Durchgeknallter Innenarchitekt

Gentrieve 2

Das Spiel zum Wochenende: Gentrieve 2

27.04.2013
Der Entwickler Phroot mag die Videospielreihe Metroid so sehr, dass er sie mit einem eigenen Klon ehrt. Der kommt allerdings in psychodelischem 3D, bietet unendlich viele Welten und erfordert einen guten Orientierungssinn.

Gentrieve 2 versetzt den Spieler in das Jahr 3080. Masse-Generatoren erzeugen jederzeit alle möglichen Dinge. Das ruft natürlich auch Diebe auf den Plan. Sie stehlen immer mal wieder einen Generator in der Hoffnung, damit eigene Roboterarmeen und sichere Festungen produzieren zu können. Wie allgemein bekannt, sind Diebe lausige Programmierer. So kommt es, dass ihre durchgeknallten Roboter in ihren Festungen unkontrolliert Amok laufen. Natürlich bleibt es wieder einmal die Aufgabe des Spielers, in die Festungen einzudringen und die Masse-Generatoren zu bergen.

Um in Gentrieve 2 voran zu kommen, muss man auf und über viele Plattformen springen.

Altbau

Aus der Ego-Perspektive rennt der Spieler durch die verwinkelten Räume einer Festung und versucht darin den Masse-Generator zu finden. Dazu muss der Spieler wie in einem Jump-and-Run-Spiel über zahlreiche Plattformen springen und nebenbei futuristische Gegner mit seiner Laser-Pistole ausschalten. In die einzelnen Räume der Festung gelangt der Spieler über Portale, die er zunächst aufschießen muss. Schließlich beginnt die Festung auch noch langsam zu implodieren, sobald der Spieler den Masse-Generator gefunden hat.

Hier links an der Wand klebt ein Portal, über das man zu einem anderen Raum gelangt. Mitunter kleben diese Portale auch an der Decke.

Als Hilfe stehen verschiedene Waffen und Spezialfähigkeiten parat. So kann sich der Spieler etwa mit einer Art Enterhaken über Abgründe hinweg hangeln oder mit der Anti-Gravitations-Kanone Kisten hochheben und diese dann als Geschosse verwenden. Für die korrekte Flugbahn sorgt die eingebaute Physik-Engine.

Das grüne Ding mit den vielen Pickeln ist eines der Monster, die Gentrieve 2 ebenfalls nach dem Zufallsprinzip zusammenbaut.

Neubau

Die Räume, ihre Inhalte und sämtliche Gegner erzeugt das Spiel nach dem Zufallsprinzip. Das gilt sogar für die Tapeten an den Wänden, die so ein technisches, mitunter sogar psychodelisches Aussehen erhalten. Gentrieve 2 spielt sich folglich nach jedem Start immer wieder anders. Auf Wunsch kann der Spieler die zu Verfügung stehenden Waffen und Fähigkeiten festlegen und so etwa nur mit der Anti-Gravitations-Kanone auf Generatorenjagd gehen.

Gentrieve 2 baut alle Level, einschließlich riesiger Höhlen mit Seen nach dem Zufallsprinzip zusammen.

Entwickler Phr00t verkauft sein Spiel über seine Homepage und Desura [2] für derzeit knapp vier Euro. Eine Testversion steht ebenfalls bereit. Um sie starten zu können, muss man zunächst über den Paketmanager ein Java Runtime Environment installieren, Phr00t empfiehlt den Einsatz von Oracles Java [4]. Anschließend wechselt man auf der Gentrieve-2-Homepage [1] in den Bereich Demo und klickt auf Download Demo Here!. Das führt jetzt auf die Seiten von MedaFire, wo man das Archiv mit der Testversion über Download herunterlädt. Anschließend startet man einen Installationsassistenten in einem Terminal-Fenster via java -jar Gentrieve2Installer-v1.12-Demo.jar.

Die dreidimensionale Karte zaubert man über die Taste [m] hervor. Sie zeigt nicht nur den Aufenthaltsort, sondern auch, über welche Portale man in welche Räume gelangt.

Fazit

Gentrieve 2 erinnert weniger an die Jump-and-Run-Spiele der Metroid-Reihe, denn an den 90er-Jahre-Klassiker Descent [3]. Die Grafik ist surreal, schmucklos und wenig ansehnlich, die immer gleiche Fahrstuhlmusik zerrt nach einiger Zeit an den Nerven. Die Level sind kantig aufgebaut und vom Zufallsgenerator recht lieblos bis langweilig zusammengebastelt. Die Gegner sind weitgehend dumm und lassen sich aus der Deckung heraus leicht unter Beschuss nehmen. Es dauert zudem es eine Weile, bis man die Steuerung im Griff hat und gezielt auf der gewünschten Plattform landet. Zwischenspeichern darf man nur an ausgewiesenen Stellen. Da man lediglich ein einziges Leben besitzt, sollte man von der Speichermöglichkeit unbedingt Gebrauch machen.

Da sich die Texturen vor allem in der Farbe ähneln, fällt die Orientierung in neuen Räumen zunächst schwer – oder können Sie hier auf Anhieb sagen, wo Oben und Unten ist?

Insgesamt wirkt Gentrieve 2, als wäre es entweder ein früher Prototyp eines wirklich genialen Spiels oder bereits Mitte der 90er Jahren entwickelt worden. Damals hätte es sicherlich noch für Beachtung gesorgt, heute dürfte es nur eingefleischte Fans von 3D-Jump-and-Run-Spielen oder Entdecker von unbekannten Welten begeistern. Gentrieve 2 ist allerdings auch ein interessantes Experiment für zufallsgenerierte Spielwelten. Wer sich mit ähnlichen Verfahren und Algorithmen beschäftigt, sollte sich zumindest die Demo-Version anschauen – Schade, dass der Entwickler keinen Quellcode herausrückt.

Gentrieve 2

Bezugsquelle: http://gentrieve.wordpress.com/
Entwickler: Phr00t
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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