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Das Spiel zum Wochenende: Humble Indie Bundle 3

And Yet It Moves

Im Jump and Run Spiel And Yet It Moves steuert man ein kleines Männchen durch eine Landschaft aus zerrissenen Papierfetzen [8]. Die lässt sich wiederum jederzeit in 90-Grad-Schritten rotieren. Steht man beispielsweise in einer Sackgasse, dreht man die Umgebung auf die Seite und läuft dann einfach an der Wand weiter. Dabei gilt jedoch weiterhin die Schwerkraft: Mit einer unachtsamen Rotation verwandeln sich harmlose Steine oder Äste in gefährliche Geschosse. Allerdings lassen sich durch eine geschickte Drehung auch mit Geröll blockierte Durchgänge wieder frei räumen. Im späteren Spielverlauf trifft man noch auf Affen und Bienen, die dem Helden nachhaltig ans Leder wollen. Und da das immer noch nicht reicht, muss man die einzelnen Level auch noch möglichst schnell durchqueren.

Abbildung 6: And Yet It Moves wirkt, als hätte man die Grafiken aus Versandhauskatalogen ausgerissen.

Fazit

Das Humble Indie Bundle 3 lohnt sich schon alleine für Crayon Physics Deluxe. Die Bundstiftmalerei hat nicht umsonst den Hauptpreis beim Independent Games Festival 2008 abgeräumt. Die Grafik ist ungewöhnlich, das Spielgefühl stimmig – man hat wirklich den Eindruck, die selbst gezeichneten Figuren auf dem zerknitterten Papier zum Leben zu erwecken.

Abbildung 7: Dieses Rätsel in Crayon Physics Deluxe löst man mit einem selbstgezeichneten Gewicht.

Cogs versucht sehr geschickt das Prinzip des alten 15-Puzzle zu variieren. Die Fassade täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass man mit der Maus immer nur möglichst schnell Platten herumschiebt. Wer nicht gerade Fan dieses Spielprinzips ist, bei dem dürfte schnell die Motivation in den Keller sacken. Nichtsdestotrotz bleibt Cogs eine nette Knobelei für Zwischendurch.

VVVVVV sieht spartanischer und einfacher aus, als es tatsächlich ist. Hat man es einmal angefangen, lässt einen das Spiel nicht wieder los: Man möchte nur noch eben diesen einen Bildschirm durchqueren. Einfache Passagen wechseln sich dabei mit schwierigen bis teilweise unglaublich kniffligen ab. Erstaunlicherweise tritt dabei nur selten Frust auf, vielmehr schafft es VVVVVV den Ehrgeiz zu wecken, eine Passage doch noch zu meistern. Die minimalistische Grafik war für den zeichnerisch unbegabten Entwickler eigentlich nur Mittel zum Zweck, sorgt aber für eine erstaunlich stimmige Retro-Atmosphäre.

Abbildung 8: In Cogs muss man auch häufiger um die Ecke decken: Hier muss man die Zahnräder über die Würfelseiten so miteinander verbinden, dass sich der gelbe Rotor in Bewegung setzt.

Hammerfight stellt sich mit seiner innovativen Steuerung selbst ein Bein. Nur wer mit seiner Maus auf Du und Du lebt, hat eine Chance sein Fluggerät unter Kontrolle zu halten. Alle Besitzer einer billigen Office-Maus müssen gerade zu Beginn äußert Gutmütig sein, um den kleinen Nager nicht frustriert in die Ecke zu pfeffern. Die Mehrfachbelegung der Maustasten tut schließlich ihr Übriges. Eigentlich schade, bietet der Hubschrauberkampf doch ein interessantes, unverbrauchtes Szenario.

And Yet It Moves treibt das Konzept von VVVVVV in jeder Form noch auf die Spitze. Die Grafik hat zwar ihren eigenen Charme, wirkt aber an einigen Stellen durch ähnliche Farben und Formen etwas chaotisch. Durch die Rotationen geht auch immer wieder mal die Orientierung verloren, wodurch man meist erst ein paar Anläufe braucht, um den Level richtig kennen zu lernen.

Abbildung 9: In And Yet It Moves kann man seinen letzten Versuch als Geisterbild einblenden lassen. Auf diese Weise sieht man sehr gut, ob man in diesem Durchlauf schneller ist.

Alle Spiele sind zwar nicht mehr ganz taufrisch, faszinieren aber nach wie vor mit ungewöhnlichen Spielideen. Dummerweise stellen die einzelnen Entwickler keine Demoversionen für Linux bereit. Einzige löbliche Ausnahme ist And Yet It Moves [7]. Folglich muss man die fünf Spiele mehr oder weniger Blind kaufen – oder unter Windows testen. Mit seiner Entscheidung sollte man sich allerdings beeilen: Das Angebot gilt nur noch eine Woche. Wer die spaßigen Spiele einzeln kauft, zahlt übrigens fast 50 Dollar.

Humble Indie Bundle

Bezugsquelle: http://www.humblebundle.com
Entwickler: Verschiedene
Lizenz: Kommerziell
Preis: Nach Wahl
Voraussetzungen: Unterschiedlich, in der Regel aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage: http://www.humblebundle.com

[2] Tim Schürmann, "Heiße Tiefkühlkost" – Das Spiel zum Wochenende: Humble Frozenbyte Bundle http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Humble-Frozenbyte-Bundle

[3] Crayon Physics Deluxe: http://www.crayonphysics.com/

[4] Cogs: http://www.cogsgame.com/

[5] VVVVVV: http://thelettervsixtim.es/

[6] Hammerfight: http://www.koshutin.com/

[7] And Yet It Moves: http://www.andyetitmoves.net/

[8] Tim Schürmann, "Zeit, dass sich was dreht" – Das Spiel zum Wochenende: And Yet It Moves: http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-And-Yet-It-Moves

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Kommentare
VVVVVV Frust
Anonymer Feigling (unangemeldet), Samstag, 30. Juli 2011 17:55:37
Ein/Ausklappen

Naja, ganz so stimmt das ja mit dem Frustfrei nicht. Ich bin jetzt im Level wo ich Virginia gefunden habe und in einem Raum, wo drei Plattformen hoch und runter fahren und ich Virgina über diese Plattformen an den Speeren vorbeimanövrieren muss. Ich weiss nicht, wieviel hundert mal ich jetzt schon diesen Raum betreten habe und Virginia spätestens nach der dritten Plattform den Sprung über die Speere nicht geschafft hat ...


Bewertung: 80 Punkte bei 4 Stimmen.
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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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