Krawalle und Hiebe

PainTown

Das Spiel zum Wochenende: PainTown

01.09.2012
Kloppe bis der Arzt kommt – das verspricht Jon Rafkind mit seinem kleinen Prügelspiel im Retro-Stil. Doch anders als man auf den ersten Blick vermuten könnte, verlangt das Street-Fighter-Imitat durchaus Köpfchen und Geschicklichkeit.

Bis weit in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren Prügelspiele en vogue. Die Bandbreite reichte dabei von Karate-Simulationen bis hin zu abgedrehten Straßenschlachten. Besonders viel Spaß machten Kämpfe gegen oder mit einem echten Mitspieler. Dieser Zeit huldigt PainTown – und das nicht nur mit seiner gezeichneten, pixeligen Retro-Grafik.

Hier bekommt der Held gerade einen Fußtritt von einem gewissen Herrn Mickey verpasst.

Haudraufinix

Nachdem man sich für eine Spielfigur entschieden hat, läuft man mit ihr eine düstere Straße entlang. Auf dem Weg zum Ende strömen unablässig Gegner heran, die es stilvoll zu verhauen gilt. Jede Spielfigur besitzt ihre ganz eigenen Stärken, Schwächen und Spezialschläge. Folglich benötigt man etwas Geschick und gutes Timing, um gezielt Treffer zu landen und dabei gleichzeitig den Hieben der übrigen Angreifer auszuweichen.

Mandy kann mit ihrer Spezialfähigkeit gleich mehrere Angreifer in ihrer näheren Umgebung ausschalten. Das kostet allerdings auch einen Teil ihrer Lebensenergie.

Gegner und Helden verfügen jeweils über eine ganz bestimmte Menge Lebensenergie. Jeder Treffer reduziert diese Energie ein Stückchen – um wie viel genau, hängt von der Art des Treffers ab. So fügen Schlagstöcke und Spezialangriffe mehr Schaden zu, als ein einfacher Faustschlag. Lebensenergie zurück bringen die immer mal wieder herumliegenden gegrillten Hähnchen und Äpfel.

Hier verprügelt Kagetsura gemeinsam mit dem grünen Blanka die Schergen – sie versuchen es zumindest.

Hat man das Ende der Straße erreicht, geht die Massenschlägerei vor einer anderen Kulisse von vorne los. Wer einen Freund findet, darf mit ihm gemeinsam die Computergegner vermöbeln. Damit wäre auch schon das gesamte Spielprinzip erklärt.

Dank eines ordentlichen Schwerthiebs sieht hier Chris gleich die Radieschen von unten.

Aufbautraining

PainTown selbst lässt sich sehr leicht erweitern und verändern. Wie man eigene Level, Spielfiguren und Spielmodi erschafft, verrät das PainTown-Wiki [3]. Darüber hinaus enthält PainTown das ebenfalls kostenlose Prügelspiel M.U.G.E.N [5]. Dies führt zu der etwas kuriosen wie verwirrenden Situation, dass man im Hauptmenü von PainTown auch M.U.G.E.N starten kann. Man landet dann in einer Art Karate-Simulation, in der es in aneinandergereihten Duellen seinen jeweiligen Gegner zu besiegen gilt.

In PainTown ist auch M.U.G.E.N enthalten, Figuren für das Spiel kann man unter bestimmten Umständen übernehmen.

PainTown steht auf seiner Homepage nur als Quellcode-Archiv zur Verfügung [1]. Lediglich Ubuntu-Nutzer können ein PPA-Repository anzapfen. Wie das funktioniert, zeigt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung im PainTown-Wiki [4]. Alle anderen laden sich mit einem Klick auf den Link Source das Quellcode-Archiv herunter und entpacken es auf ihrer Festplatte. In einem Terminal-Fenster starten Ubuntu-Nutzer jetzt das Skript easy-compile-ubuntu, Fedora-Besitzer verwenden hingegen das Skript easy-compile-fedora. Beide Skripte spielen alle benötigten Pakete ein und übersetzen dann das Spiel. Unter anderen Distributionen holt man über den Paketmanager Scons und den g++-Compiler sowie die Entwicklerpakete zu Python, SDL, libpng, libfreetype6, libogg, libvorbis und libmpg123 hinzu. Anschließend übersetzt man das Spiel mit make. In jedem Fall startet ./paintown die Prügelpartie.

Zu Beginn darf man sich eine Spielfigur aussuchen. Darunter sind auch bekannte Gesichter aus Comics.

Für ein erstes schnelles Spiel wählt man im Hauptmenü Arcade, den Abenteuer-Modus und dann eine Spielfigur. Von ihr hängt auch die Steuerung ab. Generell lenkt man den Helden oder die Heldin mit den Pfeiltasten, die Leertaste lässt sie hochspringen. Angriffe führen die Tasten [a], [s] und [d] aus. Welche Schlagkombinationen damit möglich sind, verrät das PainTown-Wiki unter [6].

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