Das Spiel Spiel

Game Dev Tycoon

Das Spiel zum Wochenende: Game Dev Tycoon

25.05.2013
Einmal selbst zum mächtigen und reichen Spieleproduzenten aufsteigen – genau das dürfen jetzt Computerspieler in einer netten Wirtschaftssimulation von Greenheart Games nacherleben.

In Game Dev Tycoon lenkt der Spieler die Geschicke einer kleiner Videospielefirma. Die startet Anfang der 80er Jahre in einer engen Garage und mit einem Kontostand von 70.000 Geldeinheiten einer namenlosen Währung. Das vermeintlich hohe Startkapital schrumpft jedoch schon beim ersten Projekt rasch zusammen, alleine die laufenden monatlichen Kosten verschlingen 8.000 Einheiten. Neues Geld kommt durch den Verkauf eines Spiels herein, das man natürlich erst einmal programmieren muss.

Der Spieler beginnt seine Karriere in seiner Garage.

Super Action Space Race Simulator

Nachdem der Spieler seinem neuen Spiel einen klangvollen Namen verpasst hat, legt er Genre und Szenario fest. Ein Autorennen im Weltall? Kein Problem. Die Wahl hat allerdings später Auswirkungen auf die Verkaufszahlen. Das Autorennen im Weltall könnte beispielsweise zu exotisch sein, bei der verwöhnten Presse durchfallen und somit nur wenige Spieler anlocken. Erschwerend kommt hinzu, dass zu Beginn lediglich ein paar klassische Spielegenres und Schauplätze zur Auswahl stehen. Weitere muss man erst durch kostspielige Forschung freischalten.

Zu Beginn legt man Genre, Szenario und die Zielplattform fest.

Nachdem das Genre feststeht, beginnt die eigentliche Entwicklungsphase. Über Regler stellt man ein, wie viel Arbeitszeit man bestimmten Teilaspekten wie der Hintergrundgeschichte, der Technik oder den Dialogen zugesteht. Dabei kommt man erneut nicht um Kompromisse herum: Legt man mehr Wert auf die Hintergrundgeschichte, muss man die Technik vernachlässigen und umgekehrt. Grafiken und Sound peppen das Spiel auf, müssen aber teuer zugekauft werden.

Je mehr Zeit man in einen Bereich steckt, desto besser wird nicht nur das Ergebnis, man gewinnt auch mehr Erfahrung.

Während der Entwicklung gewinnt der Spieler an Erfahrung. Ähnlich wie in einem Rollenspiel kann er so einzelne Fähigkeiten verbessern. Steckt man beispielsweise viel Entwicklungszeit in die Technik, wird man in dieser Disziplin auch immer effektiver. Des Weiteren verteilt Game Dev Tycoon Forschungspunkte. Sind genug zusammen, darf man unter anderem weitere Genres oder Hardwareerweiterungen wie ein Lenkrad erforschen sowie eigene Spieleengines entwickeln.

Während der Entwicklung „fliegen“ aus der Spielerfigur die Erfahrungs- und Bug-Punkte in die Kreise am oberen Rand.

Lebenszyklus

Sobald die eigentliche Entwicklungsphase abgeschlossen ist, könnte man das Spiel direkt in den Verkauf geben. Besser ist es jedoch, erst noch etwas Feinschliff zu betreiben und vor allem die während der Entwicklung angesammelten Fehler zu beseitigen. Die könnten sich andernfalls negativ auf den Verkauf auswirken. Gemeinerweise kommen während des Feinschliffs immer mal wieder neue Bugs hinzu, zudem kostet er Zeit, während der man mit dem Spiel kein Geld verdient. Wann der richtige Zeitpunkt für die Freigabe ist, entscheidet letztendlich der Spieler.

Während der Entwicklung sammelt man Erfahrungspunkte.

Liegt das Spiel im Handel, bewerten es fünf verschiedene Zeitschriften. Sie vergeben neben einem Punktwert auch jeweils einen wohlwollenden bis zuweilen bissigen Kommentar. Von diesen Urteilen hängt auch maßgeblich der Erfolg des Spiels ab: Je höher die Wertung, desto mehr Spieler kaufen das Spiel. Von den so gewonnenen Einnahmen kann man das nächste Spiel finanzieren, Forschung betreiben sowie im späteren Spielverlauf Angestellte einstellen und größere Büroräume anmieten. Mit der besseren Hardware wird allerdings auch die Spieleproduktion immer aufwendiger und somit teurer. Kippt der Kontostand einmal ins Minus, kann man ihn über Auftragsarbeiten für andere Firmen wieder etwas ausgleichen. Dabei muss man allerdings den vorgegebenen Zeitplan einhalten – andernfalls droht eine Konventionalstrafe.

Die Wertungen der Spielezeitschriften bleiben auf generische Sätze beschränkt. Wie die Tester zu ihrer Meinung gelangen, erfährt man nicht.

Game Dev Tycoon simuliert die Entwicklung der letzten 30 Jahre. So beginnt man in den 80ern auf einem G64 und dem ersten PC. Die Entwicklung ist zu diesem Zeitpunkt noch von einer Person mit moderaten Kosten zu schaffen. In den folgenden Jahren kommen unter anderem die Konsolen von Ninvento auf den Markt. Diese versprechen eine potenziell große Käuferzahl, kosten aber auch teils horrende Lizenzgebühren. Durch neue Hardware ändern sich auch die Marktanteile der einzelnen Geräte. Wer zu lange auf den G64 setzt, bemerkt vielleicht zu spät, dass sich die meisten Spieler bereits einen PC angeschafft haben.

Im Laufe der Zeit kommen neue Geräte auf den Markt, andere verschwinden. Letzteres ist besonders ärgerlich, wenn man gerade noch ein Spiel darfür entwickelt.

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