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Balla-Balla

Das Spiel zum Wochenende: Yoda Soccer

19.06.2010
Sensible World of Soccer begeisterte 1995 mit seinem schnellen Spiel und der für damalige Verhältnisse gigantischen Übersicht zahlreiche Fußballfans. Den Klassiker möchte Yoda Soccer nicht nur reanimieren, sondern auch gleich noch verbessern.

Einfach, schnell und wuselig – so könnte man das Fußballspiel im Retro-Charme beschreiben. Nach dem Spielstart wählt man die beteiligten Mannschaften, legt die Aufstellung fest und wartet bis 22 kleine, pixelige Spielfiguren den Platz bevölkern. Das Geschehen sieht man aus einer leicht schrägen Vogelperspektive, für Abwechslung sorgen unterschiedliche Wetterbedingungen.

Abbildung 1: Yoda Soccer kennt selbstverständlich auch Eckbälle. Der Schiedsrichter läuft allerdings noch nicht als Figur auf dem Platz mit.

Auf einen Klick

Mit den Pfeiltasten steuert man immer den Spieler, der am nächsten zum Ball steht. Hinzu kommt noch eine Taste, die einen Schuss auslöst, sowie eine weitere, über die man einen Ersatzspieler einwechselt. Diese genial einfache Steuerung kommt nicht nur Einsteigern und Nicht-Fußballern entgegen, sie sorgt auch für einen rasanten und actionreichen Spielablauf. Dennoch sind mit ihr auch komplexere Manöver, wie etwa gezielte Pässe möglich.

Abbildung 2: Per Tastendruck schaltet man auf die Trainerbank, wo man die Spieler auswechseln darf. Wie viele Auswechselungen möglich sind, stellt man vor Spielbeginn ein.

In Yoda Soccer kann man zwar auch alleine gegen den Computer antreten, eindeutig mehr Spaß macht eine Partie zu zweit – insbesondere, da beide vor dem selben Bildschirm hocken. Der Kontrahent steuert dabei seine Fußballer über die Tasten auf der linken Seite der Tastatur. Alternativ darf man auch zu einem Joystick greifen.

Blockbauweise

Die Grafik lehnt sich stark an das Vorbild Sensible World of Soccer an und imitiert somit die damals übliche, stark pixelige Optik. Das Original kannte unzählige nationale und internationale Spieler und Vereine. In der aktuellen Version 0.76 von Yoda Soccer wurden diese jedoch noch nicht eingepflegt. Mit dem eigens eingebauten Editor muss der Spieler diese Sisyphusarbeit selbst erledigen – oder mit den Fußballern A, B und C leben. Steht noch die PC-Fassung von Sensible World of Soccer 96/97 im Schrank, kann man mit einem kleinen Werkzeug dessen Daten übernehmen. Wer mag, darf neben den Spieler- und Vereinsnamen auch die Trikots und das Aussehen der Spieler modifizieren, sowie seine ganz persönliche Liga erstellen.

Abbildung 3: Spiele finden auch im Winter oder bei Regen statt. Die herrschenden Wetterbindungen wählt Yoda Soccer zufällig aus.

Die Entwickler wollen nicht nur einen einfachen Klon von Sensible World of Soccer erschaffen, sondern das Fußballspiel in einigen Bereichen behutsam verbessern. So sieht die Grafik etwas schicker aus und es gibt zusätzliche Wetterlagen. Zukünftig sollen auch ausgefeilte Spielzüge möglich sein, wie etwa Bananenflanken. Den aktuellen Entwicklerstatus findet man im Bereich Info der Yoda Soccer Homepage [1].

Abbildung 4: Die mit zahlen markierten Figuren steuern gerade die Spieler.

Anpfiff

Dort steht auch ein fertig geschnürtes Archiv für Linux bereit. Man muss es lediglich entpacken und dann yoda_soccer starten. Der erste Weg sollte jetzt in die Game Options führen, wo man die Language auf Deutsch stellt (einfach so lange klicken, bis die gewünschte Sprache erscheint). Per Ende geht es wieder zurück zum Hauptmenü. In den Spieloptionen kann man jetzt noch die Auflösung herauf setzen. Dabei gilt die Faustregel: Je höher die Auflösung, desto besser überblickt man später das Spielfeld.

Abbildung 5: Gute Szenen wiederholt die Taste R noch einmal.

Die Tastaturbelegung orientiert sich an einem englischen Exemplar, so dass beispielsweise eine Richtungstaste des zweiten Spielers auf [Z] liegt. Aus diesem Grund sollte man noch kurz die Steuerung anpassen. Anschließend startet man im Hauptmenü eine erste schnelle Partie über den Knopf Freundschaftsspiel. Die nachfolgenden Bildschirme sollten bis zur Teamauswahl selbsterklärend sein. Dort markiert man mit einem Mausklick das Team rot, das der Computer übernehmen soll. Die eigene Mannschaft färbt ein Doppelklick blau. Sind zwei Mannschaften blau markiert, duellieren sich gleich zwei menschliche Spieler. In den nachfolgenden Bildschirmen bestimmt man die Taktik und Trikotfarben, Spielen springt dabei jeweils einen Schritt weiter.

Abbildung 6: Vor dem Spiel legt man Aufstellung und Taktik fest.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Yoda Soccer wurde vollständig in einem BASIC-Dialekt namens BlitzMax [3] geschrieben, das jedoch einige Limitierungen aufweist. Zudem könnte der aus anderem Zusammenhang bekannte Name zu rechtlichen Problemen führen. Aus diesen beiden Gründen wurde 2007 Yoda Soccer auf Eis gelegt und das neue Fußballspiel Open World Soccer in Angriff genommen [2]. Die Entwickler möchten dabei so viel vorhandenes Material wie möglich übernehmen. Auf den ersten Blick sieht Open World Soccer daher wie sein Vorgänger aus, besitzt aber einen komplett neuen Unterbau. Yoda Soccer lebt allerdings immer noch weiter, die letzte Aktualisierung stammt vom 17. Januar 2010.

Fazit

Für FIFA und 3D-Grafik verwöhnte Fußballfans dürfte Yoda Soccer arg gewöhnungsbedürftig sein. Die Pixelgrafik wirkt dennoch recht niedlich und verbreitet Retro-Atmosphäre. Dafür sind die Partien recht rasant und machen insbesondere zu zweit Spaß – vorausgesetzt man verknotet sich nicht die Finger auf der Tastatur. Das Vorbild Sensible World of Soccer war noch auf digitale Joysticks ausgelegt, die mittlerweile fast ausgestorben sind.

Yoda Soccer

Bezugsquelle: http://yodasoccer.sourceforge.net/
Entwickler: Yoda Soccer Team
Lizenz: GPL v2
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://yodasoccer.sourceforge.net/

[2] Open World Soccer: http://openworldsoccer.sourceforge.net/

[3] Blitzmax: http://www.blitzmax.com/

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