Bitte recht freundlich ...

Snapshot

Das Spiel zum Wochenende: Snapshot

16.02.2013
Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren ein Schaufenster mit einem neuen Notebook. Sobald Sie Zuhause das Foto auf den Tisch legen, steht eben jenes Notebook vor Ihnen. Genau solch eine Kamera besitzt ein kleiner Roboter im Jump-and-Run-Spiel von Retro Affect.

In Snapshot lässt man einen kleinen Roboter durch einen dicht bewachsenen Dschungel rennen, springen und kriechen. Als einzige Hilfe besitzt der kleine Kerl eine magische Fotokamera. Die mit ihr aufgenommenen Gegenstände verschwinden aus der Landschaft und landen in der Aufnahme. Später kann der Roboter dann das Foto an einer anderen Stelle wieder in der Wirklichkeit einsetzen. Diese nette Fähigkeit muss man immer wieder gezielt einsetzen, um kleine Rätsel zu lösen.

Um an die Sterne über den Dornen zu gelangen, fotografiert man einfach die Kiste ...

Schnappschuss

Steht der Roboter beispielsweise vor einer hohen Wand, schießt er schnell ein Foto von einem irgendwo in Sichtweite liegenden Klotz. Das Bild kann er dann vor der Wand wieder einfügen; der darauf abgebildete Klotz materialisiert sich direkt vor der Wand. Damit hat der Roboter wiederum eine kleine Treppe, über die er jetzt mühelos die Wand überspringen kann. Dummerweise speichert die Kamera immer nur bis zu drei Bilder gleichzeitig, man muss sich folglich gut überlegen, wann man was fotografiert.

... und fügt das Foto von ihr an der Stelle über den Dornen ein. Dadurch materialisiert sich die Kiste, auf die der Roboter dann springen kann.

Wie echte Fotos lassen sich auch die magischen Pendants drehen, was man wiederum für clevere Tricks missbrauchen kann. Nimmt man beispielsweise einen herannahenden Feuerball auf, dreht das Bild um und setzt es wieder in die Landschaft ein, so fliegt der Feuerball jetzt direkt wieder zurück. Mitunter muss man auch Geschick und Köpfchen verbinden: Wer im freien Fall einen federnden Gegenstand direkt unter sich materialisieren lässt, springt noch einmal in der Luft hoch – und erreicht so besonders hohe Plattformen.

Die Pflanzen dienen als kleine Katapulte.

Sternstunden

Auf seiner Reise durch den Urwald trifft der kleine Roboter immer wieder auf weitere merkwürdige Gesellen. Einige wollen dem Helden ans Leder, andere wiederum kann der Roboter für seine Zwecke einspannen. Beispielsweise eignen sich kleine Elefanten und spezielle Blumen ideal als Trampolin. Sollte der kleine Roboter auf seinem Weg sterben, muss man den kompletten Level von vorne beginnen.

Die Kiste hier steckt in einem speziellen Käfig, weshalb man sie nicht „abfotografieren“ kann.

Ziel ist es, den Ausgang in Form einer großen, leuchtenden Kugel zu finden. Zusätzlich sind überall im Level Sterne und Bonusobjekte versteckt. Die meisten lassen sich nur mit besonders viel Köpfchen und dem geschickten Einsatz der Fotokamera erreichen. Schließlich stoppt Snapshot auch noch die Zeit, die man zur Durchquerung eines Levels benötigt. Wer unterhalb einer Vorgabe bleibt, erhält eine kleine Auszeichnung.

Erst der Schalter öffnet den Käfig.

Billigware

Einmal gemeisterte Abschnitte darf man jederzeit noch einmal in Angriff nehmen, um so auch alle bis dahin nicht entdeckten Bonusobjekte aufzusammeln oder die Durchlaufzeit zu verbessern. Insgesamt gilt es 100 Level zu erkunden. Im späteren Verlauf verlässt der Roboter sogar den Urwald und entdeckt drei weitere Gegenden.

Der Entwickler Retro Effect vertreibt Snapshot direkt über seine Homepage für 9,99 Dollar [1]. Wer drei Euro drauflegt, erhält auch noch den Soundtrack. Eine Testversion stellt der Entwickler leider nicht bereit. Einen recht guten Eindruck vom Spielgefühl vermittelt immerhin ein Video auf der Homepage.

Diese merkwürdige Pflanze kann man erst dann als Platform benutzen, wenn man sie fotografiert, dann das Foto auf den Kopf dreht, und die Pflanze dann an der Stelle wieder einfügt.

Fazit

Snapshot erfindet das Jump-and-Run-Genre nicht neu, führt mit der Kamera aber ein pfiffiges wie erfrischend neues Element ein. Das wiederum strapaziert ziemlich stark die kleinen grauen Zellen des Spielers. Häufig muss man sogar um die Ecke denken – warum beispielsweise nicht einmal einen Elefanten in die Luft werfen? Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam aber unaufhaltsam an, zu Beginn gibt Snapshot zudem viele Lösungshinweise. Das schaltet zudem immer mehrere Level gleichzeitig frei. Wer einmal in einem Level festhängt, kann folglich erst einmal in einem anderen weitermachen.

Um einen Gegenstand abzufotografieren, muss man ihn nur sehen können.

Die Puzzle selbst wiederholen sich jedoch recht schnell. In der Regel muss man einfach einen größeren Gegenstand als Kletter- oder Sprunghilfe „heranfotografieren“. Zudem ist die Steuerung etwas schwammig, sodass man häufiger in einen tödlichen Dornenbusch hinein und nicht darüber hinweg springt. Die liebevoll gezeichnete Comic-Grafik und die stimmige Hintergrundmusik entschädigen jedoch ein wenig. Wer Jump-and-Run-Spiele mit knackigen Knobeleinlagen liebt und gerne etwas experimentiert, kann bei Snapshot bedenkenlos zugreifen.

Snapshot

Bezugsquelle: http://www.retroaffect.com/games/1/snapshot/
Entwickler: Retro Affect
Lizenz: Kommerziell
Preis: ab 10 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Intel Core 2 Duo oder besser, mindestens 2GB Hauptspeicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.retroaffect.com/games/1/snapshot/

Ähnliche Artikel

Kommentare
Snapshot
Marcus Moeller (unangemeldet), Samstag, 16. Februar 2013 11:01:19
Ein/Ausklappen

Ich hatte das Spiel schon vor deinem Artikel entdeckt und finde es wirklich super. Das Spielprinzip ist genial und macht viel Spass


Bewertung: 108 Punkte bei 5 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht