Das wahre Texas

The Real Texas

Das Spiel zum Wochenende: The Real Texas

20.04.2013
Wenn sich ein kantiges Männchen aus Texas in eine ebenso kantige Fantasy-Welt katapultiert, dann ergibt das ein witziges kleines Action-Adventure mit ein paar Rollenspielelementen.

Ranger Sam langweilt sich auf seiner Farm in Texas. Abwechslung soll ein Urlaub in England bringen. Der beginnt jedoch alles andere als erholsam: Gleich auf dem Parkplatz schluckt der Automat sein Geld, will aber den Parkschein nicht herausrücken. Nach der Anwendung von etwas Gewalt öffnet sich schließlich das Tor zum Hotel. Auf dem Weg zur Rezeption finden sich überall merkwürdige Schleimspuren, von Mitarbeitern fehlt jede Spur – sieht man einmal von dem frierenden Geist im Wandschrank ab. Als ehemalige Burg besitzt das Hotel natürlich auch einen riesigen Ballsaal, in dessen Mitte ein blau glühendes Portal steht. Durch dieses gelangt Sam in eine andere Welt, Strange Texas. In ihr terrorisiert der Gutsbesitzer Charles die Bewohner des Dorfes. Mit einem Schießgewehr bewaffnet versucht Sam den Bewohnern zu helfen und ganz nebenbei aufzuklären, was mit seinem Hotel passiert ist. Dabei stellt sich Charles noch als eines der kleineren Übel heraus.

Um in das Hotel zu kommen, muss man erst einmal den Parkscheinautomaten überlisten.

Verbale Angriffe

The Real Texas mischt Adventure und Actionspiel. Mit der Maus oder den Pfeiltasten steuert man den aus einem Klotz bestehenden Sam durch eine an LEGO-Bauten erinnernde Landschaft. Mit einem Mausklick auf einen Gegenstand öffnet sich ein Menü mit möglichen Aktionen. Sofern die passende gerade nicht dabei ist, darf man auch das entsprechende englische Verb eintippen. Fast jeden herumliegenden Gegenstand kann Sam einstecken und dann später mit anderen benutzen. Nur wenige der Objekte sind allerdings im weiteren Spielverlauf auch nützlich. Da Sams Hosentaschen zudem nur eine begrenzte Menge aufnehmen können, sollte man sich gut überlegen, welche Gegenstände man wann aufhebt.

Im Inventar kann man Sam anziehen, einen Gegenstand in die Hand drücken und die eingesammelten Gegenstände verwalten.

Immer wieder trifft Sam auf unliebsame Gesellen und ekelige kleine Tierchen. Die schießt man am besten mit einem von mehreren Feuerwaffen über den Haufen. Mit gezogenem Schießeisen kann sich Sam allerdings nicht bewegen. Man muss sich also entscheiden, ob man besser wegläuft oder doch um sich ballert. Wie in einem Rollenspiel muss man Sam zudem Waffen explizit in seine Hand legen, man kann folglich nicht einfach mal eben schnell im Gefecht zu einem anderen Gewehr wechseln. Einige umgenietete Gegner hinterlassen einen Geldschein. Den sollte man tunlichst einsammeln: Gegen genügend Bargeld verkaufen einige Bewohner nette Gegenstände, wie etwa Dynamit.

Die blauen Dinger aus den Sümpfen springen Sam an. Besser man erledigt sie mit dem Schießgewehr und sammelt die dabei hinterlassenen Geldscheine ein.

Lachhafte Details

Das Spiel besitzt zwar keine Sprachausgabe, wirft dafür aber mit witzig geschriebenen, englischen Texten um sich. So verkündet eine nette alte Dame auf einem Schild, definitiv keine Hexe zu sein. Jeder, der weiterhin das Gegenteil behauptet, würde von ihr verflucht. Darüber hinaus ist The Real Texas extrem detailverliebt. So findet man beispielsweise immer wieder in Schränken Hosen und Jacken, die man Sam anziehen kann. Warum also nicht einfach mal in einem Pyjama durch die Moore und unterirdischen Höhlen streifen? Idealerweise trägt der Cowboy von heute darunter eine kugelsichere Weste – die er allerdings erst einmal finden muss.

Der Bauer züchtet Klotz-Kühe.

Das Spiel unterscheidet zwischen Tag und Nacht. Während tagsüber die Menschen ihrer Arbeit nachgehen, schlafen sie nachts in ihren Wohnungen – und möchten dabei möglichst auch nicht gestört werden. Sam braucht selbst hin und wieder etwas Schlaf. Das kann man gleich ausnutzen, um die Nacht oder den Tag zu überspringen.

In den Katakomben unterhalb der Stadt findet man gleichsam nützliches wie unnützes Zeug.

Kitty Lambda Games bieten ihr Spiel für knapp 12 Euro auf ihrer Homepage und auf Desura [2] an. Eine Testversion gibt es nicht, Videos erlauben immerhin einen ungefähren Einblick in das Spielgeschehen.

Die überall aufgestellten Schilder liefern viele wertvolle Hinweise.

Fazit

The Real Texas ist skurril und in Teilen vollkommen durchgeknallt. Es bietet zahlreiche knackige Rätsel, eine durchaus recht spannend inszenierte Hintergrundgeschichte und viel trockenen Humor. Neben Köpfchen braucht man allerdings auch einen guten Orientierungssinn: Die Landschaften sind nicht nur recht weitläufig, die Grafik ist auch recht karg und durch die Schrägansicht teilweise unübersichtlich. Sam verkeilt sich auch schon einmal gerne in Hecken und Mauern. Die dazu dudelnde Fahrstuhlmusik zerrt recht bald an den Nerven.

Texas bei Nacht. Die Umgebung ist in Parzellen aufgeteilt. Läuft Sam nach oben aus der Szene heraus, betritt er umgehend die dort angrenzende.

Wer gerne Rätsel löst, um sich schießt und kantige Welten erkundet, der kann bei The Real Texas schon fast blind zugreifen. Alle anderen sollten sich zunächst die Videos auf YouTube oder der Homepage anschauen. In jedem Fall sollte man sich für The Real Texas genügend Zeit nehmen, denn nur so findet man die vielen versteckten und lustigen Anspielungen, Texte und Bonusgegenstände.

The Real Texas

Bezugsquelle: http://therealtexasgame.com
Entwickler: Kitty Lambda Games, Inc.
Lizenz: Kommerziell
Preis: ca. 12 Euro
Voraussetzungen: ktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Core 2 Duo oder besser, mindestens 1 GByte Hauptspeicher, 200 MByte freien Speicherplatz auf der Festplatte

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://therealtexasgame.com

[2] The Real Texas auf Desura:
http://www.desura.com/games/the-real-texas

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