Sterntaler

Elite versetzte den Spieler 1984 in die Weiten des Weltalls, wo er als freischaffender Raumschiffpilot von Planet zu Planet eilt, eifrig Handel betreibt und seine Fracht gegen angriffslustige Piraten verteidigt. In den folgenden Jahrzehnten bedienten sich immer wieder Nachahmer an dem fesselnden Spielprinzip, darunter beispielsweise Freelancer oder das bereits hier vorgestellte VegaStrike. Während diese Spiele zahlreiche neue Elemente und Konzepte einführten, versucht Oolite möglichst nahe am Original zu bleiben. Lediglich die Grafik wurde ordentlich aufpoliert.

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Der Spieler beginnt seine Karriere mit einem knappen Startkapital an Bord seines kleinen Transporterschiffs der Cobra Mark III Baureihe. Sprit, Reparaturen und Aufrüstungen sind teuer, was wiederum stetig dazu zwingt, die Haushaltskasse aufzubessern. Dies erreicht man in erster Linie durch den Aufbau eines florierenden Handels.

Über die Taste 6 erfährt man, welche Planeten mit dem aktuellen Treibstoffvorrat zu erreichen sind. Für alle außerhalb des grünen Kreises müsste man nachtanken.

Vor diebischen Piraten schützt man sich am Besten mit Waffengewalt. Wer mag, darf auch selbst als Gesetzloser durchs All streifen und fremde Frachter plündern. Allerdings sollte man hier nicht zu sorglos walten, da einem Kopfgeldjäger und Polizei recht schnell und hartneckig an den Fersen kleben. Acht geben sollte man auch vor den Thargoiden, einer Alienrasse, die gegen alles und jeden Krieg führt.

Im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art, bleiben hier effektreiche Kämpfe jedoch selten - vorausgesetzt, man sucht sie nicht gerade. Genau wie sein Vorbild Elite, stellt auch Oolite den Simulationsgedanken in den Vordergrund. Das macht sich in erster Linie bei der komplexen Steuerung bemerkbar: Bevor man sein Fluggerät vollständig unter Kontrolle hat, wollen zahlreiche Tastenkürzel auswendig gelernt und wohl überlegt eingesetzt werden. Auch die berühmt berüchtigten Andockmanöver sind mit von der Partie: Um eine Raumstation betreten zu können, gilt es zunächst das eigene Raumschiff an ihre Eigenrotation anzupassen und dabei gleichzeitig in den offenen Hangar zu fliegen. Gerade für Anfänger endet der Versuch häufig als Schrotthaufen an einer Wand der Raumstation, den dabei verursachten Schaden zahlt man selbstverständlich aus der eigenen Tasche.

Durch selbst erzeugte Wurmlöcher gelangt man schnell von einer Ecke der Galxis zum anderen.

Die unendliche Geschichte

Oolite verzichtet fast vollständig auf ein Spielziel, die einzige Motivation bietet das wachsende Vermögen und die Aussicht auf den Rang eines „Elite“-Kämpfers. In die dünne Handlung führt lediglich eine Kurzgeschichte im Wiki des Projekts ein, später im Spiel tritt sie jedoch in den Hintergrund.

Das Runde muss in das Eckige: Andockmanöver an Raumstationen, wie diese hier, gestalten sich aufgrund der Eigenrotation als äußerst knifflig.

Wie schon beim Vorbild Elite liegt die Faszination des Spiels in seiner unglaublichen Handlungsfreiheit. Ob man reinen Handel betreibt, als Pirat durchs All streift, in die Dienste des Militärs tritt oder als Kopfgeldjäger arbeitet, bleibt einem vollkommen selbst überlassen.

Oolite wurde zudem von Anfang an offen und modular ausgelegt, was wiederum zahlreiche Erweiterungen hervorbrachte. Diese so genannten OXP Packs ergänzen den Weltraumhandel um zusätzliche Spielelemente, neue Missionen oder Gegenstände, wie etwa Waffen und Raumschiffe.

Installation

Ursprünglich wurde Oolite von Giles Williams für Mac OS X in der Programmiersprache Objective-C entwickelt. Daher leitet sich auch der Name ab: Object Oriented Elite. Viele Distributionen bringen Oolite in ihren Repositories mit. Dabei handelt es sich vielfach um die letzte stabile Version aus dem Jahr 2006. Die aktuelle Testversion 1.73.4 ist laut Homepage jedoch „schneller, schöner, stabiler und benötigt weniger Speicher“. Die Entwickler empfehlen daher ausdrücklich zur Testversion zu greifen. Sie steht im Downloadbereich als fertiges Paket zur Verfügung, dessen Installation allerdings etwas ungewöhnlich abläuft.

Fremde Planeten, wie hier Zaonce, bieten lukrative Handelsmöglichkeiten.

Sobald die Datei auf der Festplatte weilt, verwandelt man sie in eine ausführbare Datei (in der Regel über die das Kontextmenü der rechten Maustaste in ihren Eigenschaften). Anschließend ruft man das Programm auf und beantwortet seine erste Frage mit der Eingabetaste. Damit löst es über den Autopackage-Mechanismus automatisch alle benötigten Abhängigkeiten auf und installiert Oolite. Das Spiel startet man schließlich über den Eintrag im Anwendungsmenü oder alternativ in einem Terminalfenster per oolite.

Der Einstieg in den Elite-Klon gestaltet sich jedoch alles andere als einfach. Ein Schritt-für-Schritt-Tutorial findet sich im Internet nur noch versteckt in einer veralteten, aber dennoch weiterhin lesenswerten Fassung. Die übrige Dokumentation besteht aus dem bereits erwähnten Wiki, das mehr als eine Art Referenzhandbuch dient. Da Oolite fast sämtliche Tasten der Tastatur in Beschlag nimmt, sollten Neulinge unbedingt die Tastaturbelegung ausdrucken und neben den Bildschirm legen.

Fazit

Oolite fängt den Charme seines Vorbildes gut ein, wer Elite kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Die Grafik ist ordentlich gelungen, aber nicht überragend. Aufgrund seiner Komplexität und des Simulationscharakters ist Oolite kein Spiel für zwischendurch. Es verlangt nicht nur eine langwierige Einarbeitung, auch der Handel mit fremden Rassen nimmt viel Zeit in Anspruch. Unter dem Strich bietet Oolite damit eine ideale Ablenkung an langen, verregneten Winterabenden.

Bezugsquelle: http://www.oolite.org
Lizenz: GPL
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung, 400 MHz Prozessor und 256 MB Hauptspeicher genügen bereits.

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Einzelne Ausgabe
 

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Kommentare
Donauwalzer
Wolfgang Völker, Samstag, 05. Dezember 2009 15:52:16
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Hallo Tim,

hatte Elite auf dem C64. War mein erstes Computerspiel.

Gibt es in Oolite noch den Donauwalzer beim Andocken?


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Re: Donauwalzer
E.L.I.T.E. (unangemeldet), Samstag, 13. Februar 2010 20:43:09
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Ja gibt es, kannst du mit [s] an & aus schalten. :)


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