Das Spiel zum Wochenende: Full Throttle Remastered

Fazit

Wie schon bei den überarbeiteten Versionen von Grim Fandango [6] und Day Of The Tentacle [7] haben Tim Schafer und sein Team gute Arbeit geleistet. Die behutsam überarbeitete Grafik bewahrt den Stil und die düstere Atmosphäre, zudem sieht sie auch auf größeren Monitoren zeitgemäß aus. Die spannende und ausgeklügelte Geschichte zieht den Spieler noch immer in den Bann, der rockige Soundtrack der Gruppe „The Gone Jackals“ sorgt für die passende Stimmung. Es gibt jedoch auch ein paar negative Seiten.

Beispiel für eines der Rätsel: In diesem Fall muss Ben in den Schrottplatz einbrechen. Solange er an der Kette zieht, bleibt das Tor geöffnet. Sobald er die Kette loslässt, rauscht das Tor jedoch wieder herunter.

So bewegen sich die Figuren in der Remastered-Version etwas hölzern. Im Gegenzug heben sich die per Computer generierten Grafiken nicht so deutlich von den handgezeichneten Grafiken ab, wie dies noch in der ursprünglichen Fassung der Fall war. Sie wirken folglich nicht mehr wie Fremdkörper, wodurch die Grafik der Remastered-Version mehr aus einem Guss erscheint. Die häufigen und wiederholten Action-Sequenzen auf dem Bike nerven allerdings immer noch. Das größte Problem kann aber auch die liebevolle Überarbeitung nicht beseitigen: Da sich die wenigen Rätsel im Zweifelsfall schnell per Ausprobieren lösen lassen, flimmert schon nach wenigen Stunden der Abspann über den Bildschirm.

Full Throttle setzt fast durchgehend auf eine düstere Atmosphäre. Größere Distanzen überbrückt man wie hier auf einer Karte.

In dieser Zeit wird man als Spieler jedoch extrem gut unterhalten und dürfte bei den lockeren Sprüchen von Ben mehrfach die Mundwinkel nach oben gezogen haben. Wer Full Throttle noch nicht kennt und Adventures oder post-apokalyptisch angehauchte Geschichten mag, der kann die 15 Euro beruhigt investieren. Wer das Original besitzt, sollte anhand der Screenshots entscheiden, ob er für diesen Preis zugreift: Das Spiel selbst blieb unverändert, die Audio-Kommentare sind zudem recht kurz gehalten und beschränken sich meist auf Anekdoten. Das Original lässt sich nach wie vor mit der Software ScummVM [8] unter Linux spielen.

Full Throttle Remastered

Bezugsquelle:  http://fullthrottle.doublefine.com/
Entwickler: CoreCode
Lizenz: Kommerziell
Preis: 5,49 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab der Klasse Intel Core 2 Duo mit 2,4 GHz, mindestens 4 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte ab der Klasse NVIDIA GeForce GTX 260, AMD/ATI Radeon 4870 HD oder Intel HD 4000 (Grafikkarte und Treiber müssen den Standard OpenGL 3.3 unterstützen)

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