Pitcroft

Der Programmierer Jayenkai entwickelt Spiele in nur einer Woche – und das auch noch am laufenden Band. In seinem zweihundertsten Werk (als Zahl: 200) aus dem Juli 2010 schickt er eine gewisse Lara Croft in den Urwald. Die junge und in Jayenkais Werk ziemlich kantige Dame ist auf der ständigen Suche nach Kreuzen. Um an diese heranzukommen, springt und klettert sie durch Höhlen, Tempel und dichten Dschungel.

Lara muss an das gelbe Kreuz auf der rechten Seite. Dummerweise ist das Loch in der Erde groß um darüber springen zu können. Gezwungenermaßen muss Lara runterspringen und einen anderen Weg suchen.

Hupfdohle

Im Kern ist RetroRaider II ein ganz normales Jump-and-Run-Spiel. Grafik und Spielprinzip erinnern dabei frappierend an den 80er-Jahre-Klassiker Pitfall! [2]. Ziel ist es, im Urwald ein Kreuz zu finden. Den Weg dorthin versperren unter anderem Mauern, Fallgruben, Schlingpflanzen und verschlossene Türen. Im Gegensatz zu vielen anderen modernen Jump-and-Run-Spielen bewegt sich der Bildschirmausschnitt in RetroRaider II nicht mit. Verlässt Lara einen Raum, schneidet das Spiel hart auf den angrenzenden Raum um. Da sich die Räume zudem optisch ähneln, ist folglich ein guter Orientierungssinn gefragt.

Neben dem Dschungel erkundet Lara auch Tempel. Die rote Tür rechts oben kann sie mit dem roten Schlüssel öffnen.

Das Leben im Dschungel erschweren Lara unter anderem Fledermäuse, unablässig rollende Baumstämme (beziehungsweise rote Dinge, die rollende Baumstämme darstellen könnten), Tretminen, Selbstschussanlagen, missgelaunte Mumien und natürlich niedliche kleine Hunde. Jede Kollision mit einem Gegner kostet Lara etwas Lebensenergie. Auffrischen kann man die mit einem der herumliegenden Arzneikoffer – so man denn einen solchen aufspüren konnte.

Mit der aufgesammelten Munition kann sie die Fledermaus im oberen Teil ins Jenseits befördern. Den Munitionsvorrat zeigen die komischen Balken ganz recht unten in der Bildschirmecke an.

Ballermann

Wehren darf sich Lara mit ihrer Pistole. Dummerweise ist die Munition begrenzt. Die meisten Gegner stecken zudem mehrere Treffer ein, ehe sie zu einem Pixelklumpen zusammensacken. Neue Munition erhält man, indem man die hin und wieder herumliegenden Gewehrkugeln einsammelt. Geht die Munition aus, gilt es die Bewegungsmuster der Gegner zu studieren und dann gezielt über sie hinweg zu springen.

In dieser Höhle warten gleich mehrere Fallen auf Lara: Links oben bricht die Decke ein, direkt darunter wartet eine Tretmine, auf der rechten Seite fiese Speere.

Für bestimmte Aktionen, wie etwa aufgesammelte Munition, erhält Lara Punkte gutgeschrieben. Die gibt es auch für das Zusammentragen der quer über den Level verteilten blauen Diamanten. Diese Wertgegenstände liegen jedoch häufig an schwierig zugänglichen Stellen. Wer besonders viele Punkte sammeln konnte, darf sich in einer Highscore-Liste verewigen. Sind die sechs mitgelieferten Level durchgespielt, kann man sich selbst neue basteln. Dazu muss man allerdings ein paar Dateien im XML-Format auf eigenen Faust mit einem Texteditor mühsam abändern, ein komfortabler Editor fehlt.

Im Titelbild zeichnet das Spiel rechts unten die höchsten Punktestände auf. Deren Verlauf zeigt darunter noch einmal ein Diagramm.

RetroRaider II bekommt man kostenlos auf seiner Homepage [1]. Dort muss man nur auf den Pinguin klicken, dann das erhaltene ZIP-Archiv auf der Festplatte entpacken und das Programm 256-RetroRaiderII starten. Im Hauptmenü drückt man [z], die Hintergrundgeschichte kann man ebenfalls mit [z] überspringen. Im Spiel steuert man Lara mit den Pfeiltasten. Der Pfeil nach oben lässt Lara springen, der Pfeil nach unten ducken. Mit [z] gibt die Heldin einen Schuss ab – vorausgesetzt sie hat noch Munition in ihrer Waffe.

Mit diesen Mumien ist nicht gut Kirschen essen.

Fazit

RetroRaider II ist eine nette kleine Parodie auf Tomb Raider und Pitfall. Die Grafik ist übertrieben pixelig, die Hintergrundgeschichte platt und durchgeknallt, die Steuerung ziemlich nervös, es gibt nur sechs Level und doch macht es aus irgendeinem Grund Spaß, sich durch die Bildschirme einen Weg zum nächsten Kreuz zu bahnen. RetroRaider II ist zwar kein Spiel, das längerfristig motiviert, aber doch eine nette Fingerübung für zwischendurch.

RetroRaider II

Bezugsquelle: http://jayenkai.socoder.net/GameList.php?ShowJust=206
Entwickler: Jayenkai
Lizenz: Eigene
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution

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