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Immer geradeaus

Das Spiel zum Wochenende: Starry

12.03.2011 Mitte der 80er Jahre ballerte man sich in Shoot-Em-Ups mit einem Raumschiff durch seitwärts scrollende 2D-Landschaften. Das Erstlingswerk des Entwicklers Indéfini verlegt das klassische Spielprinzip in die dritte Dimension.

In Starry steuert der Spieler einen Raumgleiter, der unaufhaltsam und mit konstanter Geschwindigkeit durch eine futuristische Landschaft fliegt. Die beständig heran stürzenden Gegner eliminiert man wahlweise mit der eingebauten Laserkanone oder einer Salve Raketen. Letztere stehen allerdings nur in limitierter Stückzahl zur Verfügung.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die sternförmigen Hindernisse in dieser Röhre zerplatzen bei Dauerbeschuss. Ansonsten hilft nur ausweichen.

Treffsicher aufs Treppchen

Mit zunehmender Spielzeit werden die gegnerischen Angriffswellen sukzessive stärker und hartnäckiger. Gleichzeitig rast die Landschaft immer schneller auf den Spieler zu. Bremsen ist unmöglich, wie ein Kind auf der Wasserrutsche bleibt nur noch ausweichen – oder schießen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Gegner greifen meist in ganz bestimmten Formationen an.

Jede Kollision und jeder gegnerische Treffer zehren an den Schutzschilden. Sind sie restlos aufgebraucht, ist das Spiel beendet. Abgeschossene Feinde erhöhen nicht nur das eigene Punktekonto, sondern hinterlassen ab und an auch Bonusgegenstände. Sie erneuern unter anderem die Schilde oder stocken den Raketenvorrat auf. Ziel des Spiels ist es, die höchst mögliche Punktzahl zu erreichen. Die weltweit hundert besten Spieler verewigt zudem eine Highscore-Liste auf der Starry-Homepage [1].

Französische Kunst

Die 3D-Grafik besteht aus kolorierten Drahtgittermodellen, die leicht an den Klassiker Tempest erinnern [2]. Zusammen mit der piepsenden Musik erzeugt Starry eine ziemlich ungewöhnliche Atmosphäre.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Umgebung ist mal düster…

Der "Accelerating Rail Shooter" ist das Erstlingswerk der Franzosen Simon Chapuis und Christophe Sadoine. Unter dem Namen Indéfini vertreiben sie Starry für 4,99 Dollar auf Ihrer Homepage [1]. Dort erhält man auch eine kostenlose Demo-Version. Die heruntergeladene Datei muss man zunächst ausführbar machen (beispielsweise unter Eigenschaften im Kontextmenü der rechten Maustaste) und dann starten. Es erscheint ein Installationsassistent, dessen Fragen man in der Regel einfach abnickt. Anschließend findet man einen entsprechenden Eintrag im Start- beziehungsweise Anwendungsmenü.

Abbildung 4

Abbildung 4: … und mal recht freundlich gestaltet. In Bewegung wirkt die minimalistische Grafik allerdings spektakulärer als hier auf den Standbildern.

Flugstunde

Starry meldet sich mit seinem Hauptmenü, in dem man zunächst mit den Pfeiltasten den Punkt controls ansteuert und ihn mit der Eingabetaste aufruft. Die jetzt angezeigte Tastaturbelegung sollte man sich gut einprägen und gegebenenfalls ändern. Nicht jedem dürfte etwa behagen, dass das Raumschiff mit der Pfeiltaste nach oben tatsächlich nach unten fliegt. Per [Esc] geht es ins Hauptmenü zurück, wo man unter play den eigenen Gleiter besteigt. Ihn lenkt man standardmäßig mit den Pfeiltasten, [s],[d],[w],[e] leiten spezielle Ausweichmanöver ein.

Abbildung 5

Abbildung 5: In solchen engen Passagen muss man den Raumgleiter über die entsprechenden Tasten um 90 Grad kippen – oder früh genug ausweichen.

Den Abzug der Laserkanone betätigt man mit der Leertaste, idealerweise nimmt man von ihr den Daumen erst wieder am Spielende herunter. Laserstrahlen fliegen immer geradeaus, ganz im @L:Gegensatz zu ihren Raketenkollegen. Um sie abzufeuern, peilt man zunächst per [c] die in der Nähe befindlichen Gegner an. Sobald man die Taste wieder loslässt, machen sich entsprechend viele Raketen auf den Weg. Je mehr Feinde man auf diese Weise auf einmal ausschaltet, desto mehr Punkte gibt es. Bonusgegenstände erscheinen als Sterne, die man einfach durchfliegt, um sie aufzusammeln.

Abbildung 6

Abbildung 6: Hier hat der Raketenwerfer gleich drei Gegner auf einmal ins Visier genommen.

Wer die 4,99 Dollar investiert, erhält Zugang zur Windows- und Linux-Version, sowie allen zukünftigen Updates. Darüber hinaus führt die Starry-Homepage für die Vollversion eine eigene Highscore-Liste.

Abbildung 7

Abbildung 7: Während zu Beginn die feindlichen Raumschiffe noch recht wehrlos einfach auf den Spieler los stürmen, schießen spätere Exemplare äußerst treffsicher zurück.

Fazit

Starry ist schnell erlernt, aber schwer zu meistern. Es braucht keine Hintergrundgeschichte, hier wird einfach nur unkompliziert geballert und die Geschicklichkeit an der Tastatur unter Beweis gestellt. Die Level sind fair, extrem abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail gestaltet, der Schwierigkeitsgrad steigt genau im richtigen Maß an.

Grafisch erinnert Starry an die ersten 3D-Spiele der 80er Jahre. Diesen Retro-Charme möchte die piepsende Hintergrundmusik unterstreichen, zerrt aber schon nach kurzer Zeit an den Nerven – glücklicherweise lässt sie sich in den options abschalten.

Abbildung 8

Abbildung 8: Der grüne Stern stockt beim Aufsammeln den Raketenvorrat auf.

Die mit dem Internet synchronisierte Highscore-Liste trägt im Moment noch zur Motivation bei. Das könnte sich jedoch ändern, wenn einige Fans die Punkte auf den nur 100 verfügbaren Plätzen in für Anfänger unerreichbare Höhen schrauben.

Nichtsdestotrotz macht Starry eine Menge Spaß, die 5 Dollar und eventuell eine kleine Spende, ist das kurzweilige Spiel allemal wert. Wer Shoot-em-Ups mag, wird Starry lieben.

Abbildung 9

Abbildung 9: Am Ende einer jeden Runde übermittelt das Starry den erzielten Punktstand automatisch an die Highscore-Liste auf der Homepage.

Starry

Bezugsquelle: http://indefini.org/starry/
Entwickler: Indéfini
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4,99 Dollar plus Spende
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik
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