Mad Skills Motocross

Übersprungshandlung

Das Spiel zum Wochenende: Mad Skills Motocross

14.07.2012 Malerische Dünen am Strand wollen gewürdigt werden. Am besten, indem man mit einem Motorrad über sie hinweg brettert und dabei kleine Freestyle-Kunststücke vollführt. Spieleentwickler turborilla spendiert dem Zweirad sogar noch einen Raketenantrieb und andere nette Spezialgegenstände.

In Mad Skills Motocross steuert der Spieler einen Motocross-Fahrer auf seinem Zweirad über eine Buckelpiste. Das Motorrad unterliegt dabei stets den Gesetzen der Physik. Wer zu schnell in einen Hügel rast, rammt sein Zweirad in den staubigen Untergrund und fliegt über den Lenker. Umgekehrt kann man aber auch durch geschicktes Vor- und Zurücklehnen einen waghalsigen Sprung abfangen oder – entsprechenden Anlauf vorausgesetzt – beeindruckende Überschläge provozieren.

Auf der Buckelpiste gilt es schneller zu sein, als der blaue Gegner.

Auf der Buckelpiste gilt es schneller zu sein, als der blaue Gegner.

Voll getunt

Damit die Fahrt nicht langweilig wird, tritt man gegen einen computergesteuerten Kontrahenten an. Ihn gilt es auf über 50 verschiedenen Rennstrecken möglichst weit hinter sich zu lassen. Gewinnen ist aber nicht zwingend notwendig: Die jeweils nächste Strecke darf man in Angriff nehmen, sobald man die aktuelle mindestens einmal komplett absolviert hat.

Auch Unfälle laufen physikalisch korrekt ab, wobei sich die Fahrer wie leblose Crash-Test-Dummys verhalten.

Auch Unfälle laufen physikalisch korrekt ab, wobei sich die Fahrer wie leblose Crash-Test-Dummys verhalten.

Damit der Rennalltag nicht langweilig wird, muss man zwischendurch immer mal wieder auf Spezialstrecken vorgegebene Künststücke präsentieren und so seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Weitere Abwechslung ins Geschehen bringen fünf verschiedene „PowerUps“, die man im Laufe des Spiels erhält. Sie statten das eigene Motorrad unter anderem mit einem Raketenantrieb oder Flügeln aus. Diese Hilfen ermöglichen besonders weite Sprünge und spektakuläre Überschläge. Das ist auch bitter notwendig, entpuppt sich der Computer auf den späteren Strecken doch als extrem guter Gegner.

Durch geschicktes nach vorne lehnen bereitet man einen Salto vor oder fängt das Motorad ab.

Durch geschicktes nach vorne lehnen bereitet man einen Salto vor oder fängt das Motorad ab.

Mad Skills Motocross zeichnet jeden Lauf auf und speichert ihn ab. Später darf man ihn dann noch einmal anschauen und die genialen Sprünge genießen. Auf Wunsch kann man aber auch gegen die Aufzeichnung antreten. Auf diese Weise verbessert man sukzessive seine eigene Fahrweise und somit auch die Rundenzeiten. Wem das alles noch nicht ausreicht, der baut sich kurzerhand mit dem kinderleicht zu bedienenden Editor eigene Rennstrecken.

Mit dem Editor bastelt man schnell eigene Strecken, indem man über die Regler die Sandhügelhöhen zurechtzupft.

Mit dem Editor bastelt man schnell eigene Strecken, indem man über die Regler die Sandhügelhöhen zurechtzupft.

Teures Hobby

Der Entwickler turborilla vertreibt das Motocross-Spiel auf seiner Homepage für umgerechnet 21,05 Euro [1]. Hineinschnuppern darf man mit einer kostenlosen Demo-Version. Die muss man lediglich über den Download-Link herunterladen, das so erhaltene Archiv entpacken und schließlich das Skript msm.sh starten. Letzteres gelingt allerdings nur, wenn eine Java-Umgebung installiert ist (Java Runtime Environment, JRE).

Dieser geplante Vorwärtssalto (Frontflip) ging offensichtlich schief.

Dieser geplante Vorwärtssalto (Frontflip) ging offensichtlich schief.

Im Spiel selbst klickt man auf Play, dann noch einmal auf Play und schließlich auf das erste Rennen mit dem klangvollen Namen Out of the blue. Über die Pfeiltaste nach oben gibt man Gas, mit der nach unten bremst man. Die Pfeiltaste nach links richtet den Fahrer auf, mit der Pfeiltaste nach rechts beugt er sich nach vorne über den Lenker. Diese Gewichtsverteilung sollte man allerdings nur wohldosiert vornehmen.

Will man gewinnen, sind solch spektakulären Sprünge Pflicht.

Will man gewinnen, sind solch spektakulären Sprünge Pflicht.

Fazit

Mad Skills Motocross ist trotz des einfachen Spielprinzips erstaunlich abwechslungsreich. Die Entwickler haben sich immer wieder neue Herausforderungen einfallen lassen. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei im genau richtigen Maße an. Von den ersten Erfolgserlebnissen sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Die Strecken werden ziemlich schnell äußerst anspruchsvoll. Die korrekt berechnete Physik erlaubt zusammen mit den Power-Ups beeindruckende Saltos und Sprünge. Das alles motiviert ungemein, auch auf bekannten Strecken die eigene Fahrweise und somit die Rundenzeiten zu optimieren.

Dem Schild sollte man nur bedingt glauben: Um als Erster durch Ziel zu gehen, muss man schon vor Grün losfahren, aber erst bei Grün die Linie passieren.

Dem Schild sollte man nur bedingt glauben: Um als Erster durch Ziel zu gehen, muss man schon vor Grün losfahren, aber erst bei Grün die Linie passieren.

Unverständlich beleibt, warum es keinen Mehrspielermodus gibt, das Spielprinzip schreit geradezu nach einem Duell zwischen menschlichen Kontrahenten. Besonders happig ist auch der Preis. Ähnlich einfach gestrickte Spiele kosten maximal die Hälfte. Ob einem der simple Geschicklichkeitstest mit mittelmäßiger 2D-Grafik das Geld wert ist, sollte man anhand der Demo-Version am besten selbst entscheiden.

Mad Skills Motocross

Bezugsquelle: http://www.madskillsmotocross.com
Entwickler: turborilla
Lizenz: Kommerziell
Preis: 21,05 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 1.2 GHz Prozessor und mindestens 512 MB Hauptspeicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.madskillsmotocross.com

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