Das Spiel zum Wochenende: Read Only Memories

Das Spiel zum Wochenende: Read Only Memories

Redende Roboter

22.10.2016
Vor allem Ende der 1980er Jahre bedienten sich viele Spiele beim Cyberpunk, einem düsteren Science-Fiction-Genre. An genau diese Zeit erinnert ein aktuelles Adventure von MidBoss – einschließlich der rudimentären Pixelgrafik.

Im Adventure Read Only Memories schlüpft der Spieler in die Rolle eines Journalisten, der sich mit Kritiken über Kopfhörer und anderem technischen Schnickschnack über Wasser hält. Die finanziellen Mittel erlauben lediglich eine Einzimmerwohnung mit verstopftem Spülbecken und defektem Fenster. Der Zugang zum weltumspannenden Netzwerk erfolgt über einen alten, röchelnden Computer. Einen schicken persönlichen Roboter-Assistenten gibt das Budget ebenso wenig her, wie eine genetische Modifikation. Durch letztgenannte lässt sich das Aussehen verändern – spitze Ohren wie ein Fuchs sind im Jahr 2064 kein Problem mehr. Das Leben des Journalisten ändert sich jedoch schlagartig, als eines Morgens ein Roboter vor seinem Bett steht.

Lediglich die Einführung am Anfang des Spiels liest ein professioneller Sprecher vor.

Schlaues Kerlchen

Dieser stellt sich als Turing vor und scheint Haustürschlösser knacken zu können. Zumindest solche mit einem altersschwachen Türschloss. Turing berichtet von einer abenteuerlichen Entführung des Programmierers Hayden Webber, einem alten Freund des Spielers. Grund für das Kidnapping sei vermutlich Haydens Arbeit gewesen: In seiner Freizeit hätte er eine neue Form von künstlicher Intelligenz entwickelt. Turing sei das Ergebnis dieser Entwicklung und somit der erste denkende Roboter. Nach einer kurzen Diskussion schafft es schließlich Turing, den Spieler auf die Suche nach Hayden zu schicken.

Klickt man einen Gegenstand wie hier das Buch an, erscheinen weitere Aktionsmöglichkeiten. Über die Hand kann man beispielsweise versuchen, das Buch aus dem Fenster zu ziehen.

Read Only Memories wirkt wie ein Adventure aus den Anfängen der 1990er Jahre. Im oberen Teil zeigt ein kleines, pixeliges Standbild die Umgebung aus der Sicht des Spielers. Sobald dieser mit der Maus einen Gegenstand oder eine Person anklickt, erscheinen mehrere Symbole, über die sich wiederum unterschiedliche Aktionen ausführen lassen. Gespräche mit Turing oder anderen Bewohnern der Stadt laufen nach dem Multiple-Choice-Prinzip ab, aufgehobene Gegenstände wandern in einen Rucksack. Durch die geschickte Kombination der Gegenstände, vor allem aber durch zahlreiche Diskussionen, versucht der Spieler nach und nach Licht in die mysteriöse Entführung zu bringen.

In Gesprächen mit anderen Personen wählt man eine von mehreren möglichen Fragen – oder Antworten.

Teure Unterhaltung

Die Entwickler finanzierten ihr Adventure über eine Spendenaktion auf Kickstarter, bei der am Ende über 64.000 US-Dollar zusammenkamen [5]. Das fertige Spiel vertreibt MidBoss für rund 20 Euro auf Steam [2], knapp 18 Euro auf Gog.com [3] sowie für 18,50 Euro im Humble Store [4]. Wer Read Only Memories bei Gog.com und im Humble Store erwirbt, erhält eine kopierschutzfreie Version. Beim Kauf im Humble Store darf man das Spiel zusätzlich auf Steam freischalten. In jedem Fall bekommt man eine 32- und eine 64-Bit-Version.

Über die Landkarte reist man schnell zwischen den verschiedenen Orten.

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