motogt_titel2.png

Heiße Öfen

Das Spiel zum Wochenende: MotoGT

05.02.2011
Ein kleines Rennspiel aus Spanien treibt potente Zweiräder über 10 verschiedene Rennstrecken. Obwohl die rasante Jagd nach Siegen noch in der Entwicklung steckt, darf man schon jetzt die Reifen ordentlich qualmen lassen.

MotoGT knüpft an klassische 2D-Rennspiele der frühen 90er Jahre an. Aus der Vogelperspektive steuert man ein MotoGP-Zweirad über derzeit zehn optisch wie spielerisch abwechslungsreiche Rennstrecken. Nervende Gegner darf man von der Strecke drängeln, während unterschiedliche Wetterbedingungen und Tageszeiten das Rennfahrerleben erschweren. Wer mit der Bande kollidiert oder von einem Konkurrenten über den Haufen gefahren wird, darf nach einer kurzen, aber gemeinen Zwangspause wieder auf sein Rad steigen und weiterfahren.

Abbildung 1: Bestimmte Manöver, wie hier den Überholvorgang, kommentiert das Spiel häufig und gerne. Auf das Rennergebnis haben sie aber zumindest in der BETA-Version noch keine Auswirkung.

Die Steuerung könnte einfacher nicht sein: Mit den Pfeiltasten gibt man Gas, bremst und lenkt. Dennoch braucht es seine Zeit, bis man das etwas behäbig reagierende Zweirad unter Kontrolle hat.

Obwohl dies alles genau die richtigen Zutaten für einen launigen Mehrspielermodus wären, darf man derzeit nur gegen computergesteuerte Fahrer antreten. Diese kennen immerhin verschiedene Schwierigkeitsgrade, fahren glücklicherweise nicht alle hintereinander auf einer Linie und rempeln sich schon einmal gegenseitig von der Fahrbahn.

Abbildung 2: Bei Nachtrennen ist die Strecke nur stellenweise beleuchtet, in den restlichen dunklen Flecken muss man auf seine Scheinwerfer vertrauen.

Meisterklasse

Für Langzeitmotivation sorgt der Karrieremodus. In ihm gilt es eine komplette Motorrad-Weltmeisterschaft zu absolvieren. Wie beim realen Vorbild gliedert sich ein virtuelles Rennwochenende in drei Teile: Zunächst darf man im Practice-Modus die Strecke beliebig lange erkunden. Anschließend hat man im Qualifying drei Runden, um eine möglichst gute Rundenzeit zu erfahren. Diese entscheidet schließlich über die Startposition im eigentlichen Rennen: Nur wer im Qualifying schneller als alle anderen Computer-Gegener war, steht auf der Pole Position.

Für ein schnelles Spiel zwischendurch gibt es den Quickrace-Modus. In ihm wählt das Spiel zufällig eine Strecke, auf der dann der Spieler drei Runden lang gegen 15 andere computergesteuerte Fahrer um den Sieg kämpft.

Abbildung 3: Aus der Botanik und den Kiesbetten neben der Strecke kommt man nur langsam wieder heraus.

MotoGT stammt aus der Feder des Spaniers Pablo Novara. Die im Moment vorliegende, vierte BETA-Version lässt noch ein paar geplante Funktionen vermissen. So hat man zwar die Wahl zwischen verschiedenen Motorradmodellen, die aber alle ein identisches Fahrverhalten aufweisen. Darüber hinaus fehlen noch fünf weitere Strecken und es gibt noch keine Unterstützung für Breitbildmonitore.

Abbildung 4: In der aktuellen BETA-Version darf man zwar schon das Motorrad wechseln, Auswirkungen hat das aber nicht. In späteren Versionen wird man sich die Zweiräder im Karrieremodus verdienen müssen.

Kickstart

Dennoch ist MotoGT schon jetzt sehr gut spielbar. Alles was man dazu benötigt, enthält das ZIP-Archiv von der Projekt-Homepage [1]. Zusätzlich installiert man über den Paketmanager der eigenen Distribution die SFML-Bibliothek. Unter Ubuntu ist sie über mehrere Einzelpakete verstreut: libsfml-audio1.6, libsfml-graphics1.6, libsfml-network1.6, libsfml-system1.6 und libsfml-window1.6.

Abbildung 5: Die Kamera fliegt nicht nur vor dem Start ein, sondern zoomt auch je nach Geschwindigkeit wieder leicht aus dem Geschehen heraus.

Nach dem Entpacken des MotoGT-ZIP-Archivs startet man probehalber das Programm MotoGT-32.bin beziehungsweise auf einem 64-Bit System MotoGT-32.bin. Sofern das Spiel nicht läuft, muss man noch kurz über den Paketmanager die Entwicklungspakete zu SFML (bei Ubuntu libsfml-dev), libpng (libpng12-dev), sowie den C++-Compiler (g++) und make hinzuholen. Dann ruft man im MotoGT-Verzeichnis das Kommando make auf, welches wiederum das Programm MotoGT.bin erstellt, über das man das Spiel schließlich startet.

Abbildung 6: Massenkarambolagen treten in MotoGT häufiger auf.

Um eine schnelle erste Runde zu drehen, wählt man im Hauptmenü Quickrace. Sein Kollege Career führt zum Karrieremodus, wo Practice zunächst ein paar Aufwärmrunden auf einer beliebigen Strecke gestattet. Das Single Race ähnelt dem Quickrace, nur dass man hier Rundenanzahl und Gegnerstärke selbst wählt. Championship startet schließlich die Weltmeisterschaft. MotoGT spricht übrigens neben Englisch derzeit nur Spanisch.

Abbildung 7: Ein Beispiel für kreatives Streckendesign: Auf diesem Kurs darf man sich nicht von den alten Straßenmarkierungen irritieren lassen.

Fazit

MotoGT erinnert stark an das legendäre SuperCars [2]. Es ist auf schnelle, unkomplizierte Rennen ausgelegt und somit im Inneren eigentlich mehr ein Geschicklichkeitsspiel. Die Strecken sind optisch äußerst abwechslungsreich und durchdacht entworfen, einfache Passagen wechseln sich mit fordernden ab. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass die Zweiräder wie Staubsauger klingen und die 2D-Grafik eher zweckmäßig ist.

In MotoGT finden Rennsportliebhaber genau das Richtige für Zwischendurch. Bleibt zu hoffen, dass Pablo Novara die Entwicklung weiter so fleißig vorantreibt und in der Zukunft noch einen Mehrspielermodus einbaut – den haben wir nämlich schmerzlich vermisst.

Abbildung 8: Das hellblaue Gekrissel soll Regen darstellen.

MotoGT

Bezugsquelle: http://motogt.sourceforge.net/
Entwickler: Pablo Novara
Lizenz: GPL, Creative Commons (CC-BY-SA)
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://motogt.sourceforge.net/

[2] SuperCars: http://de.wikipedia.org/wiki/Super_Cars

Ähnliche Artikel

Kommentare