Durchgeknallter Innenarchitekt

Fazit

Gentrieve 2 erinnert weniger an die Jump-and-Run-Spiele der Metroid-Reihe, denn an den 90er-Jahre-Klassiker Descent [3]. Die Grafik ist surreal, schmucklos und wenig ansehnlich, die immer gleiche Fahrstuhlmusik zerrt nach einiger Zeit an den Nerven. Die Level sind kantig aufgebaut und vom Zufallsgenerator recht lieblos bis langweilig zusammengebastelt. Die Gegner sind weitgehend dumm und lassen sich aus der Deckung heraus leicht unter Beschuss nehmen. Es dauert zudem es eine Weile, bis man die Steuerung im Griff hat und gezielt auf der gewünschten Plattform landet. Zwischenspeichern darf man nur an ausgewiesenen Stellen. Da man lediglich ein einziges Leben besitzt, sollte man von der Speichermöglichkeit unbedingt Gebrauch machen.

Da sich die Texturen vor allem in der Farbe ähneln, fällt die Orientierung in neuen Räumen zunächst schwer – oder können Sie hier auf Anhieb sagen, wo Oben und Unten ist?

Insgesamt wirkt Gentrieve 2, als wäre es entweder ein früher Prototyp eines wirklich genialen Spiels oder bereits Mitte der 90er Jahren entwickelt worden. Damals hätte es sicherlich noch für Beachtung gesorgt, heute dürfte es nur eingefleischte Fans von 3D-Jump-and-Run-Spielen oder Entdecker von unbekannten Welten begeistern. Gentrieve 2 ist allerdings auch ein interessantes Experiment für zufallsgenerierte Spielwelten. Wer sich mit ähnlichen Verfahren und Algorithmen beschäftigt, sollte sich zumindest die Demo-Version anschauen – Schade, dass der Entwickler keinen Quellcode herausrückt.

Gentrieve 2

Bezugsquelle: http://gentrieve.wordpress.com/
Entwickler: Phr00t
Lizenz: Kommerziell
Preis: 4 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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