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Eingeknickt

Das Spiel zum Wochenende: Phlipple

10.12.2011 Einen rechteckigen Umzugskarton platzsparend zusammenzufalten dürfte wohl jedem gelingen. Ganz anders sieht das schon bei den komplexeren Würfelgebilden aus, die das Knobelspiel des Entwicklers phuzzboxmedia auswirft. Dann beginnt so manche Hirnzelle zu rauchen.

In der Grundschule musste man aus kleinen Papierstreifen Würfel falten. Auch Bewerbungstests wollen häufig wissen, ob sich eine gezeigte Figur zu einer Kiste knicken lässt. Genau dieses Prinzip dreht das Denkspiel Phlipple um: Ein aus zahlreichen quadratischen Wänden bestehendes dreidimensionales Gebilde muss der Spieler so zusammenfalten, dass zum Schluss alle Wände aufeinander liegen.

Abbildung 1: Es gilt einfach immer das türkisfarbene Rechteck auf einen Kollegen zu klappen, bis von denen keine mehr da sind.

Zerknickt

Im Gegensatz zu einer echten Müslischachtel darf man hier allerdings nicht einfach drauftreten, sondern immer nur die gerade hervorgehobene Fläche umklappen. Teilweise ist das sogar nur in eine ganz bestimmte Richtung erlaubt. Wer sich verfaltet und so etwa aus einem Karton zwei gemacht hat, muss das Puzzle von vorne beginnen. Konnte man den kompletten Kasten zusammenfalten, bringt das Spiel ein etwas komplexeres Gebilde auf den Schirm. Bereits gelöste Puzzle darf man jederzeit noch einmal in Angriff nehmen und so etwa einen kürzeren Faltweg finden.

Abbildung 2: Wer sich verknickt und so beispielsweise das Gebilde in zwei Teile zerrissen hat, muss das Puzzle noch einmal von vorne beginnen.

Phlipple ist eigentlich ein Spiel für das iPhone und Android-Smartphones [2]. Für etwas weniger als 2 Euro erhalten ihre Besitzer insgesamt 100 verschiedene zusammenfaltbare Objekte. Die Version für Linux ist im Gegensatz kostenlos und sogar OpenSource, bringt dafür aber auch nur 50 Level mit.

Abbildung 3: Im späteren Verlauf trifft man auch auf solch komplexeren Gebilde, wobei teilweise die kleinen Rätsel durchaus gemeiner sein können.

Lagerraum

Wer selbst ein wenig falten möchte, muss das Spiel zunächst aus dem Quellcode erstellen. Dazu zückt man den Paketmanager und holt die Entwicklungspakete zu den Bibliotheken SDL, SDL_Image, SDL_Mixer, vorbisfile und GLEW nebst ihren Abhängigkeiten auf die Festplatte. Unter Ubuntu sind das die Pakete libsdl1.2-dev, libsdl-image1.2-dev, libsdl-mixer1.2-dev, libvorbis-dev und libglew1.5-dev. In einem Terminal-Fenster installiert sie auf einen Schlag der Befehl:

sudo apt-get install libsdl1.2-dev libsdl-image1.2-dev libsdl-mixer1.2-dev libvorbis-dev libglew1.5-dev

Jetzt wechselt man auf die Phlipple-Homepage [1], folgt dort dem Sourceforge.net-Link, klickt den grünen Download-Knopf an und entpackt das heruntergeladene Archiv auf der Festplatte. Im so neu entstandenen Phlipple-Verzeichnis öffnet man ein Terminal-Fenster und ruft nacheinander die drei Befehle:

./configure
make
sudo make install

auf. Das Spiel startet dann nach der Eingabe von phlipple.

Abbildung 4: An den roten Kanten darf man immer nur in bestimmte Richtungen umknicken.

Im Hauptmenü aktiviert man den großen grünen Wiedergabeknopf. Auf der nun erscheinenden Karte steht jedes Rechteck für ein Puzzle. Da man noch keines freigespielt hat, bemüht man einfach wieder den großen grünen Wiedergabeknopf. Im Spiel selbst dreht man die Landschaft mit [a] und [d], die Pfeiltasten schwenken die hervorgehobene Wand.

Abbildung 5: Die grünen Kästchen stehen für bereits gelöste Puzzle.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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