Qualmende Reifen

Hübsche Rennpappe

Einigen der Wagen haben die Entwickler animierte Fahrer spendiert, in der Außenansicht wirkt es folglich nicht mehr so, als würden die Autos ferngesteuert über die Piste brettern. Apropos Ansichten: Neben den klassischen Stoßstangen- und Verfolgeransichten gibt es noch unzählige weitere Kameraperspektiven. So darf man sein Auto auch aus der Vogelperspektive betrachten und sogar auf eine Helmkamera umschalten. Ähnlich wie in der Need-for-Speed-Reihe schwenkt dabei mit jeder Lenkbewegung auch die Sicht leicht in die entsprechende Richtung.

Speed Dreams bietet auch ungewöhnliche Kameraperspektiven, wie diese Überkopfkamera.

Steuern lässt sich der eigene Rennwagen per Lenkrad, Gamepad, Joystick, Tastatur und sogar die Maus. Die letzte Variante klingt etwas merkwürdig, funktioniert aber erstaunlich gut: Über die Pfeiltasten gibt man Gas, mit der Maus lenkt man nach links und rechts. Man darf sogar verschiedene Eingabegeräte miteinander kombinieren und etwa einen Joystick zum Schalten verwenden, während man mit dem Lenkrad steuert.

Speed Dreams ist modular aufgebaut, wer mag, kann fast alle Aspekte des Spiels verändern. Neben eigenen Strecken und Fahrzeugen darf man auch eine komplette Weltmeisterschaft oder einen eigenen Karrieremodus zusammenbasteln. Es lassen sich sogar für TORCS geschaffene Computergegner (Robots) nachinstallieren. Alle dazu nötigen Informationen findet man im Wiki [3].

Die Helmkamera nimmt in vielen Autos die Sicht auf die Strecke.

Fazit

Speed Dreams steckt voller interessanter und spannender Ansätze. Angefangen bei der Maussteuerung, über die Helmkamera und die Boxenstopps, bis hin zu den vielen unterschiedlichen Spielmodi. Dank der (modifizierten) Robots aus TORCS sind die gegnerischen Fahrer für ein kostenloses Spiel zudem recht intelligent.

So hässlich sind Rennen bei Nacht, die Scheinwerfer sind mehr Dekoration.

Dummerweise stößt man in der Praxis immer wieder auf kleine Probleme und Unzulänglichkeiten. So fehlt derzeit in den Paketen aus dem Ubuntu-PPA der Practice-Modus, den Karrieremodus muss man zudem separat nachinstallieren. Die Helmkamera nimmt einen Großteil der Sicht und erreicht nicht die Klasse des Vorbildes aus Need for Speed. Durch die Optionen- und Funktionsvielfalt fällt obendrein der Einstieg etwas schwer.

Aus der hoffnungslos veralteten Grafikengine versuchen die Streckenbauer das Beste herauszuholen. Insbesondere die Straßenkurse machen angesichts der Limitierungen eine äußerst gute Figur. Auch die Fahrzeuge wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Als angenehmer Nebeneffekt rasen die Autos auch auf etwas älteren Grafikkarten flüssig über den Asphalt.

Rennsportfans sollten Speed Dreams unbedingt eine Chance geben und am besten gleich bei der Verbesserung mithelfen – etwa mit einem selbst zusammengestellten Karrieremodus.

Speed Dreams 2.0

Bezugsquelle: http://www.speed-dreams.org/
Entwickler: Speed-Dreams-Projekt
Lizenz: GNU GPLv2 und Free Art License
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, sowie mindestens 1GHz Prozessor und 1GB Hauptspeicher

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Kommentare
Schöner Artikel
bart@neeneenee.de (unangemeldet), Sonntag, 29. April 2012 17:49:59
Ein/Ausklappen

Schöner Artikel, endlich mal mehr als nur News ala "Ist neu erschienen".

Das Projekt sucht zur Verkürzung der Release-Zyklen noch Unterstützung. Was, wer und wie erfährt man hier:
http://sourceforge.net/apps...c/speed-dreams/wiki/helpWanted


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