Kesse Göre

Computer können lustige Gesellen sein. Insbesondere wenn eine durchgeknallte künstliche Intelligenz einen intergalaktischen Transporter steuert. Im Spiel Little Space Duo unternimmt das geistig umnachtete Raumschiff einen kurzen Abstecher zur Erde, erkennt ein argloses kleines Mädchen namens Lucy als Frachtgut und beamt es zwecks ordnungsgemäßer Zustellung an Bord. Um wieder nach Hause zu gelangen, bleibt Lucy nichts anderes übrig, als das gesamte Schiff zu durchqueren und den Bordcomputer neu zu starten.

Das durchgeknallte Frachtraumschiff holt Lucy an Bord.

Dummerweise patrouillieren auf den Korridoren Frachtroboter, die emsig bemüht sind, das vagabundierende Paket – Pardon, das kleine Mädchen wieder in den Lagerraum zu verfrachten. Lucys einzige Hilfe ist ein kleiner, gelber Roboter. Im Gegensatz zu seiner Begleiterin kann er zwar fliegen, besitzt dafür aber keine Hände. Folglich müssen beide tatkräftig zusammenarbeiten, um ihr Ziel zu erreichen.

Teamwork

Wie dies geschieht, bestimmt der Spieler, der die Geschicke des ungleichen Paars lenkt. Per Tastendruck wechselt er schnell zwischen den beiden Charakteren und kann so ihre jeweiligen Fähigkeiten gezielt einsetzen: Während Lucy beispielsweise einen Fahrstuhl aktiviert, schwebt ihr kleiner Roboterfreund durch einen Lüftungsschacht und öffnet die Tür am oberen Ende. Im optionalen Zweispielermodus steuert ein Spieler Lucy, der andere ihren Roboter.

Die grünen Roboter fahren langsamer als die blauen. Hier wurde einer der letzten Gattung durch die gelbe Tür eingesperrt.

In jedem Spielabschnitt gilt es Lucy zu einem speziellen Ausgang zu führen. Dessen Tore öffnen sich allerdings nur, wenn zuvor mehrere Schalter umgelegt wurden, die sich in den Gängen auf verschiedenen Ebenen verteilen. Dummerweise kann nur Lucy diese Schalter betätigen.

Rollendes Altmetall

Das alles wäre noch kein großes Problem, wären da nicht die patrouillieren Wachroboter. Jeder von ihnen verfügt über seine ganz eigenen Fähigkeiten und Bewegungsabläufe. So huschen einige schneller über die Gänge als andere, mal können sie Aufzüge benutzen und wieder andere haben es auf Lucys kleinen Begleiter abgesehen. Folglich kommt man nicht darum herum, die Aktionen des Heldenpaars gezielt zu planen. Den aktuellen Spielstand darf man nur an speziell ausgewiesenen Punkten im Level sichern. Wer auf diese Hilfe verzichtet, erhält vom Programm Zusatzpunkte.

Die ersten Level führen in die Bedienung ein, der kleine gelbe Roboter gibt dabei immer wieder nützliche Tipps.

Little Space Duo ist das Erstlingswerk des Einmannbetriebs Jugilus. Dahinter steht der Slowene Jure Rogelj. Die von ihm handgemalten, Bonbon-bunten Grafiken dürften vor allem Kindern ansprechen. Für ein kommerzielles Spiel sind sie allerdings recht Detailarm und wirken teilweise etwas klobig, was insbesondere für die Roboter gilt. Zudem stackst das Mädchen recht hölzern durch die sterilen Gänge und wirkt in den Großaufnahmen wie eine etwas dickere Barbiepuppe mit den Gesichtszügen einer 40-Jährigen.

Mangelwirtschaft

Die Vollversion des Spiels kostet im Online-Shop 10 Dollar. Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, greift zur 20 MB großen Testversion. Von den insgesamt 40 Leveln der Vollversion enthält sie die ersten fünf. Das heruntergeladene Archiv entpackt man einfach auf der Festplatte und startet das Programm LittleSpaceDuo_Demo. Derzeit gibt es das Spiel nur in einer 32-Bit-Variante, die zudem nicht mit mehreren Bildschirmen funktioniert. Zumindest für letzteres Problem ist immerhin ein Patch geplant.

Diese blauen Aufzüge muss Lucy aktivieren, andere bewegen sich automatisch zwischen den Ebenen.

Die Heldin und ihren kleinen Roboter steuert man jeweils mit den Pfeiltasten durch die Gänge, die Taste „C“ wechselt zwischen den beiden Charakteren, während „Strg“ eine Aktion auslöst. Um eine der beiden Spielfiguren nicht immer umständlich hinter führen zu müssen, darf man sie per Leertaste gruppieren.

Die ersten Level führen behutsam in die Bedienung und das Spielprinzip ein. Das ist auch bitter nötig, da eine Dokumentation vollständig fehlt. Gleiches gilt auch für eine deutsche Übersetzung, das Spiel gibt es ausschließlich in Englisch.

Fazit

In älteren Semestern weckt Little Space Duo unweigerlich Erinnerungen an das Spiel „Impossible Mission“, das bereits in den 80er Jahren mit Plattformen, Aufzügen und Robotern ein ganz ähnliches Spielprinzip bot. Im Gegensatz zum einstigen Kultspiel, bleibt Little Space Duo gewaltfrei und eignet sich zusammen mit der bunten Grafik ideal für Kinder.

Aber auch Erwachsene erhalten ein interessantes und mitunter sogar packendes Knobelspiel. Schnell ertappt man sich dabei „nur noch einen Level“ lösen zu wollen. Die unterschiedlichen Robotertypen, die verschiedenen Fähigkeiten der beiden Helden und der abwechslungsreiche Aufbau der Level sorgen für eine dauerhafte Motivation und verbergen recht geschickt, dass sich hinter der Fassade eigentlich nur einfache Schalterrätsel verbergen. Ob einem das technische Nivau eines Freewarespiels 10 Dollar wert ist, sollte jeder anhand der Demoversion selbst entscheiden.

Bezugsquelle: http://www.jugilus.com/index.html
Lizenz: kommerziell
Hersteller: Jugilus
Preis: 10 Euro
Voraussetzungen: aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Beschleunigung, mindestens 1 GHz Prozessor und 512 MB Hauptspeicher

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