Die Geschichte des Barden

Das Spiel zum Wochenende: The Bard's Tale

1985 erschien das Rollenspiel The Bard's Tale und schlug ein, wie eine Bombe. Dabei bedienten sich die Entwickler recht dreist bei bereits existierenden Konkurrenten. 1986 und 1988 folgten noch zwei weitere Teile, danach wurde es um die Serie erstaunlich still. Erst 2005 veröffentlichte die Firma inXile einen neuen Teil. Da man vom Rechteinhaber Electronic Arts nur den Titel lizenzieren konnte, mussten sich die Entwickler eine komplett neue Hintergrundgeschichte ausdenken. Auch sonst hat das moderne The Bard's Tale nicht mehr viel mit dem Original gemein: Während man sich in den ersten drei Teilen aus der Ich-Perspektive in rundenbasierten Kämpfen durch die Unterwelten schnetzelte, erinnert das moderne The Bard's Tale eher an Diablo oder die Gothic-Reihe. Mit dem ursprünglichen The Bard's Tale hat die Neufassung somit nur noch den Namen gemein.

Ein Kampf im Wald: Die Waffen wählt man über solche Menüs aus.

Ein Kampf im Wald: Die Waffen wählt man über solche Menüs aus.

Fiese Möpp

In The Bard's Tale steuert der Spieler einen namenlosen Barden aus einer leicht schrägen Vogelperspektive. Der Held ist ungehobelt und lediglich am schnellen Geld interessiert, idealerweise sind dabei noch Damen mit einem üppigen Busen involviert. Als ihn ein geheimnisvoller Orden anheuert, eine gut aussehende und reiche Prinzessin zu retten, schlägt er natürlich ein.

Über dieses Menü baut man sich zunächst einen Zauber zusammen ...

Über dieses Menü baut man sich zunächst einen Zauber zusammen ...

Auf seinem Weg trifft der Barde nicht nur hilfreiche Bewohner, sondern auch allerlei fiese Monster. Die streckt er bevorzugt im Nahkampf mit einer seiner Waffen nieder. Alternativ kann er mit seiner Laute auch Zauberwesen, wie etwa eine Blitz-Spinne, beschwören. Die dazu notwendigen Melodien muss er allerdings erst erlernen. Auch die Waffen liegen nicht einfach so herum. Um sich beim Schmied verbesserte Schwerter oder einen Bogen kaufen zu können, muss der Anti-Held erst einmal eifrig Schatztruhen plündern oder besiegte Gegner um ihr Hab und Gut erleichtern.

… und schickt ihn dann mit einem Kommando Richtung Gegner.

… und schickt ihn dann mit einem Kommando Richtung Gegner.

Clown-Spezialist

Zu Beginn darf der Spieler dem Barden eine von mehreren Spezialfähigkeiten verpassen. So kann man ihn beispielsweise besonders gut im Umgang mit zwei Waffen machen. Durch die Kämpfe gewinnt der Held zudem Erfahrungspunkte, die man auf seine Eigenschaften verteilen darf. Auf diese Weise lässt sich etwa sukzessive seine Angriffsstärke verbessern.

Der Schmied verkauft gegen Bares Waffen.

Der Schmied verkauft gegen Bares Waffen.

The Bard's Tale nimmt sich selbst und das Rollenspielgenre alles andere als ernst. So kommentiert ein Sprecher immer wieder sarkastisch die Aktionen des Barden. Darüber hinaus trifft der Held unter anderem auf Breakdance tanzende Leichen oder Feuer spuckende Ratten. In einigen Situationen kann der Spieler zudem nett oder weniger freundlich reagieren. Die Entscheidungen wirken sich dabei sogar hin und wieder auf den Spielverlauf aus.

Ist man freundlich zu dem Hund, erhält man einen treuen Weggefährten.

Ist man freundlich zu dem Hund, erhält man einen treuen Weggefährten.

Kaufladen

The Bard's Tale verkauft Hersteller inXile Entertainment über Steam [2]. Darüber hinaus läuft derzeit noch das Humble Bundle with Android 7 [4]. Bei dieser Aktion darf man für ein Spielepaket bezahlen, was man möchte. The Bard's Tale erhält allerdings nur, wer mindestens den aktuellen Durchschnittspreis bezahlt. Der liegt jedoch im Moment niedriger, als der normale Preis auf Steam. Zudem erhält man The Bard's Tale im Humble Bundle ohne Kopierschutz.

Auf der Karte reist man schnell durch das Land.

Auf der Karte reist man schnell durch das Land.

Fazit

Das 2005 erschienene The Bard's Tale ist unter den Anhängern der Serie recht umstritten. Und das durchaus zurecht: Im Gegensatz zu den Vorfahren erhält man hier ein 3D-Action-Rollenspiel, das krampfhaft versucht witzig zu sein. Die Komik reicht dabei von Schenkelklopfern über Slapstick bis zu platten Herrenwitzchen.

Speichern darf man den Spielstand nur an vorgegebenen Punkte, die diese schwebenden Bücher markieren.

Speichern darf man den Spielstand nur an vorgegebenen Punkte, die diese schwebenden Bücher markieren.

Mittlerweile sieht man der Grafik das Alter des Spiels deutlich an. Alles ist eckig und kantig, die Figuren und Umgebung matschig und detailarm. An die Steuerung über die Tastatur muss man sich zudem erst gewöhnen. Die Kämpfe wiederholen sich, der Barde tritt immer wieder gegen die gleichen Monsterhorden an. Abschließend scheint die deutsche Übersetzung mit der heißen Nadel gestrickt zu sein.

Unter dem Strich bleibt ein mittelmäßiges Action-Rollenspiel mit gewöhnungsbedürftigem Humor. Wer dieses Genre liebt, sollte sich das Video auf Steam anschauen und dann bei Gefallen im Humble Bundle zugreifen.

The Bard's Tale

Bezugsquelle: http://store.steampowered.com/app/41900/
Entwickler: inXile Entertainment
Lizenz: Kommerziell
Preis: 9 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor mindestens Pentium 4 mit 2Ghz oder AMD AthlonXP 2400, 512 MByte Hauptspeicher, GeForce FX5700 oder besser beziehungsweise ATI Radeon 9600 oder besser
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Kommentare
Humble Bundle
Hinweisgeber (unangemeldet), Mittwoch, 23. Oktober 2013 08:38:36
Ein/Ausklappen

The Bards Tale liegt im übrigen dem aktuellen dem
aktuellen Humble Bundle bei, dort ist es etwas günstiger
und man kriegt noch einige andere Spiele dazu.
Sehr zu empfehlen ist Ticket to ride, eine super
Brettspiel-Adaption.


Bewertung: 58 Punkte bei 2 Stimmen.
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Re: Humble Bundle
Tim Schürmann, Mittwoch, 23. Oktober 2013 10:29:00
Ein/Ausklappen

Steht auch so im Artikel - auf der zweiten Seite. :)


Bewertung: 69 Punkte bei 1 Stimme.
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