Du musst das Spiel gewinnen

Das Spiel zum Wochenende: You Have to Win the Game

Das Spiel zum Wochenende: You Have to Win the Game

01.03.2014
Wenn schon Retro-Grafik, dann gleich richtig – genau das scheint sich J. Kyle Pittman gedacht zu haben. Sein kostenloses kleines Jump-and-Run-Spiel simuliert sogar einen alten Röhrenmonitor.

In You Have to Win the Game lässt der Spieler einen namenlosen Jungen über Plattformen durch eine riesige Höhle springen. Letztgenannte gilt es nicht nur vollständig zu erkunden, der Held muss auch die überall versteckten Goldsäcke einsammeln – nur so lässt sich das Spiel gewinnen.

Die ersten beiden Räume erklären das Spielprinzip: Wer wie hier in den Zacken stirbt, den setzt das Spiel zur letzten geläuteten Glocke zurück.

Glocken, Augenfolter und harte Schnitte

Diese Aufgabe erschweren zahlreiche tödliche Speere, Wassergruben, Schlangen, Fledermäuse und anderes illusteres Getier. Als kleine Hilfe sind in der Höhle Glöckchen verteilt. Läutet sie der Held, speichert das Spiel den aktuellen Spielfortschritt. Bei einer Berührung mit einem Hindernis oder einem Gegner setzt das Spiel den Jungen an das letzte geläutete Glöckchen zurück. Meist, aber leider nicht immer, sind diese Glöckchen vor einer schwierigeren Passage angebracht, so dass man sich an dieser immer wieder probieren kann. Weitere Hilfen gibt es jedoch nicht, insbesondere kann der Junge nicht schießen – im Gegenzug aber auch nicht sterben. Selbst ein Fall aus mehreren Metern Höhe macht dem kleinen Kerl nichts aus.

In diesem Raum wirft der hohle König nicht nur beständig mit Steinen,

You Have to Win the Game orientiert sich sichtlich an den klassischen Jump-and-Run-Spielen der 1980er Jahre. Dafür sorgt neben der Pixel-Optik auch die extrem reduzierte Farbpalette, die an alte CGA-Grafikkarten erinnern soll. Darüber hinaus simuliert das Spiel einen Röhrenmonitor mit seinem typisch verwaschenen Bild, in dem sich zusätzlich noch dezent eine Lampe spiegelt. Aber auch spielerisch fühlt man sich in das letzte Jahrhundert versetzt: Läuft der Held über den Bildschirmrand hinaus, schaltet das Spiel hart auf den nächsten Raum um. Gleichzeitig ist genau das Teil des Spielprinzips: Nur wer sich merkt, welcher Raum an welchen anderen grenzt, kann gezielt alle Goldverstecke ansteuern.

… die beiden Plattformen links lösen sich beim Betreten auch noch auf.

Zahlen, bitte!

Wem You Have to Win the Game zu einfach erscheint, kann in den sogenannten Yolo-Modus wechseln. In ihm fehlen die Speicherpunkte, bei der Berührung mit einem Gegner oder Hindernis, ist das Spiel sofort beendet. In jedem Fall protokolliert die rechte untere Bildschirmecke den bereits erzielten Fortschritt. Solange dort keine 100 Prozent erscheinen, liegt irgendwo noch ein Goldsack herum.

Um an den Sack oben im Bild zu gelangen, muss man erst durch andere Räume rennen – fragt sich nur durch welche.

J. Kyle Pittman bietet You Have to Win the Game kostenlos auf seiner Homepage an [1]. Das Spiel liegt allerdings nur als fertiges 64-Bit-Programm vor, der Entwickler empfiehlt Ubuntu 12.04 LTS oder „eine vergleichbare“ Distribution. Wer das Spiel ausprobieren möchte, lädt sich das .tar.gz-Archiv herunter, entpackt es auf der Festplatte und startet dann TheGame_NFML. Im Hauptmenü entscheidet man sich für New Game, im Spiel steuert man den Helden mit den Pfeiltasten.

Auf diesen überdimensionalen Leitern kann man mit den Pfeiltasten nach oben und nach unten springen.

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