Zu Beginn stellt sich der Spieler eine Party aus vier verschiedenen Helden zusammen. Wie in Rollenspielen üblich, hat jeder von ihnen unterschiedliche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. So ist ein Zwerg besonders gut im Nahkampf, ein Magier geschickt im Beschwören von Zaubern und eine Elfe wiederum ein Ass im Knacken von Schlössern. Wer bequem ist, greift dabei zu einer bereits vorgefertigten Truppe, alle anderen klicken sich die Charaktere passend selbst zusammen.
Sobald der Trupp steht, erkundet man mit ihm eine aus Hexfeldern aufgebaute Landschaft. In ihr trifft die Party immer mal wieder auf nette Bürger, die mit mehr oder weniger nützlichen Waren handeln. Andere wiederum bitten den Spieler um die Erledigung einer Aufgabe, wie etwa einen gestohlenen Gegenstand zurückzuholen. Der Spieler hat dabei die Wahl, ob er die Aufgabe annimmt oder einfache weiter zieht. Löst er die Aufgabe, winkt in der Regel eine kleine Belohnung.
Die meisten Bewohner der Welt sind den Helden jedoch weniger wohlgesonnen. Neben Orcs lauern in den Wäldern bluthungrige Wölfe und (aus-)schlagende Bäume, in Verliesen Schlangen und weiteres Ungetier. Sobald ein Gegner angreift, schaltet das Spiel in einen Kampfmodus. In ihm kostet jede ausgeführte Aktion eine bestimmte Zahl Aktionspunkte – ein Spezialangriff mehr, als ein einfacher Messerhieb. Sobald ein Held seine Punkte aufgebraucht hat, muss er aussetzen, bis die anderen Beteiligten ihre Aktionen durchgeführt haben. Wie viele Aktionspunkte zur Verfügung stehen, hängt vom Helden und seinen Erfahrungen ab. Ein durchtrainierter Krieger schafft daher mehr gezielte Messerstiche, als ein hinterherschlurfender Schlossknacker.
Darüber hinaus muss der Held mit seiner Waffe den Gegner auch erreichen können. Im Nahkampf bedeutet dies, dass die beiden auf zwei benachbarten Hexfeldern stehen müssen. Jeder Zug auf ein Hexfeld kostet wieder Aktionspunkte. Man sollte daher tunlichst auf die Gesundheit seiner Schützlinge achten und mit ihnen rechtzeitig die Flucht antreten. Aber auch Zaubersprüche und Spezialfähigkeiten haben mitunter einen begrenzten Aktionsradius.
Im Laufe der Zeit gewinnen die einzelnen Helden an Erfahrung. Haben sie schließlich eine neue Erfahrungsstufe erreicht, darf man Punktwerte auf ihre Fähigkeiten verteilen und sie so nach und nach spezialisieren. Aus einem einfachen Zwerg wird so beispielsweise ein perfekter Werkzeugmacher, während der Zauberer immer mächtigere Feuerzauber heranziehen darf.
Die von fliegenden Händlern gekauften, von getöteten Gegnern erbeuteten oder schlichtweg gefundenen Gegenstände helfen der Truppe beim Überleben. Heiltränke stellen die Gesundheit wieder her, Rüstungen schützen den eigenen Körper bei Angriffen und dicke Knüppel sorgen für größere Kopfschmerzen bei Gegnern. Wie im wahren Leben kann jeder Held immer nur einen Gegenstand in der Hand halten beziehungsweise eine Rüstung tragen. Man muss sich folglich entscheiden, mit welchen Gegenständen man die einzelnen Partymitglieder ausrüstet und bekleidet.
Wer die mitgelieferte Einzelspielerkampagne durchgespielt hat, darf sich mit dem einbauten Editor relativ komfortabel eigene Abenteuer zusammenklicken. Ein Mehrspielermodus fehlt zumindest derzeit noch. Wem übrigens die Grafiken irgendwie bekannt vorkommen: Sie erinnern nicht nur an das legendäre Rollenspiel Zelda, die Entwickler von Hale haben sich auch eifrig im freien Grafikarchiv OpenGameArt.org bedient [2].
Um sich in die Wälder und Verließe von Hale zu begeben, muss man zunächst über den Paketmanager sicherstellen, dass ein aktuelles Java Runtime Environement (JRE) installiert ist. Anschließend lädt man sich einfach unter [3] das aktuelle ZIP-Archiv herunter, entpackt es auf der Festplatte und startet das Skript Hale.sh. Im Spiel wählt man New Game, gefolgt von Accept. Es startet daraufhin ein kleines Tutorial, das in die weitere Bedienung einführt.
Ein rundenbasiertes Rollenspiel der alten Schule mit etwas Tiefgang und knuffiger Optik – genau das ist Hale. Es hebt sich zwar nicht durch pfiffige Ideen von der Masse ab, macht aber auch nicht viel falsch. Die Benutzeroberfläche erinnert an Windows 95 und wirft an vielen Stellen mit Zahlen um sich. Daran gewöhnen sich aber auch Statistikmuffel erstaunlich schnell. Obwohl die Entwickler die Grafiken aus verschiedenen Quellen übernommen haben, ist die Gesamtkomposition in sich recht stimmig. Die abwechslungsreichen Karten sowie die darin versteckten Gegenstände laden zum Erkunden und Herumstreifen ein. Obendrauf gibt es auch noch eine, wenn auch nicht umwerfende Hintergrundgeschichte, zahlreiche Nebenquests und einen Editor. Unter dem Strich ist Hale damit genau die richtige Kost für verregnete Herbst- und Wintertage.
Hale
| Bezugsquelle: | http://sourceforge.net/projects/hale/ |
| Entwickler: | Jared Stephen und Shirish Agarwal |
| Lizenz: | GPLv2 |
| Preis: | Kostenlos |
| Voraussetzungen: | Aktuelle Linux-Distribution |
Infos
[1] Projekt-Homepage:
http://sourceforge.net/p/hale/wiki/Home/
[2] OpenGameArt.org:
http://opengameart.org
[3] Download von Hale:
http://sourceforge.net/projects/hale/