Linux sucht den Superstar

Das Spiel zum Wochenende: Performous

Das Spiel zum Wochenende: Performous

28.11.2009
Dieter Bohlen hat ausgedient: Bewaffnet mit einem Mikrofon und dem unbestechlichen Partyspiel Performous kann jeder seine Gesangsqualitäten in den eigenen vier Wänden unter Beweis stellen.

Auf Videospielkonsolen feiern derzeit Singspiele – wie etwa SingStar für die PlayStation – einen Verkaufserfolg nach dem anderen. Im Kern handelt es sich dabei um simple Karaoke-Programme, die jedoch nicht nur einfach den Liedtext anzeigen, sondern auch gleichzeitig noch prüfen, wie gut die Sänger die richtigen Töne treffen. Je besser dies gelingt, desto mehr Punkte gibt es.

Heimstudio Equipment

Ursprünglich unter dem Namen UltraStar NG gestartet, holt Performous das Karaoke-Spielprinzip auf handelsübliche Linux-Rechner. Obwohl es noch in einer recht frühen Entwicklungsphase steckt, liegt es bereits in den Repositories von Ubuntu 9.10 und Debian. Für andere Distributionen stehen auf der Homepage fertige Pakte bereit.

Die Auswahl eines Songs erfolgt in einer iTunes-ähnlichen Ansicht. Für Freunde freier Software gibt es sogar einen eigenen Song.

Neben dem Spiel selbst benötigt man noch spezielle, mit den Liedtexten versehene Musikstücke. Die Macher von Performous haben ein paar freie Songs zusammengetragen und bieten sie im gleichnamigen Bereich auf ihrer Internetseite zum Download an. Einige der Stücke enthalten sogar Videos, die später während des Spiels im Hintergrund ablaufen. Damit Performous die Lieder erkennt, entpackt man die ZIP-Archive in das Verzeichnis ~/.ultrastar. Wer etwas Zeit investiert, kann auch eigene Musikstücke in Karaoke-Versionen umwandeln. Den Aufbau der Liedtext-Datei schaut man sich mangels Dokumentation am Besten von einem vorhandenen Musikstück ab.

Die hellblauen Balken geben die richtige Tonhöhe vor. Sie gilt es im richtigen Moment mit der Stimme zu treffen.

Last but not least benötigt man noch ein Mikrofon, für Duette derer zwei, sowie eine unter Linux aktivierte Audiohardware. Ob letztere die Mikrofone auch tatsächlich erkennt, sollte man an Besten noch vor dem Start von Performous beispielsweise mit einem Audiorekorder überprüfen.

Vorhang auf

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, startet man das Spiel über das Startmenü oder „performous“ in einem Terminalfenster. Standardmäßig läuft Performous in einem Fenster, per [Alt]+[Eingabe] schaltet man in den Vollbildmodus um.

Am Ende wird gnadenlos abgerechnet. Hier erreichte das Duell fast einen Gleichstand.

Die Bedienung ist schnell erklärt: Im Hauptmenü gelangt man per [S] zur Musikauswahl, in der man mit den Pfeiltasten durch das Angebot blättert. Pfeil hoch und runter ändern die Sortierreihenfolge. Hat man sich auf einen Song geeinigt, startet ihn die Eingabetaste – umgehend. Als nächstes heißt es einfach los singen.

Treffsicher

Wie bei Karaoke üblich, erscheint am unteren Rand der Liedtext, das gerade zu singende Wort hebt Performous farblich hervor. In der Mitte des Bildschirms laufen von rechts nach links die Noten durch. Sobald sie den schwarzen Strich erreicht haben, sollten sie mit dem gesungenen Ton übereinstimmen. Letztere repräsentieren die Wellenlinien auf der linken Seite. Die des ersten Spielers sind blau, die des zweiten Rot. Den aktuellen Punktestand notieren die Zähler am linken oberen Rand. Dort findet man auch einen Fortschrittsbalken, der die bereits verstrichene Lieddauer repräsentiert. Am Schluss erscheint eine kleine Abrechnung, auf eine Highscore-Liste muss man leider verzichten.

Die Hintergrundbilder oder -Videos bringen die Musikstücke mit. Manche sind allerdings so bunt, dass sich der Text kaum entziffern lässt.

Performous ist nicht das einzige Singspiel für Linux. So buhlen beispielsweise auch UltraStar Deluxe oder SingSong um angehende Sänger. Im Gegensatz zur Konkurrenz verwendet Performous jedoch die Fast Fourier Tranformation (FFT) zur Analyse der gesungenen Texte, was zu einer besseren Erkennung der einzelnen Töne insbesondere bei Duetten führen soll.

Fazit

Performous ist ein ziemlich simpel gestricktes Spiel, das nur in der Gruppe richtig Spaß macht. Der steigt und fällt wiederum mit dem vorhandenen Musikmaterial. Im Gegensatz zu seinen kommerziellen Vorbilden muss Performous auf bekannte Titel verzichten und mit ziemlich gewöhnungsbedürftigen, kostenlosen Songs vorlieb nehmen. So ist beispielsweise die Huldigung eines schwedischen Möbelhauses sicherlich nicht jedermanns Sache. Darüber hinaus erschweren einige zu bunte Hintergrundbilder den Blick auf den Text und das Notenblatt. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt zweifelsohne ein lustiges Partyspiel. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler in zukünftigen Versionen noch die Langzeitmotivation verbessern.

Bezugsquelle: http://performous.org/index.html
Hersteller: Performous-Projekt
Lizenz: GNU GPL v2
Preis: steht noch nicht fest
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung

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Einzelne Ausgabe
 

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Kommentare
Bezugsquelle falsch
aufpasser (unangemeldet), Sonntag, 29. November 2009 02:09:49
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Die Bezugsquelle linkt ins 404 ^^


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Re: Bezugsquelle falsch
Tim Schürmann, Sonntag, 29. November 2009 12:38:27
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Das "l" am Ende gehört noch zur Adresse. :)

http://performous.org

langt aber schon.

Übrigens ist gestern die Version 0.4.0 erschienen, also direkt nach der Veröffentlichung des Artikels. :)


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Re: Bezugsquelle falsch
Marcel Hilzinger, Sonntag, 29. November 2009 20:22:55
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Danke, habe das L jetzt mit rein genommen :-)


Bewertung: 130 Punkte bei 6 Stimmen.
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