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Lückenfüller

Das Spiel zum Wochenende: Temple of Tangram

26.03.2011 Intermediaware peppt gekonnt ein altes chinesisches Legespiel mit motivierenden Geschicklichkeitseinlagen auf. Das Ergebnis beweist, dass auch bekannte Puzzle alles andere als langweilig sein müssen.

Im Temple of Tangram muss der Spieler mit geometrischen Plättchen vorgegebene Figuren nachbauen. Wie beim klassischen Tangram [2] stehen dabei ausschließlich kleine Quadrate, Parallelogramme, sowie große und kleine Dreiecke zur Verfügung. Das Spiel gibt sowohl die zu legende Figur als Schattenriss, als auch einen kleinen Haufen Spielsteine vor. Letzt genannte pickt man mit der Maus auf, dreht sie in die richtige Position und lässt sie schließlich in die Form fallen. Ist diese komplett mit Steinen ausgefüllt, gilt das Puzzle als gelöst. Abhängig von der Denkzeit erhält man Punkte gutgeschrieben, mit denen man sich nach Spielende in einer Highscore-Liste eintragen darf.

Abbildung 1

Abbildung 1: In Temple of Tangram muss man die Plättchen auf der rechten Seite in die schwarze Form setzen.

Gut gewürzt

Damit das Lösen der insgesamt 250 verschiedenen Tangrams nicht langweilig wird, hat sich der Entwickler Intermediaware einige abwechslungsreiche und teilweise auch charmant fiese Ergänzungen einfallen lassen. So muss man ab und an die Spielsteine zunächst in einer Art Tetris-Variante freispielen. Dabei erscheinen am unteren Rand eines Bechers Symbole, die man per Mausklick Richtung oberen Rand schießt. Treffen dort drei gleiche Symbole aufeinander, lösen sie sich auf und das Punktekonto steigt an. Aufgelöste Symbole mit einem Ying und Yang-Zeichen hinterlassen die begehrten Plättchen, mit denen man dann im nächsten Schritt das Tangram löst.

Abbildung 2

Abbildung 2: In diesem Tetris-ähnlichen Zwischenspiel muss man drei gleichartige Symbole nebeneinander platzieren. Dabei hat man für jeden "Schuss" nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung (in Form des grauen Balkens).

Aber auch die Tangram-Puzzles selbst warten mit ein paar abwechslungsreichen Gemeinheiten auf. So bewegt sich mitunter die schwarze Vorlage auf und ab, wird in einem Gewitter unsichtbar oder lässt sich mit einer Taschenlampe nur teilweise einsehen. In einigen Tangrams bläst ein Wirbelwind immer mal wieder gelegte Plättchen zurück an den Bildschirmrand, während in anderen einmal ablegte Steine festfrieren. Hat man sich dort verlegt, muss man das Puzzle komplett von vorne beginnen.

Abbildung 3

Abbildung 3: In einigen Leveln leuchtet eine Taschenlampe immer nur den Bereich um den Mauszeiger aus.

Nachschub

Hinter dem Einmannbetrieb Intermediaware steht der deutsche Spieleentwickler Jochen Heizmann. Wem die 250 Puzzle nicht ausreichen, darf bei ihm einen weiteren Satz für 4 Euro hinzukaufen. Dann erhält man auch gleich noch einen Level-Editor, mit dem man eigene Tangram-Puzzle entwerfen darf.

Abbildung 4

Abbildung 4: Falsch abgelegte Plättchen darf man mit einem Mausklick wieder aufnehmen – es sei denn, es handelt sich um ein Eis-Puzzle, bei dem einmal platzierte Steine festfrieren.

Die Linux-Version wartet auf der Homepage von Intermedia-Ware auf ihren Download [1]. Das .tar.gz-Archiv muss man lediglich entpacken und die herauspurzelnde Datei ausführbar machen. Das geht in der Regel am schnellsten über das Kontextmenü der rechten Maustaste, dann den Punkt Einstellungen und einen Haken bei ausführbar beziehungsweise einem äquivalenten Punkt. Anschließend muss man das Programm TempleOfTangram nur noch starten.

Abbildung 5

Abbildung 5: Hier sollte man sich schnell die vorgegebene Form einprägen, denn …

Abbildung 6

Abbildung 6: … in diesem Level geht immer wieder mal das Licht aus.

Die uns vorliegende Version sprach ausschließlich Englisch, auch wenn auf der Homepage des Entwicklers deutsche Menüs zu erkennen sind. Per Start Game wählt man ein Level Set. In der Demo-Version gibt es nur eines, folglich wählt man hier einfach Choose. Es erscheint eine Karte, die über alle bislang gelösten Tangrams Buch führt. Play nimmt den nächsten Level in Angriff. Im Falle des ersten erscheint eine kurze Einweisung in das Spielprinzip, die man per Play beendet. Mit der linken Maustaste nimmt man eines der Plättchen auf, die rechte Maustaste dreht es und ein weiterer linker Mausklick über der schwarzen Figur legt es ab.

Abbildung 7

Abbildung 7: Die Karte verrät auf hübsche Weise, wie viele Tangrams man bereits gelöst hat.

Fazit

Jochen Heizmann beweist mit Temple of Tangram, wie fesselnd ein extrem simples Spielprinzip sein kann. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam im richtigen Maß an, die Neuerungen sorgen für Abwechslung, erzeugen nötige Denkpausen und motivieren zum Weiterspielen. Schnell stellt sich ein "dieses Tangram muss ich eben schnell noch lösen"-Gefühl ein. Puzzle- und Denksport-Freunde sollten deshalb trotz des doch etwas angestaubten Spielprinzips Temple of Tangram eine Chance geben – und bei Gefallen weitere Level nachordern.

Abbildung 8

Abbildung 8: Während die ersten Puzzles noch recht einfach zu lösen sind, verlangen die späteren, wie diese Katze, schon mehr Gehirnschmalz.

Temple of Tangram

Bezugsquelle: http://www.intermediaware.com/games/tangram
Entwickler: Jochen Heizmann (intermediaware)
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4 Euro
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.intermediaware.com/games/tangram

[2] Tangram in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tangram

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