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Das Spiel zum Wochenende: Superbrothers: Sword & Sworcery EP

Mythische Pixelkunst

Das Spiel zum Wochenende: Superbrothers: Sword & Sworcery EP

17.11.2012 Die Heldin hat spindeldürre Beine, stakst durch einen grünlichen Pixelbrei, flackert nach Verwundungen und durchlebt eine abgedrehte Geschichte. In diesem Kunstwerk aus Kanada ist nicht nur alles ein wenig anders, sondern mitunter auch gewöhnungsbedürftig.

Das Action-Adventure mit dem langen Namen Superbrothers: Sword & Sworcery EP ist in gleich mehrfacher Hinsicht unkonventionell und merkwürdig. In der Rolle eines namenlosen Gottes muss der Spieler einer Mönchskriegerin bei der Vollendung eines Auftrags helfen. Zu Beginn des Spiels materialisiert sich die junge Dame in einer ziemlich pixeligen Waldlandschaft. Wie genau ihr Auftrag lautet und wie sie hier hergekommen ist, bleibt zunächst unklar. Mit einem Doppelklick auf einen Gegenstand läuft die Heldin los und untersucht oder benutzt ihn. Mit dem Mausrad darf man in die Landschaft hinein- oder herausfahren und so die Umgebung gezielt nach weiteren interessanten Objekten absuchen. Bis hierhin wirkt das Spiel wie ein uraltes Point-and-Click-Adventure.

Hier muss die Kriegerin einen Weg in den Steinkopf finden.

Haudrauf

Mit der Zeit trifft die Kriegerin auf weitere Bewohner der mythischen Welt. Einige von ihnen helfen ihr auf ihrer Mission, andere Kreaturen wiederum greifen sie an. Im Kampf erscheinen die Kontrahenten in Großaufnahme und können sich nicht mehr von der Stelle bewegen. Der Spieler lässt mit einem Mausklick auf ein Schwert- und ein Schildsymbol die Kriegerin angreifen oder abblocken. Da jeder Gegner sein ganz eigenes Angriffsmuster hat, kommt es auf die passende Reaktion im richtigen Moment an.

In Kämpfen gilt es einfach nur im richtigen Moment auf das richtige der beiden Symbole zu klicken.

Insgesamt fünf gegnerische Treffer hält die Kriegerin aus. Geht sie verwundet aus einem Kampf heraus, flackert sie leicht vor sich hin. Erst die Ruhe auf einer Bank oder vor einem Feuer holt ihre vollständige Lebensenergie zurück.

Ein Doppelklick lässt die Heldin zu einer Stelle laufen oder ein Objekt benutzen. Die Aktion untermalt dabei der weiße Kreis.

Irrungen und Wirrungen

Im späteren Spielverlauf lernt die Heldin noch Zaubern. Mit dieser Gabe muss sie unter anderem Musikrätsel lösen und fliegende magische Kobolde beeinflussen. Ungewöhnlich ist auch die Erzählweise: Durch das Spiel leitet ein Zigarre rauchender Herr namens Archetype. Die mitunter recht witzig geschriebenen, englischen Texte sprechen immer in „wir“-Form. An bestimmten Stellen darf man besondere Entdeckungen und seinen Fortschritt twittern – ein entsprechendes Konto beim Kurznachrichtendienst vorausgesetzt. Schließlich beeinflussen auch noch die Mondphasen im echten Leben die Umgebung der Heldin im Spiel.

Dieser merkwürdige Herr führt durch die Geschichte und fordert den Spieler nach einem Kapitel auch schon einmal auf, eine Pause einzulegen.

Ursprünglich erschien Superbrothers: Sword & Sworcery EP für das iPhone. Mittlerweile ist das Action-Adventure aber auch für Linux zu haben [1]. Für ein paar Tage bekommt man es noch als Bestandteil des Humble Bundle for Android 4 [2]. Im Rahmen dieser Aktion darf man für Superbrothers: Sword & Sworcery EP und ein paar weitere Spiele zahlen, was man möchte.

Auf Standbildern wirkt die Nahansicht wie ein wilder Pixelhaufen, die volle Wirkung des Grafikstils entfaltet sich erst in der Bewegung.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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