Unkontrollierbares Gewölle

Hairball

Das Spiel zum Wochenende: Hairball

10.08.2013
Was macht ein Bakterium im Katzenmagen? Dieser unappetitlichen Frage gehen Udell Games mit einem witzigen kleinen Geschicklichkeitsspiel im Comic-Look nach.

Tim ist ein kleines Bakterium, das normalerweise in einem Tautropfen fröhlich vor sich hin wuselt. Dummerweise wurde es just an diesem schönen Sonntagnachmittag von Mister Tibbles gefressen, einer offenbar recht rücksichtlosen Hauskatze. In ihrem Magen fühlt sich Tim alles andere als wohl. Nicht nur, dass überall viele spitze Knochen herumfliegen, die immer mal wieder aufsteigende Magensäure wirkt auf Bakterien auch recht tödlich.

Der kleine Tim rollt und springt durch den Magen, eingehüllt von braunen Haarbüscheln.

Auf der Flucht

Tim hat sich jedoch bereits einen pfiffigen Fluchtplan zurechtgelegt: Er wickelt sich einfach in so viele der im Magen herumliegenden Haarbüschel ein, bis er zu einem wolligen dicken Knäuel angewachsen ist und ihn Mister Tibbles auf den Fußboden herauswürgen muss.

Nur wenige Sekunden verbleiben nach Ablauf der Zeit, bis die Magensäure den kompletten Magen überschwemmt hat.

Im Geschicklichkeitsspiel Hairball rollt der Spieler den kleinen Tim durch einen gezeichneten Katzenmagen und sammelt dabei möglichst viele Haarbüschel ein. Mit jedem überrollten Haarbüschel wächst nicht nur das Bakterium in seiner Größe, sondern auch ein kleiner Fortschrittsbalken am unteren Bildschirmrand. Sobald der Balken komplett gefüllt ist, würgt die Katze den kleinen Tim aus und das Spiel ist gewonnen.

Druckmittel

Zum Sammeln stehen allerdings nur zwei Minuten zur Verfügung. Dann steigt die Magensäure auf und verschlingt das kleine Bakterium. Darüber hinaus liegen überall noch Knochenreste herum. Jede Berührung mit ihnen entfernt wieder ein Haarbüschel. Sollte Tim keine Haarbüschel mehr besitzen, ist das Spiel ebenfalls verloren. Als wäre das immer noch nicht genug, fallen unablässig von oben immer wieder neue Knochenteile herab.

Insgesamt drei Freunde muss Tim retten, die allerdings nicht immer so gut sichtbar herumliegen wie das gelbe Bakterium hier.

Neben Tim hat Mister Tibbles auch noch drei seiner besten Freunde verschluckt. Die liegen ohne einen eigenen Fluchtplan irgendwo regungslos im Katzenmagen herum. Da man sie nicht einfach zurücklassen kann, gilt es auch sie aufzuspüren, mit in das Haarknäuel einzurollen und so zu retten.

Kein Ausgang

Hairball entstand in nur drei Tagen im Rahmen des Programmierwettbewerbs The Arbitrary Game Jam [2]. Das kleine Spiel bekommt man kostenlos auf seiner Homepage [1]. Dort klickt man auf den Link Linux (x86/x86_64) und entpackt dann das Archiv auf der Festplatte. Wer ein 32-Bit-System betreibt, macht die Datei hairball.x86 ausführbar, Nutzer eines 64-Bit-Systems hingegen die Datei hairball.x86_64. In einem Terminal-Fenster geht das schnell via chmod +x hairball.x86 beziehungsweise chmod +x hairball.x86_64.

Stößt Tim gegen einen Knochen, verliert er ein paar Haare.

Auch starten sollte man das Spiel unbedingt aus einem Terminal-Fenster heraus, auf 32-Bit-Systemen mit ./hairball.x86 beziehungsweise mit 64-Bit via ./hairball.x86_64. Andernfalls lässt sich das Hairball nicht wieder beenden. Indem man es aus einem Terminal-Fenster startet, kann man per [Alt]+[Tab] dieses wieder nach vorne holen und dann per [Strg]+[C] das Spiel abwürgen.

Hier konnte Tim schon zwei seiner Freunde mit an Bord holen und somit retten.

Die Bedienung des Spiels selbst ist schnell erklärt: Mit den Pfeiltasten oder [w] und [d] rollt man das Bakterium hin und her, die Leertaste lässt es hüpfen.

Fazit

Hairball wäre ein nettes spaßiges kleines Spielchen, wäre die Steuerung nicht extrem schwammig. Insbesondere die Sprünge lassen sich kaum kontrollieren. Das ist extrem schade, da Hairball ein extrem abgedrehtes und originelles Szenario besitzt sowie mit einer durchaus knuffigen Grafik punktet. Entwickler Udell Games sollte seinen Wettbewerbsbeitrag unbedingt noch einmal überarbeiten und erweitern. Bis dahin sollten Fans von Geschicklichkeitspielen Hairball einmal herunterladen und anspielen – vielleicht kommen sie mit der Steuerung besser zurecht als der Autor dieses Artikels.

Hairball

Bezugsquelle: http://www.udellgames.com/games/hairball/
Entwickler: Udell Games
Lizenz: Eigene (Closed-Source)
Preis: Kostenlos
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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