In Thunder Fleets übernimmt der Spieler das Kommando über eine Kriegsflotte, mit der es in historischen Seeschlachten die gegnerischen Schiffe zu eliminieren gilt. Zur Verfügung stehen dabei verschiedene Schiffsmodelle aus dem zweiten Weltkrieg – angefangen bei kleinen flinken Patrouillenbooten bis hin zu großen behäbigen Zerstörern. Die sind laut Entwickler realen Vorbildern nachempfunden, stammen aber ausschließlich aus amerikanischer und japanischer Produktion. Deutsche Schiffe sucht man vergebens.

Abbildung 1: Die kleinen Balken zeigen den jeweiligen Schaden der Schiffe an. Um sie ein- und auszublenden bemüht man das Symbol rechts unten in der Leiste am rechten Bildrand.

Besetzt!

Bevor man ein eigenes Schiff Richtung Gegner schicken kann, muss es die hauseigene Werft erst einmal langwierig zusammenschweißen. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen benötigt sie immerhin keine weiteren Ressourcen, sondern produziert einfach unablässig das eingestellte Modell. Mit der vom Stapel gelaufenen Flotte schippert man dann in einen noch nicht besetzten Bereich der Seekarte. Konnte man dort für eine bestimmte Zeit die Stellung halten, gilt das Gebiet als annektiert. Das ist besonders lukrativ, wenn sich in ihm ein Hafen mit einer weiteren Werft befindet. Auf die ist natürlich auch der Gegner scharf. Um sich gegen seine Angriffe zu wehren, feuern die Schiffe wahlweise mit normalen Kanonen durch die Luft oder schießen unter Wasser Torpedos ab. Wie viele Treffer ein Schiff aushält beziehungsweise selbst austeilen kann, hängt vom jeweiligen Modell ab.

Abbildung 2: Wer das Gebiet mit dieser Radaranlage eingenommen hat, sieht die gegnerischen Schiffe schneller.

Thunder Fleets bietet eine Einzelspielerkampagne, in der man entweder das Kommando der amerikanischen oder der japanischen Marine übernimmt. Für ein schnelles Spielchen zwischendurch gibt es zudem einen sogenannten Skirmish-Modus, in dem man auf einer einzelnen Seekarte mit identischen Ausgangsbedingungen den Computergegner in seine Schranken verweisen muss [1]. Alternativ darf man auch gegen bis zu vier menschliche Spieler über das Netzwerk antreten.

Abbildung 3: Zoomt man mit dem Mausrad ganz aus dem Geschehen heraus, zeigt das Spiel jedes Schiff nur noch als Punkt.

Stapellauf

Orator Games verlangt für sein Strategiespiel knapp 4,50 Euro. Thunder Fleets bekommt man sowohl für Windows, Mac OS X, das iPad und natürlich Linux. Für Mehrspielerpartien ist es unerheblich, welche Variante die Spieler auf welchem Betriebssystem einsetzen. Wer Thunder Fleets ausprobieren möchte, darf sich auf der Homepage eine Demoversion herunterladen [2]. Sie enthält allerdings nur den Skirmish-Modus gegen den Computer auf einer fest vorgegebenen Karte. Ihr .zip-Archiv entpackt man schlicht auf der Festplatte und startet dann das Programm ThunderFleetDemo. Das Spiel liegt für Linux übrigens nur als 32-Bit-Version vor. Auf 64-Bit-Systemen muss man folglich noch die entsprechenden Bibliotheken nachinstallieren (unter Ubuntu beispielsweise das Paket ia32-libs).

Abbildung 4: Hier begleiten zwei kleinere Clemson-Schiffe die größere Atlanta.

Im Hauptmenü wählt man Play Game und entscheidet sich dann für einen Schwierigkeitsgrad. Nachdem die Mission begonnen hat, sieht man die eigene Werft und ein paar Schiffe. Per linkem Mausklick selektiert man eines davon, mit einem Rechtsklick legt man das anzusteuernde Ziel fest. Mit den Symbolen am rechten Rand kann man die entsprechende Bewaffnung ein- und ausschalten. Feinde greifen die Schiffe automatisch an, sobald sie in ihre Reichweite gelangen. Mit einem Klick auf die Werft klappt das Menü am oberen Rand aus. Über die Pfeile nach links und rechts stellt man das zu produzierende Modell ein und startet mit Build den Bau. Über den Pfeil nach oben lässt sich das Menü wieder am oberen Bildschirmrand verstecken. Sobald man einen neuen Bereich betreten hat, zeigt die Seekarte am unteren rechten Rand einen langsam wachsenden, blauen Balken an. Füllt er den Bereich vollständig aus, ist das Gebiet annektiert. Analog sind die vom Gegner eroberten Bereiche rot markiert.

Abbildung 5: Diese Werft produziert gerade ein Clemson-Schiff, das bereits zur Hälfte fertiggestellt ist.

Fazit

Thunder Fleets arbeitet nach dem bekannten Stein-Schere-Papier-Prinzip: Ein dicker Kreuzer steckt mehr Treffer ein als ein kleines Patrouillenboot, das dafür wiederum wendiger ist. Spieler und Gegner besitzen zudem eine analoge Modellauswahl, man kann folglich mit einem kurzen Blick abschätzen, wie aussichtsreich ein Angriff wäre. Die Grafik ist karg und beschränkt sich auf das Wesentliche, auch wenn einzelne Objekte in der Nahansicht recht ansehnlich wirken. Bewundern kann man die jedoch nur selten: Um einen besseren Überblick zu behalten, zoomt man häufig vollständig heraus, wobei dann die Schiffe nur noch als kleine Klötzchen umher schippern.

Abbildung 6: In Thunder Fleet können Schiffe auch einfach über einen Kollegen fahren.

Unter dem Strich ist Thunder Fleets ein leicht aufgebohrtes Schiffe versenken in Echtzeit, das vor allem gegen menschliche Spieler Spaß macht. Das Weltkriegsszenario auf hoher See ist zudem unter Linux recht unverbraucht. Interessenten sollten deshalb nach einer Proberunde mit der Demoversion selbst entscheiden, ob ihnen die kurzweilige Unterhaltung im zweiten Weltkrieg die 4,50 Euro wert ist.

Thunder Fleets

Bezugsquelle: http://orator-games.com/index.php/games/thunder-fleets/
Entwickler: Orator Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca. 4,50 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mit ab 1,5 GHz, mindestens 512 MB Hauptspeicher

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