Der Rabe

Das Spiel zum Wochenende: The Raven – Vermächtnis eines Meisterdiebs

Das Spiel zum Wochenende: The Raven – Vermächtnis eines Meisterdiebs

04.01.2014
Der deutsche Spieleentwickler King Arts beschert Linux endlich einmal wieder ein klassisches Point-and-Click-Adventure. Der interaktive Krimi ist zwar recht gradlinig, begeistert aber mit einer spannenden und wendungsreichen Geschichte.

Die „Augen der Sphinx“ sind zwei extrem wertvolle, hübsche und begehrte Edelsteine. Genau einen der beiden stiehlt Anfang der sechziger Jahre der gefürchtete Meisterdieb „Der Rabe“ aus dem Britischen Museum in London. Die Ermittlungen übernimmt der junge Inspektor Nicolas Legrand – der eigentlich schon vor Jahren den Raben höchstpersönlich erschossen hatte.

Auf einige Zugreisende wird Wachtmeister Zellner später noch einmal treffen.

Pfiffiger Schweizer

Nur wenige Tage nach dem spektakulären Raub sitzt der schweizer Wachtmeister Anton Jakob Zellner im berühmten Orientexpress. Er soll eigentlich nur als zusätzlicher Polizist den reibungslosen Transport eines Tresors durch die Schweiz sicherstellen. Als er unter den Fahrgästen auf Inspektor Legrand trifft, wittert der von Kriminalromanen begeisterte Wachtmeister seine Chance, endlich auch einmal an einem größeren Fall mitwirken zu können.

Gespräche liefern nicht nur neue Informationen über die Personen sowie kleine Lösungshilfen, sie beeinflussen mitunter auch den Spielverlauf.

Im Adventure The Raven übernimmt der Spieler die Geschicke des Wachtmeisters. Mit der Maus dirigiert er den Protagonisten zunächst durch den Zug, im späteren Spielverlauf auch durch ein Kreuzfahrtschiff und ein ägyptisches Museum. Per Mausklick hebt er Gegenstände auf oder kombiniert sie. Die Fahrgäste und andere Personen befragt der Spieler im Multiple-Choice-Verfahren. Wer bei seinen Ermittlungen nicht weiterkommt, kann sich vom Spiel helfen lassen. Das kostet allerdings Punkte, die man wiederum für gelöste Rätsel erhält. In einigen Situationen muss der Spieler zudem Entscheidungen treffen, die sich leicht auf den Spielverlauf auswirken.

Im späteren Verlauf ermittelt Wachtmeister Zollner auch auf einem Schiff …

Staraufgebot

Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Point-and-Click-Adventures wartet The Raven nicht mit gezeichneten Hintergründen, sondern echter 3D-Grafik auf. Dementsprechend stellt das Spiel etwas höhere Hardwareanforderungen. Die Entwickler konnten zudem namhafte Sprecher engagieren. Zu hören sind unter anderem die Synchronstimmen von Al Pacino, Tommy Lee Jones, Sandra Bullock, George Clooney und Dennis Hopper.

… und in einem ägyptischen Museum.

Entwickler King Arts verkauft The Raven über seine Homepage [1] sowie Steam [2] für knapp 25 Euro. Die über den erstgenannten Weg erworbene Version besitzt zwar keinen Kopierschutz, kommt aber nur als DEB-Paket für Ubuntu und seine Abkömmlinge (siehe Kasten „Rest der Welt“). Wer fünf Euro mehr ausgibt, erhält die Deluxe-Edition mit einem „Story Book“, „Making-of“-Booklet, einem digitalen Poster, dem Soundtrack und einer ausdruckbaren Maske des Raben.

Ab und an gilt es auch leichte Mini-Spielchen zu meistern, wie eine hier eine Shuffleboard-Partie gegen den Computer.

Rest der Welt

King Arts hat The Raven mit der Entwicklungsumgebung Unity programmiert. Das Spiel läuft damit prinzipiell auf fast allen Distributionen. Dummerweise hat King Arts seinem Adventure einen recht wählerischen Startassistenten spendiert. Der hält das Spiel zwar automatisch auf dem aktuellen Stand, läuft aber ohne große Verrenkungen nur unter Ubuntu. Mit einem Trick kann man aber den Assistenten übergehen und das Spiel so doch noch auf anderen Distributionen starten. Voraussetzung dazu sind ca. 15 GByte freier Festplattenspeicherplatz.

Zunächst entpackt man das beim Kauf erhaltene .tar.gz-Archiv. Im Unterverzeichnis pkg entpackt man dann das mit „the_raven_data“ beginnende .deb-Paket (etwa mit dem im Tipp der Woche gezeigten Verfahren [3]). Weiter geht es ins Unterverzeichnis usr/share/the-raven, wo man das Archiv data.tar entpackt, in dem das eigentliche Spiel steckt. Auf einem 32-Bit-System startet man das Adventure dann per raven_game.x86 -launched, auf einem 64-Bit-System mit raven_game.x86_64 -launched. Es gibt jedoch keine Garantie, dass das Spiel auch tatsächlich auf der eigenen Distribution funktioniert. Zudem verzichtet man auf Updates und die Entwickler leisten für diesen Trick keine Unterstützung.

In seinem Notizbuch protokolliert Wachtmeister Zellner seine Gedanken, wichtige Ergebnisse und die noch zu erledigenden Dinge.

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