Rückbau

In Wizznic blickt der Spieler auf einen kleinen Haufen bunter Klötzchen. Über ein Fadenkreuz kann er einen dieser Steine anfassen und nach links oder rechts verschieben. Kommen dabei mindestens zwei Klötze in der gleichen Farbe nebeneinander oder aufeinander zu liegen, lösen sie sich auf. Konnte man schließlich auf diese Weise alle Steine eliminieren, geht es in einem neuen Level mit einem anderen Klötzchenhaufen weiter.

Indem der Stein nach rechts geschoben wurde, fällt das blaue Y nach unten. Damit liegen dann die beiden Y nebeneinander und lösen sich auf.

Block-aden

Damit das Zusammenbringen gleichfarbiger Steine etwas schwieriger wird, fährt das Spiel ein paar kleine Gemeinheiten auf. So liegen die Klötzchen nicht einfach in der Landschaft herum, sondern stapeln sich auf Plattformen und Anhöhen, Wände schränken die Bewegungsfreiheit weiter ein. Schiebt man ein Klötzchen über einen Abgrund, fällt es von der Schwerkraft angezogen nach unten. Besonders tückisch sind deshalb Spalten, aus denen man einen Block nicht wieder herausbekommt. Im weiteren Verlauf stößt man auf viele weitere Hindernisse: Magnete lassen einen Block nicht mehr los, während auf und ab fahrende Lifte einen Stein auch wieder nach oben transportieren können. Folglich muss man sich gut überlegen, in welcher Reihenfolge man welchen Block verschiebt. Bleibt zum Schluss auch nur ein Block zurück, verliert man eines von drei Spielerleben.

Fies sind immer die kleinen Lücken in der Umrandung (wie hier am unteren Rand): Aus ihnen kann man einen Stein nicht mehr herausbewegen.

Als wäre das alles noch nicht genug, tickt auch noch unaufhaltsam eine Uhr herunter. Ist die Zeit abgelaufen, verliert man ebenfalls ein Leben und muss den Level noch einmal von vorne in Angriff nehmen. Für jeden aufgelösten Stein erhält man Punkte gutgeschrieben. Konnte man mehr als zwei Steine eliminieren, gibt es noch einen kleinen Bonus obendrauf. Einen solchen erhält man auch, wenn man den Level besonders schnell lösen konnte. Spieler mit einem besonders hohen Punktekonto dürfen sich in einer Highscore-Liste verewigen.

Manche Level sehen nur auf den ersten Blick schwierig aus. Dieses sollte leicht in den zur Verfügung stehenden fünf Minuten zu meistern sein.

Wizznic! bringt mehrere Level-Pakete mit unterschiedlicher Grafik und unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad mit. Wem diese Puzzle immer noch nicht ausreichen, der sucht im Internet nach weiteren Paketen (zum Beispiel unter [4] und [5]) oder zimmert sich kurzerhand mit dem eingebauten Level-Editor ein paar eigene. Ambitionierte Bastler können sogar Musik und Grafiken austauschen.

Die mitgelieferten Level-Packs nutzen unterschiedliche Grafiken. Bei diesem hier kann man die Steine nur schwer vor dem Hintergund erkennen.

Fertigware

Ursprünglich wollte Jimmy Christensen eine Variante des Klassikers Puzznic [3] für die tragbare Spielkonsole GP2Wiz entwickeln. Wizznic! läuft jedoch mittlerweile auch auf unzähligen weiteren Plattformen, darunter sogar Linux. Die meisten Distributionen haben es zudem in ihre Repositories aufgenommen. Da die Entwicklung immer noch munter weitergeht, lagern dort jedoch meist nur ältere Versionen. Das jeweils aktuellste Wizznic! steht unter [2] bereit. Man muss nur das Archiv herunterladen, entpacken und dann auf 32-Bit-Systemen wizznic-x86-nogl, auf 64-Bit-Systemen wizznic-x64-nogl starten. Es kann sich dennoch lohnen auch die Wizznic!-Variante aus den Repositories zu installieren: Die dort enthaltenen Level weichen manchmal von denen aus dem offiziellen Paket ab.

Während der Magnet einen Stein festhält, fährt der Aufzug zu linken den Stein nach oben.

Im Hauptmenü von Wizznic! wählt man mit den Pfeiltasten aus, [Strg] aktiviert den markierten Menüpunkt. Im Spiel selbst fährt man mit den Pfeiltasten den zu verschiebenden Stein an, hält dann die [Strg]-Taste gedrückt und zieht ihn über die Pfeiltasten nach links oder rechts. [Alt] startet einen Level neu, [Esc] kehrt zum Menü zurück.

Mit dem integrierten Level-Editor bastelt man sich schnell eigene Aufgaben.

Fazit

Wie Tetris braucht auch Wizznic! nur ein paar Steine, um an den Computer zu fesseln. Das Spielprinzip ist schnell durchschaut, viele Puzzle aber nur mit massig Hirnschmalz zu lösen. Der derzeit aktuellen Version 0.9.9 liegen zwar nur wenige Level bei, dafür motiviert das Bonuspunktesystem auch bereits gelöste Level noch einmal in Angriff zu nehmen.

Die Grafik ist karg und zweckmäßig, die Hintergrundmusik schmissig. Aufgrund des viel zu kleinen Fensters braucht man auf großen Monitoren gute Augen. Zwar lässt sich das Fenster über Kommandozeilenparameter vergrößern, das Ergebnis ist aber meist nur ein unansehnlicher Pixelbrei.

Wizznic! ist daher am besten auf mobilen Geräten mit kleinen Bildschirmen aufgehoben. Es eignet sich ideal, um die Fahrt in U-Bahn oder die Mittagspause zu überbrücken – und mal wieder die kleinen grauen Zellen zu trainieren.

Wizznic!

Bezugsquelle: http://dustedgames.blogspot.de/p/wizznic.html
Entwickler: Jimmy Christensen
Lizenz: GPLv3
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://dustedgames.blogspot.de/p/wizznic.html

[2] Download:
http://sourceforge.net/projects/wizznic/

[3] Puzznic:
http://en.wikipedia.org/wiki/Puzznic

[4] In der Entwicklung befindliche Level-Packs:
https://github.com/DusteDdk/Wizznic/tree/master/packs

[5] Ältere Level-Packs:
http://sourceforge.net/tracker/?atid=1216626&group_id=286702&func=browse

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Einzelne Ausgabe
 

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