In Reprisal blickt der Spieler schräg von oben auf eine kleine Insellandschaft. Auf ihr geht ein kleines Völkchen selbstständig seinem Arbeitsalltag nach. Als übermächtiger Gott darf man in dieses Treiben indirekt eingreifen, indem man etwa mit gezielten Mausklicks die Landschaft verändert, alle Gläubigen zu einem bestimmten Punkt ruft oder zum Angriff gegen ein anderes Volk bläst. Jede Aktion hat dabei Auswirkungen auf die Einwohnerzahlen und die militärische Ausrüstung: Auf einem plattgeklopften Landstrich kann das eigene Volk schneller größere Festungen errichten, als in einem bewaldeten Gebirge.
Stoßgebete
Bevor man sich als Landschaftsarchitekt betätigen kann, muss man die passenden Fähigkeiten erst noch sukzessive erwerben. Das geschieht über Totems, spezielle Symbole, die immer mal wieder auf den Inseln herumliegen. Sobald sie ein Mitglied des eigenen Volkes einsammelt, beherrscht man automatisch die entsprechende Fähigkeit oder Naturgewalt. Dummerweise wuseln auf den Inseln auch noch bis zu drei andere Völker herum. Die greifen nicht nur jeden Eindringling an, sondern annektieren auch munter immer weitere Landstriche. Folglich gilt es nicht nur die Totems zu erreichen, sondern auch die gegnerischen Völker in Schach zu halten.
Unterstützen kann man seine Schützlinge, indem man die bereits erlernten Naturgewalten gegen das feindliche Volk einsetzt: So eine kleine Feuersbrunst im Dorf des Gegners sollte den eigenen Soldaten einen kleinen Vorteil verschaffen. Dummerweise schlagen die Götter der gegnerischen Völker mit den gleichen Mitteln zurück. Man muss folglich aufpassen, dass nicht das eigene Volk in einem Flammenmeer schmort. Darüber hinaus kostet der Einsatz einer Fähigkeit Energie, das sogenannte Mana. Dessen Vorrat regeneriert sich um so schneller und steigt um so höher, je größer das eigene Volk ist. Immerhin lassen sich die Fähigkeiten geschickt kombinieren. Beispielsweise kann man die Festungen des Gegners zunächst bewalden. Das anschließend gelegte Feuer breitet sich dann über die trockenen Tannen wesentlich schneller, weiter und vor allem effektiver aus, als in einer kargen Steppe.
Nach dem Spielstart darf man eine der bereits freigespielten Inselkarten auswählen. Jede von ihnen schreibt ein anderes Spielziel vor. So muss man etwa auf einer Karte nur ein neues Totem ergattern, während es auf einer anderen gleich das komplette gegnerische Volk zu besiegen gilt. Insgesamt darf man 30 verschiedene Karten erkunden, 15 Totems einsammeln und sich mit vier verschiedenen Landschaftstypen herumschlagen.
Luftnummer
Reprisal ist beim Vertrieb Desura für 6,50 Euro zu haben [3]. Dort steht auch eine Demo-Version mit den ersten vier Karten zum Hineinschnuppern bereit. Die Linux-Version ist allerdings kein natives Programm, sondern verlangt die Laufzeitumgebung Adobe AIR. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um einen aufgebohrten Flash Player. Da Adobe sowohl diesen als auch AIR nicht mehr weiterentwickelt, muss man wohl oder übel zunächst eine veraltete AIR-Version installieren. Auf einigen aktuellen Distributionen erfordert das allerdings ein paar Verrenkungen. Wie man AIR und ein darauf aufbauendes Programm installiert, erklärt ausführlich ein Tipp der Woche [4]. Die dort für Botanicula durchgeführten Schritte funktionieren auch mit Reprisal.
Wem das zu aufwendig ist, der kann Reprisal auch im Browser unter [1] spielen – vorausgesetzt, der Adobe Flash Player ist installiert. Im Gegensatz zur Browser-Variante enthält die kommerzielle Linux-Version von Reprisal verbesserte Musik in Stereo-Qualität und freispielbare „Herausforderungen“.




