Das Spiel zum Wochenende: Majesty Gold

Majesty

Legaler Bestechungsversuch

15.09.2012
Linux Game Publishing bietet seit Kurzem einige seiner Spiele auf Desura und im Ubuntu Software-Center für kleines Geld an. Darunter auch ein interessantes Echtzeitstrategiespiel, bei dem die Spielfiguren machen, was sie wollen.

Linux Game Publishing portiert seit 2001 bekannte kommerzielle Spiele auf Linux. Nach einem Führungswechsel im Januar 2012 hat der neue Geschäftsführer Clive Crous damit begonnen, einige ältere Spiele zu reduzierten Preisen in die mittlerweile etablierten Online-Vertriebsplattformen wie Desura und das Ubuntu Software-Center zu stopfen. Dort bekommt man seit ein paar Tagen auch die Gold-Edition des etwas ungewöhnlichen Echtzeitstrategiespiels Majesty: The Fantasy Kingdom Sim. In ihm muss man seine Untertanen mit Geld bestechen, damit die sich aus ihren Sesseln erheben und den Gegner ordnungsgemäß verhauen.

Auf den ersten Blick wirkt Majesty wie ein herkömmliches Echtzeitstrategiespiel.

Arbeitsmarkt

In Majesty übernimmt der Spieler die Rolle eines Königs, der ein kleines Reich in der Welt Ardania verwaltet. Dessen Landschaft ist alles andere als lauschig: Während in Erdhöhlen überdimensionale Ratten hausen, streifen Vampire durch die Wälder und knüppeln umherstreunende Trolle alles nieder, was ihnen über den Weg läuft. Obendrein sind die meisten anderen Könige in Ardania alles andere als kooperationsbreit. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen besitzt man in Majesty jedoch keine eigene gehorsame Armee. Stattdessen baut man rund um sein Schloss Gildenhäuser und Tempel. Mit diesen und etwas Kleingeld heuert man dann möglichst viele Helden an.

Hier heuert die Gilder der Krieger den bekannten Sir Tremor an.

Um das dazu notwendige Gold in die Kassen zu spülen, errichtet man weitere Gebäude, wie etwa einen Marktplatz oder eine Schmiede. Dort können die Helden dann entsprechende Ausrüstungsgegenstände erwerben. Der Marktplatz betreibt zudem regen Handel, was zu weiteren Einnahmen führt. Als König partizipiert man davon über Steuern. Die treibt ein kleiner Finanzbeamter ein, der fleißig von Haus zu Haus tingelt.

Der Steuereintreiber macht sich auf den Weg. In seinem Menü kann man genau festlegen, wie viel Geld er mindestens vor einer Heimkehr eingesammelt haben muss.

Gehaltsverhandlungen

Dummerweise wissen das auch die Gegner. So fangen schon einmal gerne herumstreunende Trolle den Finanzbeamten ab und rauben sein bis dato eingesammeltes Geld. Die meisten Eindringlinge gehen jedoch nicht ganz so subtil vor, sondern rennen einfach nur brandschatzend durch das kleine Dorf. Gegenwehr leisten die hoffentlich überall aufgestellten Abwehrtürme und natürlich die zuvor mühsam angeworbenen Helden.

Hier macht sich ein Troll über den Marktplatz her. Also schnell mit der roten Fahne eine Belohnung auf seinen Kopf ausgesetzt ...

Diese besitzen jedoch in Majesty allesamt eine ganz individuelle Persönlichkeit. So greifen sie grundsätzlich nur Ziele an, die ihnen auch interessant genug erscheinen – gezielt rumkommandieren lassen sie sich schon gar nicht. Also muss man etwas nachhelfen und unattraktive Ziele etwas attraktiver machen – natürlich indem man ein dickes, fettes Belohnungsgeld auslobt. Immerhin kann man das den Helden dann später bei Gelegenheit wieder aus den Taschen ziehen: entweder über die Steuern oder aber über den Verkauf von Gegenständen.

... und schon strömen die Helden herbei.

Bei Angriffen darf man auch selbst mit zahlreichen Zaubersprüchen nachhelfen, die jedoch erst einmal von Zauberern erforscht werden müssen. Alle Helden besitzen zudem wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte und spezielle Fähigkeiten, die sie im Laufe des Spiels sukzessive verbessern und ausbauen. Die meisten Gebäude verfügen über eine Forschungsabteilung. So kann man in der Schmiede bessere Schwerter in Auftrag geben oder auf dem Markt einen Heiltrank entwickeln lassen.

Massenschlachten wie diese hier verlaufen in der Regel recht unübersichtlich.

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