Im Nahen Osten zettelt der Iran einen Krieg mit Europäern und Amerikanern an. Die fackeln selbstverständlich nicht lange und schlagen mit schwerem militärischen Gerät zurück. In Operation Stormfront: Desert Stormfront übernimmt der Spieler die Aufgaben eines Kommandanten, der im Auftrag der Europäer und Amerikaner mehrere vorgegebene Missionen erfüllen muss. So gilt es unter anderem bestimmte Gebäude zu erobern, den Gegner schlicht zu überrennen oder einen mehrere Minuten dauernden Angriff auf einen französischen Stützpunkt zu überstehen.
Ausgangspunkt einer Mission ist stets ein Basislager. Dieses Gebäude produziert auf Befehl neue militärische Fahrzeuge. Die möglichen Fahrzeugtypen reichen dabei von klassischen Panzern, über Raketenwerfern bis hin zu schnellen Aufklärungsfahrzeugen. Jedes Gefährt besitzt seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. So haben die Panzer beispielsweise eine erhöhte Durchschlagskraft, sind dafür aber auch relativ langsam. Die Aufklärungsfahrzeuge wiederum erweisen sich als besonders wendig, können dafür aber nur mit leichter Munition zurückschießen.
Bei der Überquerung von Flüssen und Seen helfen wahlweise Luftkissenfahrzeuge oder Fähren. Deren Kapazitäten sind jedoch begrenzt, die darin transportierten Fahrzeuge zudem während der Überfahrt wehrlos. Geht die Fähre unter, ist auch ihre teuer produzierte Ladung verloren. Im späteren Verlauf komplettieren noch Schiffe, U-Boote und Flugzeuge die militärische Ausstattung. Sämtliche Wasserfahrzeuge lassen sich allerdings nur in einem Hafen bauen, analog benötigt man für Flugzeuge einen Flughafen. In manchen Missionen besitzt man diese Gebäude schon zu Beginn, in anderen muss man sie erst erobern.
Jede Produktionsstätte kann nur eine bestimmte Anzahl Fahrzeuge gleichzeitig bauen. Das Zusammenschweißen dauert zudem seine Zeit – große Panzer brauchen länger als kleine Buggys. Darüber hinaus kostet jedes in Auftrag gegebene Gefährt Geld. Das wiederum verdient man mit Ölfeldern. Je mehr man von ihnen besitzt, desto mehr Geld kommt in die Kasse und desto größere und bessere Fahrzeuge darf man in Auftrag geben. Die Ölfelder muss man allerdings erst auf der Karte ausfindig machen und dann auch noch besetzen.
Hat man schließlich einen kleinen Fuhrpark beisammen, schickt man ihn Richtung Gegner. Dieser darf die gleichen militärischen Fahrzeuge produzieren wie der Spieler. Man sieht folglich auf einen Blick, ob man dem Gegner gewachsen ist oder doch besser schnell den Rückzug antreten sollte (Stein-Schere-Papier-Prinzip).
Neben den in einer Kampagne zusammengefassten Einzelspielermissionen kann der Spieler auch gegen Freunde im Netzwerk antreten. Wer in der Mittagspause kurz in die Wüste entschwinden möchte, lässt sich im Skirmish-Modus eine Mission nach dem Zufallsprinzip generieren.
Desert Stormfront ist bereits der zweite Teil aus der Operation-Stormfront-Serie [2]. Wie der Vorgänger kostet das Spiel knapp 10 Dollar. Wer zunächst probespielen möchte, greift auf der Homepage [1] unter Download zur Demo. Die Archive zu Desert Stormfront gibt es im unteren Bereich der Seite. Dort klickt man in der Zeile Linux ganz rechts das zur Distribution passende Paket an. Die .tar.gz-Archive muss man nur entpacken und dann das dabei herausgepurzelte Programm starten.
Desert Stormfront setzt ein installiertes Java Runtime Environment (kurz JRE) voraus, das durchweg alle größeren Distributionen an Bord haben. In unseren Tests wollte Desert Stormfront allerdings nicht mit dem üblicherweise installierten OpenJDK, sondern nur mit dem originalen JRE von Oracle zusammenarbeiten. Darüber hinaus verlangt das Spiel beim Start zwingend eine bestehende Internetverbindung – das gilt selbst für die Demoversion.
Die lustlos erzählte Hintergrundgeschichte spielt unnötig mit Klischees und ist vollkommen belanglos. In den Missionen muss man nur einfach stupide den Gegner auslöschen oder bestimmte Gebäude einnehmen. Zwar gibt es zahlreiche verschiedene Nationen, die aber allesamt über die gleichen militärischen Einheiten verfügen. Etwas taktischen Anspruch bringen immerhin die Transportfahrzeuge.
Gegenüber Tropical Stormfront muss man die Neuerungen mit der Lupe suchen. Es scheint, als hätten die Entwickler einfach nur überhastet die Grafiken aus dem Vorgänger ausgetauscht und dann dem Ergebnis in aller Eile irgendwelche Missionen übergestülpt. Letztendlich ist Operation Stormfront: Desert Stormfront ein simples Echtzeitstrategiespiel für zwischendurch. Wer Tropical Stormfront bereits besitzt, kann sich den Kauf von Desert Stormfront sparen.
Operation Stormfront: Desert Stormfront
| Bezugsquelle: | http://www.operationstormfront.com/ |
| Entwickler: | Noble Master Games |
| Lizenz: | Kommerziell |
| Preis: | 10 Dollar |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://www.operationstormfront.com/
[2] Das Spiel zum Wochenende: Operation Stormfront - Tropical Stormfront, Tim Schürmann: „Keilerei auf Hawaii“, LinuxCommunity, 21.04.2012
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Operation-Stormfront-Tropical-Stormfront