Modernes Dosenwerfen

Wie in Breakout [2] drischt der Spieler auch in Shatter mit einem futuristischen Tennisschläger einen Ball gegen eine Wand aus Blöcken. Trifft der Ball einen Block, zerfällt dieser in seine Einzelteile. Verfehlt man den zurückkommenden Ball, verliert man diesen und muss mit einem anderen weitermachen. Wie beim klassischen Dosenwerfen hat man auch in Shatter nach dem Spielstart nur drei Bälle zur Verfügung.

Im Kern ist Shatter ein dreister Breakout-Klon.

Mit etwas Glück purzelt aus einem getroffenen Block ein Bonusgegenstand heraus. Diese spendieren unter anderem einen zusätzlichen oder besonders durchschlagskräftigen Ball – vorausgesetzt, man konnte den Bonusgegenstand rechtzeitig mit dem Schläger einsammeln. Hat man schließlich alle Blöcke eliminiert, geht es in einem neuen Level mit anders angeordneten Blöcken weiter. Obendrein schreibt das Spiel für fast jede Aktion Punkte gut.

Der Feuersturm kostet zwar wertvolle Energie, mit ihm räumt man das Feld aber auch etwas schneller ab.

Mehr Energie!

Dieses simple, an sich bereits suchterzeugende Spielprinzip bohrt der Entwickler Sidhe Interactive weiter auf. Zunächst hinterlässt in Shatter jeder getroffene Block ein paar kleine Energiebälle. Mit dem Schläger eingesammelt, füllen diese nach und nach einen Energiebalken. Ist Letztgenannter vollständig aufgeladen, kann man über eine Taste einen Feuersturm auf die Blöcke niederprasseln lassen und so die Arbeit des Balls unterstützen.

Die Bruchstücke aus gelben Steinen wandern langsam Richtung Schläger.

In späteren Leveln trifft man auf Blöcke mit speziellen Verhaltensweisen. Besonders heimtückische Exemplare taumeln physikalisch korrekt auf den Schläger zu. Bei einem Zusammenstoß verliert man kurzzeitig die Kontrolle über den Schläger. Um das zu vermeiden, weicht man entweder rechtzeitig aus oder aber man aktiviert ein Schutzschild. Dieses knabbert allerdings sukzessive am Energiebalken.

Schaltet man den Schläger in den Saugmodus, zieht dieser alle Gegenstände an.

Volle Saugkraft

Folglich gilt es nicht nur die Flugbahn des Balls im Auge zu behalten, sondern auch möglichst schnell die freigesetzten Energiebälle einzusammeln. Beschleunigen kann man Letzteres, indem man den Schläger in eine Art Staubsauger verwandelt. Das zieht die kleinen blauen Energiebälle zwar rasend schnell an, der Sog wirkt sich aber auch auf die Flugbahn des Balls und alle anderen umherfliegenden Gegenstände aus. Glücklicherweise lässt sich der Schläger auch in einen Ventilator umwandeln, der alle Gegenstände von sich weg bläst. Den Luftstrom kann man so geschickt nutzen, um den Ball im Flug ab- und auf einen ganz bestimmten Block umzulenken.

Bei diesem Bosskampf muss man den Kraken wiederholt ins Auge treffen.

Abschließend gibt es immer mal wieder sogenannte Boss-Kämpfe, bei denen man ein großes Monster mit dem Ball „erschlagen“ muss. Jeder Boss besitzt dabei seine ganze eigene Angriffstaktik.

Modus operandi

Für weitere Abwechslung sorgen verschiedene Spielmodi, die man allerdings erst nach und nach freischalten muss. Während man im Abenteuermodus der Reihe nach vorgegebene Level meistern muss, gilt es im Endlosspiel möglichst lange zu überleben. Beim Gegen-die-Uhr-Modus muss man innerhalb von fünf Minuten möglichst viele Punkte sammeln. In den beiden zuletzt genannten Modi darf man auf Wunsch sogar zu zweit vor einem Monitor auf Punktejagd gehen (Co-op-Modus). Einzelspielern bleibt der Bonus-Modus vorbehalten, in dem man drei Bälle möglichst lange auf einem leeren Spielfeld halten muss. Im Boss-Modus trifft man schließlich alle erledigten Boss-Gegner wieder.

Im Co-op-Modus steuert jeder Spieler einen eigenen Schläger.

Die Entwickler verkaufen Shatter über ihre Homepage für 10 Dollar. Eine Testversion steht nicht bereit, das Video auf der Homepage [1] gibt zudem nur einen unzureichenden Einblick in den Spielablauf. Den 90-minütigen Soundtrack des Independent-Musikers Module (alias Jeremiah Ross) kann man zudem als Album für 3 Dollar erwerben.

Fazit

Es ist erstaunlich, was man noch alles aus dem alten Breakout herausholen kann. In den ersten Spielminuten passiert ständig etwas Neues, fast jeder Level erfordert eine andere Taktik – das gilt insbesondere für die einfallsreichen Boss-Kämpfe. Shatter spielt sich dabei streckenweise sogar mehr wie ein Action-, denn ein Geschicklichkeitsspiel.

Die runden Spielfelder verlangen ganz eigene Taktiken.

Im späteren Spielverlauf gingen den Entwicklern aber offenbar die Ideen aus. Abgesehen von den Boss-Kämpfen wiederholen sich alle Spielelemente und beginnen so zu langweilen. Daran ändern auch die alternativen Spielmodi nichts: Sie sind wenig innovativ und überbrücken höchstens eine Mittagspause. Allenfalls die Co-op-Modi machen mit einem gut gelaunten Partner etwas länger Spaß.

Man kann auch mehrere Bälle ins Rennen schicken, Shatter zieht den neuen Ball aber vom vorhandenen Kontingent ab.

Die Grafik reißt prinzipbedingt niemanden vom Hocker, dafür motiviert immerhin die schmissige Elektropop-Musik. Der Preis von 10 Dollar scheint somit etwas überteuert. Breakout-Liebhaber können blind die Brieftasche öffnen, alle anderen sollten sich zumindest das Video auf der Homepage anschauen [1]. Wer statt des Weltraumstils mehr auf ein Fantasy-Szenario steht, kann sich übrigens alternativ auch Wizorb ansehen [3].

Shatter

Bezugsquelle: http://www.shattergame.com
Entwickler: Sidhe Interactive
Lizenz: Kommerziell
Preis: 10 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.shattergame.com

[2] Breakout:
http://de.wikipedia.org/wiki/Breakout_(Computerspiel)

[3] Das Spiel zum Wochenende: Wizorb, Tim Schürmann: „Steinbruch“, LinuxCommunity, 06.10.2012:
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Wizorb

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Kommentare
Steam
Marcus Moeller (unangemeldet), Samstag, 23. Februar 2013 11:18:36
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Zumindest bei Steam gibt es das Game bisher nicht für Linux.


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Re: Steam
Tim Schürmann, Samstag, 23. Februar 2013 15:54:31
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Auf der Homepage von Shatter einfach rechts auf den "Humble Store" klicken. Man bekommt dann Versionen für alle drei großen Betriebssysteme (Windows, Mac OS X und Linux) - und das gegenüber Steam sogar DRM-frei.


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