Das Spiel zum Wochenende: Stealth Bastard Deluxe

Stealth Bastard Deluxe

Hochgeschwindigkeitsversteckspiel

22.06.2013
Das Schleichspiel Splinter Cell ist langweilig, leicht und vor allem viel zu langsam – zumindest wenn man es mit einem Jump-and-Run-Spiel der Curve Studios vergleicht. In ihm muss ein kleiner Held durch zweidimensionale Level düsen und sich dabei möglichst nicht zermatschen lassen.

In Stealth Bastard Deluxe dirigiert der Spieler ein merkwürdiges Männchen mit ungesunder Gesichtsfarbe und Nachtsichtgerät über die Plattformen eines futuristischen Industriekomplexes. Gemeinerweise ist das Areal bis zum Rand mit fiesen Lasern, beweglichen Wänden, scharfen Sägeblättern, Wachrobotern und anderen tödlichen Dingen bestückt. Kameras überwachen einzelne Bereiche und lösen eine Falle aus, sobald der Held in ihr Sichtfeld gelangt. Zu allem Überfluss darf der kleine Kerl noch nicht einmal zurückschießen.

Ein kleines Beispiel für ein Rätsel: Sobald der Held links unten im Bild in das grüne Sichtfeld der Kamera gerät ...

Leisetreter

Folglich bleibt nichts anderes übrig, als an den Kameras und Robotern vorbeizuschleichen und sich möglichst im Dunkeln zu halten. Das fällt besonders schwer, wenn sich die Schatten immer wieder verändern, etwa durch rotierende Deckenlampen oder schließende Luken. Wie gut der Held derzeit getarnt ist, verrät eine spezielle Anzeige am unteren Bildschirmrand. Ein weiteres Problem sind zu laute Geräusche: Auf bestimmten Bodenbelägen ist jeder Schritt zu hören, was wiederum mit Lasern bestückte Roboter veranlasst nach dem Rechten zu sehen. Obendrein lösen die Fallen allesamt recht schnell aus. Man hat folglich nur selten Gelegenheit für eine Verschnaufpause.

... verriegelt diese alle Türen. Folglich bleibt nur, die Kamera irgendwie zu überlisten und sich außerhalb ihres Sichtfeldes zu bewegen.

Immer wieder gilt es kleinere Rätsel zu lösen. So muss man etwa eine passend zurechtgeschobene Kiste als Treppe missbrauchen oder ein Terminal hacken, um am anderen Ende eines Abschnitts eine Tür zu öffnen. Mitunter muss man sogar gezielt eine Falle auslösen, etwa wenn diese zwar einen Laser aktiviert, aber auch gleichzeitig am anderen Ende einen kleinen Spalt zu einem anderen Raum öffnet. Im späteren Spielverlauf bekommt der Held immerhin ein paar Hilfsmittel gestellt. So kann er etwa mit einer Holografie die angriffslustigen Roboter in die Irre führen oder sich für kurze Zeit mit einem Tarnanzug unsichtbar machen.

Immer mal wieder trifft man auf solche schweren Boss-Gegner, die man nur mit einer ganz besonderen Taktik überlisten kann.

Flotte Reanimation

Stirbt der Held, setzt ihn das Spiel einige Meter vor der Todesfalle wieder ins Spiel zurück. Die entsprechende Passage darf man immer wieder versuchen, ein Zeitlimit oder andere Beschränkungen gibt es nicht. Das Spiel stoppt allerdings die Zeit, die man zum Durchqueren eines Levels benötigt. Wer besonders flink ist, darf sich in einer Highscore-Liste im Internet verewigen. Insgesamt sind 80 Level zu meistern. Wem das nicht ausreicht, der darf mit dem eingebauten Level-Editor eigene Herausforderungen basteln und über das Internet mit anderen Spielern tauschen.

Gerät man in das Sichtfeld einer der Kameras, löst diese sofort einen Laser aus. Unbeschadet kommt daher nur ans Ziel, wer sich in den leider bewegenden Schatten hält.

Stealth Bastard Deluxe verkaufen die Curve Studios für 9 Euro über Steam [3], eine Testversion gibt es nicht. Derzeit läuft allerdings noch die Humble-Bundle-Aktion [2]. Dort darf man für Stealth Bastard Deluxe und ein paar weitere Spiele zahlen was man möchte. Im Gegensatz zu Steam erhält man dort eine Version des Spiels ohne Kopierschutz.

Das Spiel kommentiert das Geschehen immer mal wieder mit sarkastischen Texten.

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