Keilerei auf Hawaii

Tropical Stormfront

Das Spiel zum Wochenende: Operation Stormfront - Tropical Stormfront

21.04.2012
Noble Master Games lädt auf idyllischen Tropeninseln schweres militärisches Gerät ab, mit dem sich dann die USA, China und diverse andere Länder gegenseitig beharken. Das Ergebnis ist ein kostenpflichtiges Echtzeitstrategiespiel für Mittagspause.

In Tropical Stormfront übernimmt der Spieler das Kommando über einen amerikanischen Stützpunkt. Der befindet sich stets auf einer tropischen Insel, auf der man mit einer oder mehreren Fabriken eifrig Panzer, Schiffe und Flugzeuge produziert. Dummerweise kostet der Bau eines Vehikels nicht nur Zeit, sondern auch einen gewissen Geldbetrag. Je größer und mächtiger die militärische Einheit, desto teurer kommt sie einen zu stehen. Darüber hinaus sind die einzelnen Fabriken in ihren Fähigkeiten und Kapazitäten beschränkt. So produziert eine Werft ausschließlich eine Handvoll vorgegebener Schiffsmodelle und von denen auch nur immer maximal acht auf einmal.

Zunächst beharken die kleinen Schiffe den Hafen des Gegners. Gleichzeitig macht sich eine Fähre mit ein paar Panzern an Bord auf den Weg.

Es fährt ein Schiff nach Hongkong

Frisches Geld für den Weiterbau schießt alle paar Sekunden automatisch der Staat nach. Er ist um so spendabler, je mehr Fabriken man dem Feind abgenommen hat. Der gibt seinen Besitz natürlich nicht freiwillig her, sondern möchte im Gegenteil auch noch die Gebiete der USA erobern. Zu allem Überfluss hockt der Gegner meist auch noch auf einer anderen Insel. Man kommt folglich nicht umhin, die Panzer in zuvor produzierte Fähren zu verpacken und diese dann über das Meer zu schippern. Schießt der Gegner die Fähre schrottreif, gehen unweigerlich auch alle teuren Panzer unter.

Nachdem der Hafen eingenommen ist, gilt es die Panzer zu entladen.

Die Einzelspielerkampagne von Tropical Stormfront erzählt in kargen Textwüsten eine ziemlich hanebüchene Geschichte. In ihr kämpfen die guten USA gegen den bösen Rest der Welt – von Belang für das Spielgeschehen ist das Epos glücklicherweise nicht. Stattdessen hangelt man sich einfach von Mission zu Mission, in denen es ganz unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen gilt. So muss man unter anderem den Feind komplett auslöschen, den gegnerischen General gefangen nehmen oder für eine bestimmte Zeit einen Massenangriff abwehren. Hinzu kommen reine See- und Luftkämpfe sowie Capture-The-Flag-Varianten. Für ein schnelles Spielchen zwischendurch würfelt der sogenannte Skirmish-Modus eine neue Karte nebst Mission zusammen. Mehrere Spieler können im Team über das LAN oder Internet gemeinsam gegen den Computer antreten – oder sich natürlich auch untereinander bombardieren.

Zu Beginn einer Partie nennt das Spiel die Teilnehmer und das Spielziel.

Testschuss

Tropical Stormfront sieht Noble Master Games als Auftakt einer ganzen Reihe von ähnlichen Echtzeitstrategiespielen. Jedes soll für Windows, Mac OS X, Linux, Android und iOS erscheinen. Die Linux-Fassung von Tropical Stormfront kostet 8 Euro und ist derzeit nur über die Vertriebsplattform Desura erhältlich [2]. Für die Android-Version zahlt man in Google Play übrigens nur die Hälfte [3]. Ein Verkauf über das Ubuntu Software Center ist geplant.

Dieser Hafen kann nur die links unten angebotenen Schiffstypen bauen, insgesamt acht gleichzeitig.

In das Spiel hineinschnuppern darf man vor dem Kauf mit der bereitgestellten Demo-Version. Sie enthält ein Tutorial und die ersten vier Missionen der Einzelspielerkampagne. Auf der Tropical-Stormfront-Homepage findet man die Demo-Version hinter dem Download-Knopf in gleich mehreren verschiedenen Paketformaten [4]. In der Regel muss man hier nur zum passenden .tar.gz-Archiv greifen, dieses auf der Festplatte entpacken und dann das Skript Tropical Stormfront starten. Nachdem es ein paar Spieldaten aus dem Internet nachgeladen hat, sollte man auf das Angebot ein- und das Tutorial angehen.

Das ist noch eine leichte Übung: Ausgehend von der Basis überrennt man einfach den chinesischen Gegner links unten.

Fazit

Tropical Stormfront ist ein klassisches Echtzeitstrategiespiel, das streng nach dem altbekannten Stein-Schere-Papier-Prinzip arbeitet. Jede Fraktion hat dabei die gleichen Fahrzeug- und Waffentypen, man erkennt somit auf einen Blick, ob man gleich über den Haufen geschossen oder siegen wird. Das ist zwar eingängig, auf die Dauer aber auch monoton und langweilig. Innovationen gegenüber anderen Echtzeitstrategiespielen sucht man vergebens, originell sind allenfalls die Capture-The-Flag-Varianten und das Team-Spiel (Co-Op-Modus) über das Netzwerk.

Wenn es heiß hergeht, kann man Freund von Feind kaum noch unterschieden.

Da man die Einheiten nur durch kleine Fahnen den Fraktionen zuordnen kann, verliert man gerade in den häufiger zelebrierten Massenschlachten schnell den Überblick. Immerhin erfordert die Insellandschaft ein wohlüberlegtes taktisches Vorgehen. Die Grafik ist zwar nett anzuschauen, aber auf dem Stand der Jahrtausendwende und somit weit von aktuellen Konkurrenztiteln entfernt. Die „einnehmenden Musik und Sound-Effekte“ gehen einem schon nach wenigen Minuten auf die Nerven. Das gilt besonders, wenn die weibliche Stimme in Massenschlachten pausenlos „wir werden angegriffen“ verkündet.

Wer sich für Echtzeitstrategiespiele interessiert, sollte anhand der Demo-Version selbst entscheiden, ob ihm Tropical Stormfront die knapp 8 Euro wert ist.

Operation Stormfront – Tropical Stormfront

Bezugsquelle: http://www.operationstormfront.com/
Entwickler: Noble Master Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: 7,99 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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Einzelne Ausgabe
 

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