Krieg der Sterne

Das Spiel zum Wochenende: Vega Strike

Im Sience Fiction-Spiel Vega Strike übernimmt man die Rolle eines abgebrannten Astronauten, dessen fliegender Untersatz ebenfalls schon bessere Tage gesehen hat. Um die Bordkasse aufzubessern, verdingt man sich als Händler oder nimmt an einer der zahlreichen Raumstationen mehr oder weniger zwielichtige Aufträge an. Diese erhält man entweder von einem zentralen Missionscomputer oder in Gesprächen mit Personen, die vorwiegend in Bars herumlungern. Erzielte Einnahmen investiert man in technischen Schnickschnack, wie etwa bessere Waffensysteme, Energieschilde oder gleich größere Raumschiffe, mit denen sich wiederum gefährlichere, aber auch profitablere Missionen annehmen lassen.

Die dunkle Bedrohung

Das Universum ist zwar fiktiv, nimmt aber Anleihen an unserer Galaxie. Über 5000 Sonnensysteme stehen zur Erkundung bereit, wobei das Spiel sogar die Eigenrotation aller Himmelskörper simuliert. Die Anordnung und den Aufbau der Sterne zueinander generiert das Spiel beim ersten Besuch per Zufall. Nach jedem Neustart spielt sich Vega Strike somit ein klein wenig anders.

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Im Hangar führt ein Mausklick auf den unteren Rand zum Inneren der Raumstation, mit einem ein Klick auf das Raumschiff hebt man hingegen ab.

Neben Menschen trifft der Spieler noch auf zahlreiche außerirdische Wesen, die alle unterschiedliche Fähigkeiten haben und in mehreren Fraktionen organisiert sind. Jede Partei besitzt ihre eigenen gesellschaftlichen und politischen Ansichten. Dies wirkt sich auch auf die Handlungen des Spielers aus: Zerstört er beispielsweise ein wichtiges Raumschiff einer Fraktion, darf er nicht mehr mit deren Wohlwollen rechnen und wird etwa beim nächsten Zusammentreffen direkt unter Beschuss genommen. Dummerweise sind sich die Fraktionen untereinander auch nicht recht grün, jede hat ihre eigenen Verbündeten und Feinde.

Das Imperium schlägt zurück

Vega Strike lässt dem Spieler weitgehende Handlungsfreiheiten: Welche Aufträge er annimmt und wie er diese löst, bleibt fast vollständig ihm überlassen. So kann man sich als reiner Händler verdingen oder als moderner Pirat jedes kreuzende Schiff plündern. Wem dieser offene Ansatz nicht gefällt, greift zur Kampagne. Sie erzählt anhand von vorgefertigten Missionen eine nette Geschichte. An ihrem Ende darf man in einem Endlosspiel weiter seine Bahnen im Universum ziehen. Für Abwechslung sorgen dabei die vielfältigen Missionstypen: Neben reinen Transportaufträgen von (illegalen) Waren oder Personen, gilt es unter anderem Raumschiffe zu eskortieren, feindliche Ziele ausschalten oder eine Person aus einer brenzligen Situation retten.

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In der Bar versorgt uns der Mann mit unserem ersten Auftrag.

Installation

Um mit Vega Strike einen Ausflug ins All zu wagen, lädt man das fast 500 MB große Archiv von der Homepage auf seine Festplatte, entpackt es und startet das Skript Install Vega Strike.sh. Der ersten Frage antwortet man mit „Yes“ und überlässt dem Skript dann das Administratorpasswort. Nach der erfolgreichen Installation startet man vssetup, in dem man menügeführt Video- und Audioeinstellungen, sowie die Eingabehardware auswählt. Anschließend startet vegastrike das eigentliche Spiel.

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Die Steuerung des Raumschiffs erfolgt über Maus und Tastatur. Menschen mit sogenannter Motion Sickness sollten um Vega Strike besser einen Bogen machen.

Wer Vega Strike nicht gleich global im System verankern möchte, lässt das erwähnte Installationsskript links liegen und ruft im Verzeichnis des entpackten Archivs direkt ./bin/vssetup-32 auf (beziehungsweise ./bin/vssetup-64 auf einem 64-Bit System). Das Spiel startet dann ein ./bin/vegastrike-32 (beziehungsweise ./bin/vegastrike-64).

Die Steuerung im Hangar ist noch recht einfach: Per Maus fährt man über ein Objekt, am unteren Rand erscheint dann die mögliche Aktion, ein Klick führt sie aus. Die Bedienung des Raumschiffes ist da schon etwas komplexer. Wer ernsthaften Handel betreiben möchte, muss folglich etwas Einarbeitungszeit mitbringen. Unterstützung bietet der im Verzeichnis documentation mitgelieferte Players Guide, sowie das Wiki auf der Homepage, in dem Einsteiger insbesondere das Tutorial (im „Manual“) zu empfehlen ist.

Angriff der Klon-Krieger

Obwohl Vega Strike selbst durchaus spielbar ist, weist die Homepage ausdrücklich darauf hin, dass sich das Spiel nach wie vor in der Entwicklung befindet. Insbesondere die Kampagne ist zum aktuellen Zeitpunkt noch eine kleine Baustelle.

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Die Raumschiffe wurden mit viel Liebe zum Detail modelliert. Hier der kleine Flitzer, den man zu Beginn des Spiels sein Eigen nennt.

Auch einige andere Projekte haben das Spiel für sich entdeckt. So möchte beispielsweise das „Privateer Remake“ auf Basis von Vega Strike den Klassiker „Privateer“ wieder aufleben lassen, „Elite Strike“ versucht ähnliches mit dem Eingangs erwähnten „Elite“ und „Vega Trek“ richtet sich an alle Star Trek-Freunde. Extra für diese als „Mods“ bezeichneten Abwandlungen führt die Vega Strike-Homepage ein eigene Liste am rechten Bildrand.

Fazit

Die Qualität der Grafiken ist für ein freies Spiel erstaunlich gut, schwankt aber hin und wieder, teilweise wirkt sie sogar unfreiwillig komisch – beispielsweise bei den comichaft gezeichneten Auftraggebern in der Bar. Dem Spielerlebnis tut dies jedoch keinen Abbruch. Man merkt Vega Strike an, dass es mit viel Liebe und Augenmerk für Details entwickelt wurde. Kenner des Genres sollten unbedingt einen Blick riskieren, sich für die Einarbeitung aber am Besten ein verregnetes Herbstwochenende reservieren.

Bezugsquelle: http://vegastrike.sourceforge.net
Lizenz: GPL v2
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit 3D-Beschleunigung.

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Kommentare
Elite Klone OOlite
Martin Biemann (unangemeldet), Samstag, 03. Oktober 2009 19:07:04
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Hallo,

um kostenlose unter Linux Handel zu treiben gibt es aber auch noch den Elite Klone OOlite:

Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Oolite

Download unter:
http://www.happypenguin.org/show?Oolite


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