Das Spiel zum Wochenende: Kairo

Kairo

Rätselhafter Fußmarsch

03.08.2013
Warum nicht einmal durch futuristische ägyptische Grabkammern wandern und dabei ganz nebenbei noch ein paar kleinere Rätsel lösen? Genau dieses Erlebnis bietet ein Adventure von Richard Perrin, das sogar als meditatives Kunstwerk durchgeht.

Im Spiel Kairo durchstreift der Spieler in der Ich-Perspektive alte verlassene Tempelanlagen. Die an ägyptische Bauten erinnernden Hallen, Gärten und Brückenkonstruktionen enthalten immer wieder futuristische Apparaturen, Teleporter und Schalter. Diese muss man meist mit etwas Köpfchen aktivieren, um so wiederum in den nächsten Raum zu gelangen.

Zu Beginn des Spiels erinnert die Umgebung noch an eine ägyptische Grabkammer.

Spartanisch

Im Gegensatz zu anderen Adventures kann der Spieler in Kairo lediglich gehen, sich umschauen und Gegenstände verschieben. Auch eine Hintergrundgeschichte fehlt komplett: Weder weiß der Spieler, wo er sich befindet, noch was dort eigentlich anstellen soll. Immerhin kann man auf seiner Reise keine Fehler machen oder gar sterben. Selbst wer mutwillig in einen Abgrund springt, materialisiert zwei Sekunden später wieder auf dem richtigen Weg.

Beispiel für eines der Rätsel: Sobald man auf den Eingang zuläuft, hebt die Brücke ab. Um sie passieren zu können, muss man den Mechanismus überlisten.

Die Steuerung lehnt sich an übliche 3D-Actionspiele an: Mit den Pfeiltasten oder [w], [a], [s], [d] bewegt man sich durch die Landschaft, mit der Maus schaut man sich um. Einen Gegenstand verschiebt man, indem man schlicht gegen ihn läuft. Per Leertaste darf man auch springen, zur Lösung des Spiels benötigt man das aber nicht.

Aus dieser Kammer zweigen gleich mehrere Gänge ab, man braucht in Kairo folglich auch einen guten Orientierungssinn.

Richard Perrin verkauft sein Spiel auf seiner Homepage [1] für derzeit 5 Dollar, der atmosphärische Soundtrack ist separat erhältlich [2]. Anspielen darf man Kairo mit der Demo-Version. Die bekommt man ebenfalls auf der Homepage rechts unten im Bereich download demo. Dort klickt man einfach auf den Pinguin, entpackt das Archiv auf der Festplatte und startet das Programm Kairo. Alles Weitere muss der Spieler selbst herausfinden.

Diese leuchtenden Zeichen spielen eine zentrale Rolle und weisen nicht selten auf ein Rätsel oder eine Maschine hin.

Fazit

Die Grafik ist äußerst karg, alle Elemente bestehen aus den immer gleichen Steinblöcken. Dennoch hat es Richard Perrin geschafft, die Räume extrem abwechselnd zu gestalten. Immer wieder trifft man auf neue Einfälle, die wenigen Grafik- und Beleuchtungseffekte sind geschickt gesetzt. Jeder Raum besitzt seine ganz eigene Farbgebung, in einigen verändert sogar jeder Schritt die Umgebung. Zudem ist es erstaunlich, wie viele verschiedene Rätsel sich trotz der Limitierungen stellen lassen.

Kairo beeindruckt immer wieder mit seiner Architektur.

Nichtsdestotrotz läuft der Spieler in Kairo stupide durch futuristische, wenn auch kunstvolle Räume, fragt sich beständig, was er dort soll und löst die meisten Puzzle mit etwas Ausprobieren. Somit richtet sich das Adventure an alle, die gerne unkompliziert neue Welten erkunden und Adventures wie Myst mögen. Die Interpretation der Geschehnisse, Räume und Maschinen bleibt allerdings vollständig dem Spieler überlassen.

Kairo

Bezugsquelle: http://kairo.lockeddoorpuzzle.com/
Entwickler: Richard Perrin / Locked Door Puzzle
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, 1 GByte freier Festplattenplatz, Prozessor ab 2 GHz, 2 GByte Hauptspeicher

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