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Hüpfende Handfeuerwaffen

Das Spiel zum Wochenende: Teeworlds

19.02.2011
In einer Mischung aus Worms und Counterstrike beharken sich niedliche kleine Kugelwesen mit Gewehren, Raketenwerfern und überdimensionalen Holzhämmern bis die Server glühen.

Teeworlds ist ein rasantes Actionspiel in Cartoon-Optik, bei dem bis zu 16 Spieler über das Internet oder in einem LAN gegeneinander antreten. Jeder der Kontrahenten steuert eine kleine Comic-Figur, die lediglich aus einem Kopf, Beinen und Armen besteht. Mit verschiedenen Waffen gilt es, möglichst viele Gegner zu erschießen oder einem großen Holzhammer platt zu klopfen.

Abbildung 1: Der Raketenwerfer ist nur auf etwas größere Entfernungen empfehlenswert.

Waffenkammer

Zu Beginn einer Partie besitzt man lediglich besagten Holzhammer und eine einfache Pistole, die sich praktischerweise stetig selbst nachlädt. In der Landschaft verstreut liegt diverses weiteres Schießgerät, angefangen bei einer Schrotflinte bis hin zu einem Raketenwerfer. Deren Munition geht allerdings nach und nach aus.

Abbildung 2: Auch wenn man mit zwei schnellen Leertastenschlägen einen besonders hohen Sprung ausführt, erreicht man nur mit dem Enterhaken höhere Plattformen.

Um den Angriffen der Gegner auszuweichen, springt man entweder rechtzeitig in der zerklüfteten Landschaft in Deckung oder sucht mit Hilfe eines Enterhaken das Weite. Letzt genannter bietet auch die einzige Möglichkeit, höher gelegene Plattformen zu erreichen oder an der Decke baumelnd auf potentielle Opfer zu schießen.

Abbildung 3: Gegen die Übermacht der beiden roten hat das blaue Teammitglied selbst mit seinem Holzhammer keine Chance.

Jeder eingesteckte Treffer nagt an der Gesundheit. In welchem Umfang hängt von der verwendeten Waffe ab. So verursacht der Holzhammer relativ viel Schaden, verlangt dafür aber, dass der Gegner direkt vor einem steht. Mit der Pistole trifft man auch auf weite Entfernung, klaut dabei allerdings nur wenige Gesundheitspunkte. Zusätzlichen Schutz bieten Schilde, die in der Umgebung herum liegen. Je mehr man von ihnen einsammelt, desto länger hält man einem Angriff stand. Konnte man einen Kontrahenten trotz dieser Gegenmaßnahmen endlich niederstrecken, erhält man einen Punkt gutgeschrieben. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt schließlich die Partie.

Abbildung 4: Hat man das Zeitliche gesegnet, blendet Teeworlds eine Abrechnung ein.

Treffpunkt

Neben diesem sogenannten Deathmatch-Modus kennt Teeworlds noch zwei weitere: Im Team-Deathmatch treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Es gewinnt dabei das Team mit den meisten Abschüssen. Im Capture the Flag-Modus muss man hingegen eine Fahne in die eigene Basis transportieren – dummerweise hat sich das die gegnerische Mannschaft ebenfalls vorgenommen. Das Spiel bringt insgesamt 11 verschiedene Karten mit, davon fünf für den Capture the Flag-Modus. Wem das nicht ausreicht, der darf sich auch eigene Kampfarenen basteln.

Abbildung 5: Verschiedene Landschaften sorgen für optische Abwechslung, wie hier etwa die karge Wüste. Spielerische Auswirkungen haben sie aber nicht.

Teeworlds ist vollständig als Multiplayer-Spiel ausgelegt. Man braucht also zwingend ein paar menschliche Mitspieler, die man in erster Linie im Internet findet. Wer genügend Freunde und Computer zusammentrommelt, kann auch eine Partie im eigenen Netzwerk starten. Dazu muss man allerdings einen separaten und im Lieferumfang enthaltenen dedizierten Server aufsetzen.

Abbildung 6: In dieser weihnachtlichen Schneelandschaft tritt das rote gegen das blaue Team an.

Fertigware

Wer in die knuddelige Prügelei einsteigen möchte, der sollte zunächst einen Blick in den Paketmanager seiner Distribution werfen. Einige von ihnen, wie etwa Ubuntu 10.10, bringen Teewars bereits mit. Andernfalls wechselt man auf die Projekt-Homepage [1], lädt sich dort über einen der großen Knöpfe die aktuelle Version herunter, entpackt das Archiv auf der Festplatte und startet das herausgepurzelte Programm teeworlds.

Abbildung 7: Sofort nach dem Start geht Teeworlds im Internet auf die Suche nach verfügbaren Partien.

Direkt nach dem Start findet man sich im textreichen Hauptmenü wieder. Im Hintergrund sucht Teewars automatisch das Internet nach Servern ab, auf denen bereits Partien laufen und präsentiert die Ergebnisse nach und nach auf dem ersten Register Internet. Bevor man hier vorschnell eines der Angebote anklickt, sollte man zunächst in die Einstellungen auf der Karte Settings wechseln. Dort wählt man unter Player ein Alter Ego und vergibt ihm einen beliebigen Spielernamen (im Feld Name). Weiter geht es zu den Grafikeinstellungen (Graphics), wo man die Auflösung (Display Mode) passend hochschraubt. Abschließend sollte man sich noch hinter den Controls die Tastaturbelegung einprägen.

Abbildung 8: In dunklen Gewölben sind schwarze beziehungsweise braune Spielfiguren für die Gegner schlechter zu erkennen.

Am Drücker

Um mit ihr etwas warm zu werden, sucht man auf dem Register Internet einen Server, auf dem sich noch keine Spieler tummeln. Das ist dann der Fall, wenn in der Spalte Players die erste Zahl eine 0 ist. Die zweite zeigt an, wie viele Spieler maximal in der Partie erlaubt sind. Per Connect katapultiert man sich dann in das Spielgeschehen. Standardmäßig läuft man mit [A] und [D], über die Leertaste springt man, während die Zifferntasten die Waffe wechseln. Die linke Maustaste löst einen Schuss aus, mit der rechten sendet man den Greifhaken aus.

Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, geht es per [Esc] und Disconnect wieder zurück ins Hauptmenü, wo man nun einer laufenden Partie beitreten kann. Das Kürzel in der Spalte Type nennt den Spielmodus, DM steht für Deathmatch, TDM analog für Team-Deathmatch und CTF für Capture the Flag. Sämtliche Modi zeigt Teewars allerdings nur dann an, wenn das Feld Game types auf der rechten Seite leer ist. Im Spiel repräsentieren links oben in der Ecke Balken die bis zu 10 Lebenspunkte, die Anzahl der vorhandenen Schilde und die verbleibende Munition.

Abbildung 9: Richtig viel Spaß macht Teeworlds erst, wenn sich wie hier mehrere echte Spieler die Raketen um die Ohren hauen.

Fazit

In einer laufenden Partie tummeln sich jedoch meist Könner und ballern Einsteiger zunächst in Grund und Boden. Nur wer hier die Flinte nicht ins Korn wirft und eventuell noch etwas an der Tastaturbelegung schraubt, wird mit einem rasanten und unkomplizierten Actionspiel belohnt. Obwohl Szenario und Grafik genug Raum für pfiffige Spielvarianten bieten, setzt Teewars auf die klassischen Standardmodi – Deathmatch und Capture the Flag kennt man auch aus zahlreichen anderen Actionspielen.

Der Ton beschränkt sich auf Schussgeräusche, dafür ist die Grafik äußerst gut gelungen und kann sich durchaus mit kommerziellen 2D-Spielen messen. Trotz der knuffigen, blutfreien Comic-Optik eignet sich Teeworlds nicht für ganz junge Spieler.

Teeworlds

Bezugsquelle: http://teeworlds.com/
Entwickler: Magnus Auvinen, u.a.
Lizenz: Eigene
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://teeworlds.com/

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