andere
Lizenz: GNU GPL
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://meandmyshadow.sourceforge.net

[2] Braid:
http://braid-game.com

[3] Me and My Shadow Forum:
http://forum.freegamedev.net/viewforum.php?f=48

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