Aus der Vogelperspektive steuert man mit den Pfeiltasten einen kleinen Rennwagen über liebevoll gezeichnete, kurvige Rennstrecken. Für etwas Abwechslung sorgen hier und da noch kleine Sprungschanzen. Was ziemlich unspektakulär klingt, macht jedoch nach wie vor eine Menge Spaß – insbesondere wenn man gegen mehrere menschliche Spieler antritt. Dabei hat man die Wahl, ob man sich zu viert eine Tastatur teilt oder über das Netzwerk bis zu 20 anderen Bekannten den eigenen Auspuff zeigt.

Abbildung 1: Wenn es mal schnell gehen soll oder alle Spieler vor einem Computer sitzen, bieten sich diese kleinen Strecken an, die nur einen Bildschirm füllen.

Jedem das Seine

Jeder Spieler darf sich einen von fünf verschiedenen Rennwagen aussuchen. Diese besitzen wiederum ihre ganz eigenen Fahreigenschaften. Allen gemein ist, dass sie sehr leicht zum ausbrechen neigen. Die damit möglichen Drifts erlauben allerdings auch elegant durch die Kurven zu flutschen. Nach jedem Rennen verteilt das Spiel Punkte, der Sieger erhält 10, der zweite 8 und so weiter. Ab dem neunten Platz gehen die Fahrer leer aus. Der Spieler, der nach einer Reihe von Rennen die meisten Punkte sammeln konnte, geht als Gesamtsieger hervor.

Abbildung 2: Solche Sprungschanzenkombinationen bringen Abwechslung ins Spielgeschehen und erfordern gefühlvolles Gasgeben.

Turbo Slider gestattet es, an fast allen möglichen Spieleinstellungen zu drehen. So darf man nicht nur festlegen, über welche der mitgelieferten Kurse wie viele Runden zu absolvieren sind, sondern auch in die Punktevergabe eingreifen. Wem die 30 vorhandenen Strecken noch nicht ausreichen, der malt sich mit dem mitgelieferten Karteneditor kurzerhand eigene. Weitere von Fans gebastelte Strecken stehen auf der Turbo-Slider-Homepage zum Download bereit [1]. Dort findet man übrigens auch neue Fahrzeuge, die man mit etwas künstlerischem Talent ebenfalls selbst entwerfen darf. Obendrauf existieren noch sogenannte Modifikationen, die beispielsweise ein realistischeres Fahrverhalten nachrüsten oder ein Fußballspiel mit Rennwagen ermöglichen.

Abbildung 3: Auf dieser speziellen Karte gewinnt derjenige, der am Häufigsten den Ball in das gegnerische Tor "fährt".

Testfahrt

Obwohl Turbo Sliders bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, kostet es immer noch satte 19,95 Dollar. Mittlerweile stellt der Entwickler aber eine uneingeschränkte Demoversion bereit. Sie besitzt den vollen Funktionsumfang, bittet aber stets um den Kauf der Vollversion. Um eine Runde mit Turbo Sliders zu drehen, lädt man sich auf der Homepage [1] das Free Demo herunter (beispielsweise rechts am oberen Rand unter dem Pinguin). Kurioserweise landet man damit im Forum, das verschiedene Download-Quellen anbietet. Die Linux-Fassung gab es zum Redaktionsschluss nur auf Rapidshare. Wem dieser Dienstleister zu zwielichtig erscheint, muss auf das Spiel verzichten.

Abbildung 4: Überraschenderweise ist das Wasser in Turbo Sliders ebenfalls befahrbar.

Folgt man den Links, erhält man irgendwann eine .ZIP-Datei. Die muss man nur noch auf der Festplatte in seinem Heimatverzeichnis entpacken und dann das Programm sliders.linux starten. Sollte es dabei zu Problemen kommen, installiert man über den eigenen Paketmanager die Bibliotheken SDL, SDL_net, SDL_gfx, SDL_image, libpng, zlib, libjpeg, OpenAL, Ogg-Vorbis, sowie dirent und startet dann sliders.linux.shared.

Abbildung 5: Im Laufe der Zeit entstehen durch den Gummiabrieb Bremsspuren auf der Fahrbahn.

Im Spiel entscheidet man sich in den Menüs mit den Pfeiltasten für einen Eintrag, die Eingabetaste aktiviert beziehungsweise bestätigt ihn. Nachdem man eine Sprache gewählt hat, verpasst man sich einen Rennfahrernamen und sucht eine Farbe für das Auto aus. Ein schnelles, erstes Rennen gegen den Computer beginnt man via Lokales Spiel. Den eigenen Flitzer lenkt man dabei über die Pfeiltasten, [Esc] steigt direkt aus dem Rennen aus.

Fazit

Es dauert eine kleine Weile, bis man die Steuerung beherrscht und der kleine Flitzer gekonnt um die Kurven driftet. Dann macht Turbo Sliders gerade mit mehreren realen Spielern einen Mordsspaß – zumindest kurzzeitig in der Mittagspause.

Abbildung 6: Die mitgelieferten Strecken sind herausfordernd, aber nie unfair gestaltet.

Mit den genialen Klassikern Micro Machines [2] oder Super Cars [3] kann Turbo Slider allerdings nicht mithalten. So darf man hier weder seinen Wagen tunen, noch gibt es eine langfristig motivierende Rennserie oder andere pfiffige Boni. Die Grafik wirkt einfach, wenn auch liebevoll. So hinterlassen beispielsweise die driftenden Wagen nach und nach schwarze Gummispuren auf dem Asphalt. Unter dem Strich erscheinen die verlangten 20 Dollar aber dann doch etwas zu hoch.

Turbo Sliders

Bezugsquelle: http://www.turbosliders.com
Entwickler: Antti Mannisto
Lizenz: Kommerziell
Preis: 19,95 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution

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