Diablo im Weltall

Das Spiel zum Wochenende: Snorms

In Snorms schlüpft man in die Rolle eines viel beschäftigten Soldaten, der eigentlich auf seiner Privatinsel etwas ausspannen wollte. Einen Strich durch dieses Vorhaben machen die plötzlich in Horden einfallenden Außerirdischen. Notgedrungen legt man die Rüstung an, steigt in seinen kleinen Panzergleiter und ballert sich seinen Weg durch die futuristische Insellandschaft.

Hier greifen die beiden bräunlichen außerirdischen Kästchen den Panzer an.

Hier greifen die beiden bräunlichen außerirdischen Kästchen den Panzer an.

Hindernisparcours

Die sieht man ähnlich wie im Rollenspiel Diablo [3] von schräg oben. Anhöhen, Podeste und Hügel sind dabei nicht nur Zierrat: Ein Monster auf einer Plattform lässt sich von unten nur mit dem entsprechenden Abstand abschießen. Einfach hochfliegen kann man mit dem wuchtigen Panzer nicht, wie ein Luftkissenfahrzeug gleitet er ausschließlich dicht über den Erdboden. Immerhin springt er per Tastendruck hoch, so dass sich zumindest niedrige Vorsprünge und Treppen erklimmen lassen.

Die blauen Gegner sind auf ihren Podesten jeweils von zwei Seiten durch eine kleine Mauer gegen Beschuss geschützt.

Die blauen Gegner sind auf ihren Podesten jeweils von zwei Seiten durch eine kleine Mauer gegen Beschuss geschützt.

Neben den schlecht gelaunten Außerirdischen findet man überall in den verwinkelten Karten auch neue nützliche Waffen, passende Munition und verschiedene Bonusgegenstände, wie etwa Heilkoffer, eine Tarnkappe oder Geldgeschenke. Mit dem gesammelten Zaster lassen sich später die eigenen Waffen aufrüsten. Das ist auch bitter nötig, da die eigentlich putzig aussehenden Gegner nicht nur mit immer stärkeren Geschossen aufwarten, sondern auch im Verlaufe des Spiels immer mehr Treffer einstecken.

Wie der kleine Balken über seinem kantigen Schädel anzeigt, segnet gleich der lilafarbige Bewacher des Schalters das Zeitliche.

Wie der kleine Balken über seinem kantigen Schädel anzeigt, segnet gleich der lilafarbige Bewacher des Schalters das Zeitliche.

Neben einem schnellen Finger am Abzug verlangt Snorms hin und wieder Köpfchen. Meist gilt es irgendwo einen Knopf zu drücken, der dann an einer anderen Stelle ein Tor öffnet. Einige andere Türen lassen sich wiederum nur mit einem ganz bestimmten Schlüssel öffnen, der irgendwo versteckt in der Landschaft liegt – normalerweise auch noch gut bewacht durch mehrere Monster. Wer alle mitgelieferten Level durchgespielt hat, darf sich mit dem eingebauten Editor selbst kniffligen Nachschub basteln.

Kaum hat man den Schalter gedrückt, strömen durch das geöffnete Tor schon neue Gegner nach.

Kaum hat man den Schalter gedrückt, strömen durch das geöffnete Tor schon neue Gegner nach.

One-Man-Show

Snorms ist das Spiel eines einzelnen französischen Programmierers, der sich hinter dem etwas holprigen Projektnamen Isometric Cube Engine Studio versteckt. Um Geld für die Weiterentwicklung zu sammeln, verkaufte er bereits Vorabversionen des Spiels über Desura [2] und auf seiner Homepage [1]. Die finale Version soll drei Episoden mit insgesamt 41 Karten umfassen, 6,99 Euro kosten und am 21. Mai 2012 erscheinen. Bis dahin gewährt der Entwickler noch einen Rabatt von 15 Prozent. Wer schon jetzt zuschlägt, erhält die fertige Version natürlich umsonst – zumindest wenn man den Angaben bei Desura Glauben schenkt.

Die Positionen der Gegner deckt Snorms erst dann auf, wenn sie der kleine Panzer tatsächlich sehen kann – man in diesem Fall also das Tor geöffnet hat.

Die Positionen der Gegner deckt Snorms erst dann auf, wenn sie der kleine Panzer tatsächlich sehen kann – man in diesem Fall also das Tor geöffnet hat.

Für alle unschlüssigen steht eine Demo-Version bereit. Sie basiert zwar noch auf einer älteren Snorms-Version, vermittelt aber recht gut das Spielgefühl. Man bekommt sie auf der Snorms-Homepage, indem man in die Rubrik Demo wechselt und dann Download Linux version (shell skript) anklickt. Das heruntergeladene Archiv entpackt man auf der Festplatte und startet dann die Datei snorms.sh. Im Hauptmenü entscheidet man sich direkt für den Punkt Play Demo Level. Den Panzer bewegen die Tasten [w], [a], [s], [d], die Leertaste lässt ihn hüpfen, die linke Maustaste feuert einen Schuss ab und zwischen den vorhandenen Waffen wechselt schnell das Mausrad. Um einen Schalter zu betätigen oder eine Tür zu öffnen, fährt man möglichst dicht heran, und klickt dann das Objekt mit der rechten Maustaste an.

Der Schalter links lässt sich nur umlegen, wenn man zuvor einen roten Schlüssel gefunden hat. Zudem sollte man tunlichst nicht in das grüne Säurebad fallen.

Der Schalter links lässt sich nur umlegen, wenn man zuvor einen roten Schlüssel gefunden hat. Zudem sollte man tunlichst nicht in das grüne Säurebad fallen.

Fazit

Snorms spielt sich wie das bekannte Rollenspiel Diablo, das jemand abgespeckt und ins Weltall geschossen hat: Auch hier erforscht man riesige Level, schießt auf alles, was sich bewegt und sammelt unablässig neue Gegenstände. Und tatsächlich erzeugt Snorms ein wenig von dem Suchtgefühl, das Diablo zu einem Bestseller gemacht hat. Die Genialität des Vorbilds erreicht Snorms allerdings nicht: Die Grafik ist zu karg und trist, wenngleich die kantigen Gegner einen witzigen Retro-Charme versprühen. Die Musik und Soundeffekte hört man sich schnell leid, die Level sind recht eintönig und mitunter auch etwas lieblos gestaltet. Für ein Einmannprojekt kann sich das Ergebnis jedoch durchaus sehen lassen. Ob es einem die knapp 7 Euro wert ist, sollte man anhand der Demo-Version am besten selbst entscheiden.

Snorms

Bezugsquelle: http://www.snorms.com
Entwickler: Isometric Cube Engine Studio
Lizenz: Kommerziell
Preis: 6,99 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik und Java

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.snorms.com

[2] Snorms auf Desura:
http://www.desura.com/games/snorms

[3] Wikipedia-Eintrag zu Diablo:
http://de.wikipedia.org/wiki/Diablo_%28Computerspiel%29

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